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Das ist die Abschiedsformel von Veit Lindaus gestrigem Mail gewesen. Ich bekomme nämlich im Rahmen des Human Trust tägliche ne Motivationsmail. Lese die aber in letzter Zeit nicht oft.

Wenn ich die Mail von gestern heute lese – es ist der blanke Hohn …

Kurz zusammengefasst steht drin:„Nutze die Zeit heute – Du weißt nicht, wann Dein letzter Tag ist.“

Und was hab ich gestern gemacht?

Eine Megakrise gehabt. Eine regelrechte Lebenskrise gehabt.

Und ich bin noch nicht wirklich raus aus der Krise.

Ich fühle mich schlicht und ergreifend einsam, allein und mein Leben fühlt sich verschwendet an. So ohne Kinder. Ohne, dass da jemand ist, dem ich was bedeute und wichtig bin. (Ohne dass ich mir selbst wichtig bin..??) Und das ist natürlich ungerecht, denn ich bin ja zum Beispiel Schnüggel wichtig. Sagte er auch gestern. Und er wiederholte auch, dass er versteht, warum bisher kein Mann mit mir Kinder wollte … ich sei .. keine Ahnung .. nicht fähig, eine Mutter zu sein. Dass das Leben schon gewußt hätte, warum ich keine Kinder hab. Ich wäre total damit überfordert gewesen, ich wäre doch schon so (also ohne Kinder) vom Leben überfordert.

Das erschüttert mich total.

Ja, ich weiß auch, dass ich in diesem Leben nicht mehr Mutter werde.

Doch trotzdem.

Dieser Sonntag, er hängt mir nach.

Und ihm auch.

Er hat vorhin geschrieben, es ginge ihm nicht wirklich gut .. er hätte das Gefühl, mir mein Leben ruiniert zu haben (weil ich keine Kinder habe und sie nun auch in diesem Leben nicht mehr bekommen werde).

Hat er natürlich nicht allein. Ich bin ja selbst schuld, mein Leben geführt zu haben, wie ich es geführt habe und auch diese Partnerschaft eingegangen zu sein. Er sagte gleich zu Beginn, er wolle keine Kinder.

….

Und mir fällt einfach nichts mehr ein zu mir, meinen Wünschen, meinem Leben oder sonst irgendwas, was den gesamten Pfusch, den ich „mein Leben“ nenne, irgendwie rechtfertigt.

Wahrscheinlich nutzt alles rechtfertigen eh nichts. Das ist nur „Hirnfickerei“ und ändert nichts am Gefühl.

Was bleibt, ist ein schwarzes Loch, in dem ich mich im Moment befinde.

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Gestern war ein Tag zum Abgewöhnen.

Zum einen hat mich die Trauerfeier meines Kollegen etwas mitgenommen. Gut, der Kollege war bereits pensioniert und eigentlich hatte ich nicht wirklich viel mit ihm zu tun – doch bei unserem letzte Aufeinandertreffen im Dezember hatten wir ein schönes Gespräch und ich kann wirklich aus vollem Herzen sagen, dass er ein sehr angenehmer Mensch war. Freundlich, humorig, irgendwie eine angenehme Ruhe verbreitend – wirklich das, was man einen „feinen Menschen“ bezeichnet. Deswegen hatte ich auch meinem Gefühl gefolgt und bin zu der Trauerfeier. Auch ohne schwarz von unten bis oben und trotz dass ich ne Besprechung verschieben mußte. Es war mir wichtig.

.. und es hat mich tief berührt.

Die Pfarrerin hat eine sehr feinfühlige und persönliche Predigt über sein Leben gehalten – ich sah richtig die Bilder vor mir.

.. naja. Und sowas tickt ja auch immer die eigene Trauer in einem an.

Papas Tod .. der war nicht ganz so plötzlich, wie bei dem Kollegen, der zum Tennis ging und dort einen Herzinfarkt erlitt, doch auch ein Schlag. Was ein Schlag für die Angehörigen – so ohne Vorankündigung. Sie haben mein tiefstes Mitgefühl. Und ist Mitgefühl nicht oft auch etwas, was an den eigenen Wunden rüttelt?

Ich erinnere mich, dass damals, als wir Anfang zwanzig waren, die Mutter eines Kumpels gestorben war. Aus heutiger Sicht schäme ich mich für das mangelnde Einfühlungsvermögen für einen solch herben Verlust. Natürlich fand ich das damals schon alles ziemlich „heftig, traurig und tragisch“ – doch die gefühlsmäßige Tragweite konnte ich wohl erst erfassen, als ich meinen eigenen Papa verlor.

Somit war ich gestern schon irgendwie angeschlagen.

… nicht nur, dass auch sonst irgendwie „nichts richtig lief“. Mein seit Tagen unauffindbares Spanischbuch fehlte im Spanischunterricht und nervte mich … der Schuster wies meine Schuhe, bei denen die Perlen abgegangen waren, zurück. Sowas könne er nicht machen – und wenn, würde es Monate brauchen und bestimmt 50 Euro kosten. Der hat wohl n Rad ab. 50 Euro für zwei Perlen dran nähen? Und ich brauch es auch nicht in Monaten (auch wenn es Sommerschuhe sind) – diese Schuhe sollen nächsten Samstag mit nach Indien, klar?!

Und dass ich seit Tagen versuche, meine Ärztin wegen den Impfungen zu erreichen und es nie klappt, nervte mich auch. Und wann rief sie mich an? Mitten im Spanischunterricht! Suuuper! *grrr*

Alles in allem war ich also ziemlich genervt, als ich abends in meine Chaoswohnung kam .. und verbessert hat dieses Umfeld meine Laune auch nicht. Zudem war ich so stinkemüde, dass ich vor Mitternacht im Bett war (eher eine Seltenheit!). Dass Schnüggel grad noch kurz vor Mitternacht anrief (normal gar kein Thema) haute dann auch in die Kerbe. Und zu allem Übel fand er am anderen Ende auch nur eine frustige, übelgelaunte und sich überfordert fühlende Barbarella vor.

Kaum ne Chance, mich auf zu muntern. Naja- aber letztlich hat es doch gut getan, seine Stimme zu hören.

Er ist einfach echt ein Lieber *HerzcheninAugenbekomm*

Doch heute .. also man kann echt sagen: Neuer Tag, neues Glück!

Gleich kurz vor acht rief meine Ärztin an und informierte mich wegen der Impfungen – ich war dann noch vor dem Büro dort, um mir das Blut abnehmen zu lassen, damit wir meinen Tetanusschutz und Polioshutz und noch irgendwas überprüfen können. Das Mittel für Hepatitis A ist bestellt und bekomme ich heute Abend dann.
=> läuft! 🙂

Während dem Telefonat fällt mein Blick auf mein Spanischbuch! 😮
.. nicht, dass ich diesen Stapel nicht schon dreimal hin- und her gebeugt hab und das Buch nicht gesehen hab … aber egal: Hauptsache, das Buch ist da!
=> Yeah! 🙂

Da ich ja eh zu spät ins Büro komme, beschließe ich, meinen Mantel zum Schneider zu bringen – und frage den dann auch wegen den Schuhen, die ich mit habe, um sie zu einem anderen (weniger zickigen!) Schuster zu bringen.. Mein Schneider meint: „Der Schuster war bloß zu faul! Kein Problem .. das mach ich ihnen bis nächsten Mittwoch!“
Mittwoch liegt vor meinem Abflug => läuft 🙂

Und zudem hat mir meine Freundin geantwortet.
Ich hatte am Wochenende Märchen erzählt – und am Rande mitbekommen, dass ein Pony, welches von einer Frau auf dem Hof untergestellt wurde, weil die es nicht mehr wollte und es sonst zum Schlachter kommen sollte, sich nicht in die Gruppe einfügt hatte und somit nicht auf dem Hof bleiben durfte. Somit stand ihm wieder das Schicksal „Schlachter“ bevor. Und das Pony ist sooo goldig! Also hab ich ner Freundin geschrieben, die eine Pferdepension hat und schon öfter solche „Notfälle“ hatte… Gut, es fehlen noch einige Infos und ich hab nochmal mit der Frau vom Vorstand gesprochen, damit die mir weitere Infos gibt .. doch zumindest bin ich tätig geworden. Und ich hoffe, dass wir das Pony retten können.
Ehrlich gesagt, war ich sogar schon verrückt genug, mich in der Umgebung nach „Gnadenhöfen“ umzuschauen… mit dem Gedanken, dass ich das Tier selbst irgendwo unterstelle, falls alle Stricke reißen.

Also alles in allem lichtet sich alles wieder … es ist eben kein Tag wie der andere 😉

Und ehrlich gesagt:

Ich hab langsam das Gefühl, wieder aktiv zu sein und ein bißchen was gestemmt zu bekommen und fühl mich nicht mehr ganz so „unfähig und phlegmatisch“, wie so oft in letzter Zeit.

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