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Eigentlich wollten wir am Sonntag nur zum Kaffee trinken zu Mama .. und mal so schauen, wie sie daheim zurecht kommt. Meine Schwester ist ja am Freitag früh heim gefahren und somit war Mama seit Freitag Nachmittag (wo sie aus der Tagespflege kam) allein gewesen. Bei meiner Schwester gingen bereits zwei nächtliche Anrufe ein und auch der Notruf wurde wohl bereits betätigt, doch bei mir war bis Sonntag kein Lebenszeichen von Mama eingegangen. Und ich hatte mich absichtlich nicht gemeldet, um zu sehen, wie sie es so angeht. Doch Sonntag Mittag riefen wir dann an, um uns für den Kaffee anzumelden. Mama hörte sich etwas seltsam an, aber das hing ich jetzt mal nicht so hoch – außerdem wären wir ja in Kürze bei ihr.

Mama erzählte uns dann, dass es ihr nicht so gut ginge, dass ihr Tabletten nicht gebracht worden wären und vor allem, dass ihr beim Trinken das Wasser wieder aus der Nase käme. Außerdem sprach sie auch ganz komisch, wie wenn sie eine Kartoffel im Mund hätte. Doch sie meinte, dass die Prothese nicht verrutscht wäre und auch sonst keine Schmerzen im Mund seien. Sie halt nur Probleme beim Sprechen hätte..

Mit dieser Aussage „Wasser aus der Nase“ konnte ich mal gar nichts anfangen, doch das hatte mir meine Schwester schon am Telefon erzählt gehabt, dass Mama das bei den nächtlichen Anrufen erzählt hätte, und ich fragte irritiert, ob sie im Liegen getrunken hätte oder wie denn das gehen solle.. Doch das bekam ich dann kurz darauf live vorgeführt, als Mama am Kaffeetisch der Kaffee tatsächlich aus der Nase lief. Im Sitzen.

Also DAS war dann echt nimmer normal! Und dann das Sprechen..

Ich forderte Mama auf, mir ihre Zunge zu zeigen … und fand, die sah sehr komisch aus. Irgendwie wie ein Bollen, so geschwollen!

Ich sagte, dass mir jetzt alles wurscht sei – wir würden jetzt sofort in die Notaufnahme gehen! Mama protestierte, dass doch die vom Notruf gesagt hätten, das sei nicht nötig und überhaupt, aber ich meinte nur, wir gingen jetzt. Fertig.

In dem Moment kam die Pflegerin mit den Tabletten und ich fragte, ob ihr was aufgefallen sei – doch sie meinte, es wäre jemand anders die letzten Male gekommen und sie zum ersten Mal. Sie machte dann eine Notiz ins Buch und ich packte die Tabletten ein, denn die sollten erst nach dem Essen genommen werden – und eigentlich ging ich davon aus, dass Mama irgendeine Antihistaminspritze oder sowas bekommen wird und wir dann wieder heim kommen würden.

Im Krankenhaus wurden wir erst mal an die Notfallpraxis verwiesen. Dort zettelte ich ein wütendes Wortgefecht mit einem anderen Patienten an .. weil der einfach einen hochgradigen Blödsinn zu einem Reizthema von mir erzählte. Doch ich hab tatsächlich etwas SEHR überzogen reagiert. Hab wohl wirklich dünne Nerven derzeit. Dann gingen Mama und ich nach der Anmeldung ins Wartezimmer und Schnüggel (der den Wagen geparkt hatte und meinen Ausraster somit nicht mitbekommen) kam auch. Mir war das inzwischen etwas peinlich – und der andere Patient traute sich wohl nicht ins Wartezimmer zu der Furie (aber vielleicht hatte er auch nichts mehr zu warten) und so erzählte ich Schnüggel, dass ich nen kleinen Ausraster hatte, weil einer über dieses  Reizthema Quatsch erzählt hatte – Schnüggel lachte und meinte, das wäre ja mal ein ganz schlechter Zeitpunkt von dem Typen gewesen, dieses Thema anzusprechen und jetzt wüßte er auch, warum der Typ draußen so verschüchtert geguckt hat..

Erinnert mich irgendwie dran, wo so ein Typ auf dem IKEA-Parkplatz in das Auto vom Ex-Süßen reingerauscht ist (na gut, der Ex-Süße ist auch wirklich ein bißchen bescheuert gefahren – der war nicht so der Autofahrer vor dem Herrn) – und ich auch aus dem Auto raus gesprungen bin wie ne Furie und den rund gemacht hab. Der (und der Ex-Süße) waren total geschockt und am Ende hat er dem Ex-Süßen sogar noch 10 DM gegeben und gemeint, er solle mit mir nen Kaffee trinken gehen, damit ich mich wieder beruhige.
… naja .. soweit ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit.

Den Typen hab ich auf jeden Fall nimmer im Flur gesehen, als wir ins Sprechzimmer des Arztes gerufen wurden. Dieser untersuchte Mama, konnte aber nichts wirklich als Ursache finden. Und die Zunge sei auch nicht geschwollen, meinte er. Nichts desto trotz fand er den Fall komisch. So nahm er Mama Blut ab, um zu schauen, ob sich da was zeigte. Ich ging dann mit Mama derweil in die Cafeteria, denn wir hatten ne Dreiviertelstunde zu warten. Schnüggel fuhr zu Mama heim, weil er meinte, dass die Kaffeemaschine wohl noch an sei. War sie dann übrigens nicht .. aber egal.

Die Auswertung des Blutes brachte keine Erkenntnisse – und der Arzt meinte, er würde Mama nun zur Inneren schicken.

Also saßen wir bald im nächsten Wartezimmer. Und dann im nächsten Sprechzimmer. Und dann kam eine Internistin, die Mama viel fragte und auch keine Ursache fand. Und meinte, sie würde nun einen Neurologen hinzuziehen. Der kam dann kurz darauf und machte einige Tests mit Mama, die sie mehr oder weniger gut machte und als Abschluss nickte der Neurologe dann zu der Internistin:„Das ist ein Fall für die Neurologie.“

Ich fand das irgendwie beruhigend, dass nun jemand was gefunden hatte. Inzwischen hatte ich mir das Ganze auch so erklärt, dass die Zunge wohl wirklich nicht geschwollen war, sondern eher so ne Art Lähmung hatte. Deswegen auch das Problem mit dem Schlucken. Und auch Mamas Augenlider hingen irgendwie tiefer als sonst. Das fragte der Arzt auch, ob das ungewöhnlich sei – und ich konnte ihm dann mit einem Bild von Mama auf dem Handy zeigen, dass sie normal nicht so hängende Augen hatte.

Der Arzt meinte dann, Mama würde im Krankenhaus bleiben, da man das näher untersuchen müsse.

Damit hatte ich ja nun nicht so richtig gerechnet, als wir von daheim gegangen waren, somit hatte ich natürlich nichts gepackt gehabt.. Aber inzwischen war ich schon irgendwie erleichtert, denn so ein wohliges Gefühl hätte ich nicht gehabt, wenn Mama in diesem Zustand allein daheim geblieben wäre. Und vor allem Mama war froh! Sie heulte vor Erleichterung, dass ihr nun geholfen würde. Und ich glaub, sie fühlt sich wirklich überfordert daheim. Das konnte ich mir ihr dann auch besprechen, da sie wirklich einen sehr ruhigen und klaren Moment hatte, da im Sprechzimmer, als wir auf den nächsten Schritt warteten. Es wurde noch einiges gemessen und gemacht und als der Arzt nochmal kam, fragte ich, was Mama denn nun hätte. Er meinte, es sei wohl kein Schlaganfall – doch er würde sich noch etwas bedeckt halten wollen mit der möglichen Diagnose und morgen einen Kollegen hinzuziehen und noch einige Tests machen wollen, bevor er etwas sagen wolle. Er vermute eine altersbedingte Krankheit, welche besonders Frauen betreffen würde. Doch vermutlich kein Tumor. So richtig klug wurde ich nicht daraus, doch ich hatte ein gutes Gefühl bei dem Arzt, der auf mich einen sehr beruhigenden Eindruck machte. Und vor allem: Mama war versorgt und es wurde nach ihr geschaut. Und eine Tablette, die sie seit kurzem bekommt, setzte der Doktor sofort ab. Er meinte, wenn sich sein Verdacht bestätigen würde, wäre diese Tablette krankheitsfördernd.

Auf jeden Fall kam Mama dann in den Aufnahmebereich und Schnüggel und ich gingen zu ihr, um ihre Sachen zu holen. Inzwischen hab ich traurigerweise eine gewisse Routine beim Packen von Mamas Sachen! Zudem rief mich meine Schwester an, um mich zu unterstützen, denn sie hatte gerade erst mit Mama den Schrank neu eingeräumt (da Mama ein sehr seltsames System hat, ihre Klamotten zueinander einzuordnen – nicht so Hosen, Hosen, Hosen, Pullis, Pullis, Pullis, T-Shirts, T-Shirts, T-Shirt sondern so diese Hose zu diesem T-Shirt und jener Pulli zu dieser Hose und dann wieder zwei T-Shirts, die auch zu dieser Hose passen .. also es macht einen wahnsinnig, wenn man da zB ne Leggings sucht und dann in Stapeln von T-Shirts schauen muß, wo die Leggings ist, weil die zu DIESEN T-SHirts gehört…)

Gegen elf waren dann die Sachen bei Mama, ich hatte alle möglichen Nachrichten geschrieben und hinterlassen, damit Medikamentengabe und andere Stellen von Mamas erneutem Klinikaufenthalt informiert waren –  und wir waren endlich auf dem Heimweg.

Schon der dritte Krankenhausaufenthalt von Mama dieses Jahr. Wird langsam zur Gewohnheit..

Aber gut .. aller guten Dinge sind drei. Vielleicht finden sie was, dass Mama stabilisiert oder vielleicht die Ursache für ihre Unsicherheit ist … und es ist behandelbar. Und es liegt gar nicht alles an Demenz oder Depression, was ihr gerade das Leben auf der seelischen und Gefühlsebene so schwer macht. Oder wenn es daran liegt: Vielleicht gibt es trotzdem einfach was, was ihr hilft.

.. wir alle hoffen es!

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Mama erzählt immer noch wirre Geschichten. Meistens ist sie den ganzen Tag am Umziehen. Und gestern war sie noch am Kochen. Und die Mädels sind freundlich. Doch Umziehen, Umziehen, Umziehen ist immer wieder das Thema Nummer Eins! Und die Sorge, dass sie drei Wohnungen hat. Oder in einer der Wohnungen, in der sie vor Jahren gelebt hat, eingesperrt ist.

Nur mal nebenher gesagt: Sie ist im Krankenhaus und darf das Bein mit dem gebrochenen Oberschenkelhals nicht belasten – also sich nur im Rollstuhl vorwärts bewegen… !

Das Telefonieren mit ihr hat eigentlich null Informationswert mehr, was wirklich los ist – es ist nur noch ein interessiertes Zuhören und Reagieren möglich. Gestern wollte sie mir sogar mich selbst mal ans Telefon holen… „Warte, ich geb Dir mal Barbarella .. ach nein, die ist ja gerade gar nicht da..“ Ich hab drauf verzichtet, ihr zu erklären, dass sie gerade mit mir telefoniert und mich deswegen schwerlich bei sich ans Telefon holen kann – und ich nicht mit mir selbst sprechen kann – und auch gar nicht will! Egal.

Neben Fettlogiken scheint es bei den Leuten auch jede Menge Demenzlogiken zu geben..

Ich höre oft, dass das „normal bei alten Leuten nach der Narkose“ ist und sich „wieder gibt“.

Nun, das hab ich zu Beginn noch geglaubt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Inzwischen ist Mamas Operation jedoch 11 Tage her – und direkt nach der Operation kam sie mir wesentlich weniger daneben vor, als jetzt. Inzwischen ist bei einer Frage mit gar keiner sinnvollen Antwort mehr zu rechnen – am Samstag (also vor 7 Tagen) war zumindest nur ein bißchen daneben und man konnte sich noch mit ihr unterhalten und sie hat noch teilweise sinnvoll reagiert. Doch am Sonntag war davon nahezu nichts mehr vorhanden.

Heute meinte eine Kollegin, da gäbe es doch jetzt neuerdings so „Übungen“ für die Rückbildung von Demenz.

Das ist ja ganz bezaubernd, wenn die Leute einen so versuchen zu trösten … doch … Übungen?!

Von Medikamenten wurde mir auch schon erzählt. Doch mir konnte das noch kein Arzt wirklich bestätigen.

… und ich verliere langsam ein wenig die Hoffnung, ehrlich gesagt.

 

Ich halte mein Gewicht immer noch unter 90 kg .. das freut mich sehr!

Ja, gut – ich hab ein bißchen mehr, als direkt nach dem Fasten, doch ich bin durch die Fastenwoche auf unter 90 kg gekommen und das hab ich ja im letzten dreiviertel Jahr nicht geschafft – also war so gesehen das Fasten für mich durchaus ein Erfolg!

Meine Kurve gefällt mir 🙂

Ich finde, es ist eine gute Basis, von der ich nun weiterarbeiten kann.

.. doch ehrlich gesagt ist das weiterarbeiten im Moment etwas schwer. Den Dreh, Sport zu machen, hab ich gerade gar nicht. Und ich hab letzten Freitag meinen Schrittzähler endgültig verloren 😦

Ich komme auch morgens immer schwieriger aus dem Bett. Mich belastet die berufliche Situation und die Situation mit Mama, die nicht absehbar ist. Auch seh ich seit dem gestrigen Gespräch mit Mamas Krankenkasse zusätzlich noch eine finanzielles Fiasko auf uns alle zukommen – sollte Mama tatsächlich nicht mehr den Sprung nach Hause schaffen und im Pflegeheim bleiben müssen, haben wir sowohl von den Finanzen her eine im Moment nicht überblickbare Situation wie auch .. tja .. also ich fürchte, dass Mamas Psyche dann leider komplett in den Keller geht, wenn der Heimaufenthalt mehr wird, als ein „Urlaub“, wie sie es im Moment noch sieht.. An Urlaub für mich ist im Moment nicht zu denken (dabei hätte ich es wirklich nötig) – ich bekomme Panik, was alles zu tun ist, doch hab das Gefühl, hier nicht gehen zu können. Ich kann ja schlecht in den Urlaub, wenn nicht klar ist, wie es mit Mama weitergeht. Und im Büro ist irgendwie … seufz .. naja, ich Panik wird nicht weniger. Egal, wie „viel“ ich schaffe – es drückt trotzdem noch dauernd Weiteres nach. Ich hab das Gefühl, nichts vom Tisch zu bekommen – nur, dass das, was zu tun ist dauernd wieder in neuen Facetten auftaucht. Sehr, sehr frustrierend – echt! Wenn es wenigstens immer as Neues wäre, hätte ich eher das Gefühl, was zu schaffen – aber so?! Das gibt mir das totale Versagergefühl. 😦

Wenigstens das Gewicht macht mir Freude. Nie wieder die Neun vorne – das ist das Ziel!

… dafür sollte ich mich allerdings lieber in Fleischverzicht üben – heute gab es zum Frühstück jede Menge Gummibärchenfleisch … nicht sooo figurförderlich *schluck*

Bei mir hatte die Morgenstund heute früh definitiv kein Gold um Mund – eher Blei im Arsch. Doch das trifft es nicht so ganz, der Blei war mehr in der Seele.

Das Wochenende über war ich mit Aufräumen beschäftigt und auch beim Besuch von der Kollegin mit Neugeborenem mit meiner Kollegin (und natürlich Schnüggel) war zwar das berufliche Thema da (klar, die Kollegin daheim wurde informiert, dass mein Chef geht. Ihre erste Reaktion war die gleiche, wie bei jedem von uns, ein entsetzt gehauchtes „Scheiße!“), doch trotzdem irgendwie eher „mit Abstand“.

Morgens, im Bett, wenn ich den Arbeitstag starten soll, da ist es ganz anders präsent.

Und vom Gefühl her fühle mich an schlimmere Zeiten erinnert – da, wo jedes Aufstehen ein Kampf war. Jeden Morgen war es schon eine immense Anstrengung, überhaupt aus dem Bett zu kommen und zur Arbeit zu gehen. Öfters als einmal hab ich es schlicht nicht geschafft.

Ganz so extrem ist die Hürde nun heute nicht gewesen, ich habe allerdings definitiv ein Gefühl von „Blei in der Seele“, das mich runterzieht und ich weiß nicht, wie das alles weitergehen soll..

Soll ich die Stelle wechseln?
.. aber wohin? Was will ich überhaupt? Also wirklich!

Soll ich mich als Nachfolgerin für meinen Chef bewerben?
.. aber traue ich mir das zu? Und die Kollegen? Trauen die mir das zu? Eigentlich sollte ich es mir zutrauen. Doch … *schluck*
Doch mal ehrlich: Wieso sollte irgendjemand, der neu (!!) daherkommt besser sein, als ich?! Der muß doch auch erst mal alles neu lernen hier!

… und eigentlich hab ich null Bock mich mit dem Ganzen zu beschäftigen.

Ich will, dass es so bleibt, wie es ist.

Es war nicht super – doch irgendwie gewohnt und halbwegs war ich arrangiert mit der Gesamtsituation. Es war alles schon VIEL schlimmer hier für mich.. Siehe oben, als ich morgens teilweise gar nicht aus dem Bett kam.

Und trotzdem fühlt sich alles gerade so komisch an. Ich hab das Gefühl, den Umbruch nutzen zu müssen .. weiß aber nicht wirklich, wie und ob ich das wirklich will und hab zu viel Ängste und Blockaden. Und Angst, dass ich dann jemand vor die Nase gesetzt bekomme und wie es dann ist mit dem.

Ich hab mich ja schon auf andere Stellen mit Führung beworben .. doch irgendwie war ich auch immer ganz froh, wenn ich ne Absage bekommen hab. So tief drin. Ganz tief drin.

Was ist bloß kaputt in mir, dass ich mir so was Gehobenes nicht zutraue?

Bei jeder Müllsammelaktion oder sonstigen Sache, die eine „niederwertige Tätigkeit“ ist, bin ich sofort dabei und mir nicht zu schade..

Das finde ich an sich eine gute Eigenschaft. Nur, dass ich mich nicht auch „zu Höherem berufen“ fühle, sehe ich langsam als Problem.

Eigentlich spiegelt sich das auch in der Theaterrolle wieder, die ich ja dann doch nicht mit der neuen Mitspielerin getauscht hab. Ich mochte meine  kleine Rolle von Anfang an nicht. Bin nun enttäuscht, wie klein sie doch tatsächlich ist (weil drei meiner gefühlt zwanzig Sätze auch noch von hinter der Bühne hervorgerufen werden!) und neidisch, wenn die Theaterkollegin ihre große Rolle spielt. Und trotzdem hab ich mich nicht getraut zu sagen, dass ich die große Rolle möchte. Dass ich einen Anspruch auf diese  große Rolle habe, weil ich so lang dabei bin und es auch KANN! Und WILL! Hab mich nicht getraut, meinen Platz einzunehmen. Hatte „gute Gründe“ wie, dass ich noch bei der Kinderbetreuung mitmachen möchte in den Herbstferien und dass wir von der Altersverteilung her doch so rum viel besser passen…

Doch irgendwie ist steckt wohl sowas wie Versagensangst dahinter … und das Gefühl, nicht zu viele Blicke auf sich ziehen zu dürfen. Oder sowas ähnliches.

Ein komisches Selbstbild.

.. und irgendwo im Hintergrund steigt das Bild meiner Mutter auf, die auch immer einen auf Opferrolle machte. Selbst, wenn sie was angriff, hab ich (zumindest aus heutiger Sicht) immer einen Schleier von „Aufopferung“ bei ihr dabei..

Hmm ..

Kein Wunder hab ich morgens Blei in der Seele und am Tag „Aggressionshemmungen“ (wie meine Therapeutin so schön sagt).. Irgendwie ergibt es Sinn … auf eine für mich noch nicht richtig greifbare Art, die jedoch wie eine Ahnung im Raum schwebt.

Oktober 2017
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