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Mama erzählt immer noch wirre Geschichten. Meistens ist sie den ganzen Tag am Umziehen. Und gestern war sie noch am Kochen. Und die Mädels sind freundlich. Doch Umziehen, Umziehen, Umziehen ist immer wieder das Thema Nummer Eins! Und die Sorge, dass sie drei Wohnungen hat. Oder in einer der Wohnungen, in der sie vor Jahren gelebt hat, eingesperrt ist.

Nur mal nebenher gesagt: Sie ist im Krankenhaus und darf das Bein mit dem gebrochenen Oberschenkelhals nicht belasten – also sich nur im Rollstuhl vorwärts bewegen… !

Das Telefonieren mit ihr hat eigentlich null Informationswert mehr, was wirklich los ist – es ist nur noch ein interessiertes Zuhören und Reagieren möglich. Gestern wollte sie mir sogar mich selbst mal ans Telefon holen… „Warte, ich geb Dir mal Barbarella .. ach nein, die ist ja gerade gar nicht da..“ Ich hab drauf verzichtet, ihr zu erklären, dass sie gerade mit mir telefoniert und mich deswegen schwerlich bei sich ans Telefon holen kann – und ich nicht mit mir selbst sprechen kann – und auch gar nicht will! Egal.

Neben Fettlogiken scheint es bei den Leuten auch jede Menge Demenzlogiken zu geben..

Ich höre oft, dass das „normal bei alten Leuten nach der Narkose“ ist und sich „wieder gibt“.

Nun, das hab ich zu Beginn noch geglaubt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Inzwischen ist Mamas Operation jedoch 11 Tage her – und direkt nach der Operation kam sie mir wesentlich weniger daneben vor, als jetzt. Inzwischen ist bei einer Frage mit gar keiner sinnvollen Antwort mehr zu rechnen – am Samstag (also vor 7 Tagen) war zumindest nur ein bißchen daneben und man konnte sich noch mit ihr unterhalten und sie hat noch teilweise sinnvoll reagiert. Doch am Sonntag war davon nahezu nichts mehr vorhanden.

Heute meinte eine Kollegin, da gäbe es doch jetzt neuerdings so „Übungen“ für die Rückbildung von Demenz.

Das ist ja ganz bezaubernd, wenn die Leute einen so versuchen zu trösten … doch … Übungen?!

Von Medikamenten wurde mir auch schon erzählt. Doch mir konnte das noch kein Arzt wirklich bestätigen.

… und ich verliere langsam ein wenig die Hoffnung, ehrlich gesagt.

 

Ich halte mein Gewicht immer noch unter 90 kg .. das freut mich sehr!

Ja, gut – ich hab ein bißchen mehr, als direkt nach dem Fasten, doch ich bin durch die Fastenwoche auf unter 90 kg gekommen und das hab ich ja im letzten dreiviertel Jahr nicht geschafft – also war so gesehen das Fasten für mich durchaus ein Erfolg!

Meine Kurve gefällt mir 🙂

Ich finde, es ist eine gute Basis, von der ich nun weiterarbeiten kann.

.. doch ehrlich gesagt ist das weiterarbeiten im Moment etwas schwer. Den Dreh, Sport zu machen, hab ich gerade gar nicht. Und ich hab letzten Freitag meinen Schrittzähler endgültig verloren 😦

Ich komme auch morgens immer schwieriger aus dem Bett. Mich belastet die berufliche Situation und die Situation mit Mama, die nicht absehbar ist. Auch seh ich seit dem gestrigen Gespräch mit Mamas Krankenkasse zusätzlich noch eine finanzielles Fiasko auf uns alle zukommen – sollte Mama tatsächlich nicht mehr den Sprung nach Hause schaffen und im Pflegeheim bleiben müssen, haben wir sowohl von den Finanzen her eine im Moment nicht überblickbare Situation wie auch .. tja .. also ich fürchte, dass Mamas Psyche dann leider komplett in den Keller geht, wenn der Heimaufenthalt mehr wird, als ein „Urlaub“, wie sie es im Moment noch sieht.. An Urlaub für mich ist im Moment nicht zu denken (dabei hätte ich es wirklich nötig) – ich bekomme Panik, was alles zu tun ist, doch hab das Gefühl, hier nicht gehen zu können. Ich kann ja schlecht in den Urlaub, wenn nicht klar ist, wie es mit Mama weitergeht. Und im Büro ist irgendwie … seufz .. naja, ich Panik wird nicht weniger. Egal, wie „viel“ ich schaffe – es drückt trotzdem noch dauernd Weiteres nach. Ich hab das Gefühl, nichts vom Tisch zu bekommen – nur, dass das, was zu tun ist dauernd wieder in neuen Facetten auftaucht. Sehr, sehr frustrierend – echt! Wenn es wenigstens immer as Neues wäre, hätte ich eher das Gefühl, was zu schaffen – aber so?! Das gibt mir das totale Versagergefühl. 😦

Wenigstens das Gewicht macht mir Freude. Nie wieder die Neun vorne – das ist das Ziel!

… dafür sollte ich mich allerdings lieber in Fleischverzicht üben – heute gab es zum Frühstück jede Menge Gummibärchenfleisch … nicht sooo figurförderlich *schluck*

Bei mir hatte die Morgenstund heute früh definitiv kein Gold um Mund – eher Blei im Arsch. Doch das trifft es nicht so ganz, der Blei war mehr in der Seele.

Das Wochenende über war ich mit Aufräumen beschäftigt und auch beim Besuch von der Kollegin mit Neugeborenem mit meiner Kollegin (und natürlich Schnüggel) war zwar das berufliche Thema da (klar, die Kollegin daheim wurde informiert, dass mein Chef geht. Ihre erste Reaktion war die gleiche, wie bei jedem von uns, ein entsetzt gehauchtes „Scheiße!“), doch trotzdem irgendwie eher „mit Abstand“.

Morgens, im Bett, wenn ich den Arbeitstag starten soll, da ist es ganz anders präsent.

Und vom Gefühl her fühle mich an schlimmere Zeiten erinnert – da, wo jedes Aufstehen ein Kampf war. Jeden Morgen war es schon eine immense Anstrengung, überhaupt aus dem Bett zu kommen und zur Arbeit zu gehen. Öfters als einmal hab ich es schlicht nicht geschafft.

Ganz so extrem ist die Hürde nun heute nicht gewesen, ich habe allerdings definitiv ein Gefühl von „Blei in der Seele“, das mich runterzieht und ich weiß nicht, wie das alles weitergehen soll..

Soll ich die Stelle wechseln?
.. aber wohin? Was will ich überhaupt? Also wirklich!

Soll ich mich als Nachfolgerin für meinen Chef bewerben?
.. aber traue ich mir das zu? Und die Kollegen? Trauen die mir das zu? Eigentlich sollte ich es mir zutrauen. Doch … *schluck*
Doch mal ehrlich: Wieso sollte irgendjemand, der neu (!!) daherkommt besser sein, als ich?! Der muß doch auch erst mal alles neu lernen hier!

… und eigentlich hab ich null Bock mich mit dem Ganzen zu beschäftigen.

Ich will, dass es so bleibt, wie es ist.

Es war nicht super – doch irgendwie gewohnt und halbwegs war ich arrangiert mit der Gesamtsituation. Es war alles schon VIEL schlimmer hier für mich.. Siehe oben, als ich morgens teilweise gar nicht aus dem Bett kam.

Und trotzdem fühlt sich alles gerade so komisch an. Ich hab das Gefühl, den Umbruch nutzen zu müssen .. weiß aber nicht wirklich, wie und ob ich das wirklich will und hab zu viel Ängste und Blockaden. Und Angst, dass ich dann jemand vor die Nase gesetzt bekomme und wie es dann ist mit dem.

Ich hab mich ja schon auf andere Stellen mit Führung beworben .. doch irgendwie war ich auch immer ganz froh, wenn ich ne Absage bekommen hab. So tief drin. Ganz tief drin.

Was ist bloß kaputt in mir, dass ich mir so was Gehobenes nicht zutraue?

Bei jeder Müllsammelaktion oder sonstigen Sache, die eine „niederwertige Tätigkeit“ ist, bin ich sofort dabei und mir nicht zu schade..

Das finde ich an sich eine gute Eigenschaft. Nur, dass ich mich nicht auch „zu Höherem berufen“ fühle, sehe ich langsam als Problem.

Eigentlich spiegelt sich das auch in der Theaterrolle wieder, die ich ja dann doch nicht mit der neuen Mitspielerin getauscht hab. Ich mochte meine  kleine Rolle von Anfang an nicht. Bin nun enttäuscht, wie klein sie doch tatsächlich ist (weil drei meiner gefühlt zwanzig Sätze auch noch von hinter der Bühne hervorgerufen werden!) und neidisch, wenn die Theaterkollegin ihre große Rolle spielt. Und trotzdem hab ich mich nicht getraut zu sagen, dass ich die große Rolle möchte. Dass ich einen Anspruch auf diese  große Rolle habe, weil ich so lang dabei bin und es auch KANN! Und WILL! Hab mich nicht getraut, meinen Platz einzunehmen. Hatte „gute Gründe“ wie, dass ich noch bei der Kinderbetreuung mitmachen möchte in den Herbstferien und dass wir von der Altersverteilung her doch so rum viel besser passen…

Doch irgendwie ist steckt wohl sowas wie Versagensangst dahinter … und das Gefühl, nicht zu viele Blicke auf sich ziehen zu dürfen. Oder sowas ähnliches.

Ein komisches Selbstbild.

.. und irgendwo im Hintergrund steigt das Bild meiner Mutter auf, die auch immer einen auf Opferrolle machte. Selbst, wenn sie was angriff, hab ich (zumindest aus heutiger Sicht) immer einen Schleier von „Aufopferung“ bei ihr dabei..

Hmm ..

Kein Wunder hab ich morgens Blei in der Seele und am Tag „Aggressionshemmungen“ (wie meine Therapeutin so schön sagt).. Irgendwie ergibt es Sinn … auf eine für mich noch nicht richtig greifbare Art, die jedoch wie eine Ahnung im Raum schwebt.

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