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Mein letzter Sonntag hier.

Und wieder freue ich mich auf Schnüggels Besuch. Und wieder regnet es, wie jeden Sonntag bisher. Ne, stimmt nicht: So viel, heftig und ausgiebig hat es bisher noch nie geregnet.. Heute ist der Regen absolut rekordverdächtig!

Vormittag gab es Frühstück (ziemlich verspätet, da ich phänomenal verschlafen hab) und Mittagessen – beides allein am Tisch und an meinem neuen Platz. Als Schnüggel kam, war ich grad noch am Duschen, weil ich den Vormittag leider ganz blöd vertrödelt hab. Vermutlich mit Bubble Witch oder so was. Irgendwie bin ich ziemlich träge und etwas melancholisch hier. Ist das der November? Ich weiss nicht..

Naja – Schnüggel und ich haben dann aus dem sicheren, trockenen Zimmer beobachtet, wie draussen die Welt vortäuschte, unterzugehen – sogar gehagelt hat es. Also raus gehen war jetzt echt nicht so verlockend..

Doch später liess der Regen nach und wir beschlossen, in ein Cafe zu gehen, welches mir der Herrn mit den fehlenden Koffern empfohlen hat. Das war zudem auch sehr nah. Also schon okay. Das Cafe war richtig bezaubernd! Okay, man könnte es auch als kitschig ansehen, aber ich fand es niedlich. Von den Kuchen, von denen mit mein Mitpatient so vorgeschwärmt hatte, hatte ich natürlich nichts, aber immerhin Schnüggel verhaftete einen leckeren Frankfurter Kranz. Für mich gab es wieder den obligatorischen Espresso.

Als wir aus dem Cafe kamen, gab es eine Premiere: Es regnete NICHT! Zum ersten Mal kommen wir hier aus deinem Cafe und es regnet nicht. Sonst hat es immer angefangen zu regnen.

Trotzdem war das Wetter nicht so verlockend und wir verzichteten auf einen weiteren Spaziergang, sondern gingen direkt heim. Meine Schuhe und Socken waren schon von den paar Metern komplett durchweicht.

Zurück in der Klinik gingen wir vor dem Abendessen noch ein bisschen in den Gemeinschaftsraum und kniffelten eine Runde. Machte echt Spass – auch wenn ich verlor.

Beim Abendessen war schon für Schnüggel gedeckt und auch meine neue Tischnachbarin lernten wir nun kennen. Eine Schweizerin. Und erst etwas zurückhaltend, doch ich glaub, dass schon allein Schnüggels Anwesenheit als Schweizer eine schöne Brücke war.

Was mich übrigens unheimlich erstaunte, war, dass Schnüggel ernsthaft davon sprach, mal auch so eine Kur machen zu wollen. Nächstes Jahr ne Woche mit mir zusammen.

Höööö?

Das hätte ich ja nie im Leben geglaubt.

Nach dem Abendessen ging es zurück ins Zimmer wir haben noch meine Haare gefärbt. Tja – und dann war der Tag auch schon wieder fast rum.Da ich Schnüggel die Tür aufschließen musste, damit er aus dem Haus kommt, war ich dann noch in der Lobby und kam auf die Idee, dass ich dann ja gleich mal Lindenstraße schauen könnte. Ist zwar etwas extrem unklar mit dem WLAN hier, aber anschaubar..

Ansonsten hab ich noch Modern Family angeschaut.. Bin ja wieder bei Staffel 1..

Das Farbergebnis der Haare war übrigens echt klasse. Bin sehr zufrieden.

Leider war ich so träge, dass ich erstmals keinen Post zum Tag geschrieben hab und ihn deswegen jetzt nachtrage. Aber na gut..

 

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Sonntag – und Schnüggels Besuch steht vor der Tür .. Juhu!

Wir hatten gestern telefonisch noch einiges an Plänen geschmiedet – und heute … regnete es! Möööh 😦

Aber gut, erst mal hatte ich ja ne andere Verabredung: Zum Frühstück mit meiner Tischnachbarin. Und das sollte dann vielleicht das letzte Essen zu zweit werden: Auf unseren Tisch wurden zwei neue Tischkärtchen gestellt, das heisst, dass heute neue Tischgesellschaft anreist. Überhaupt standen sehr viele neue Kärtchen da im Speisesaal – das wird wohl ne richtige Invasion heute! Und zwei sind auch abgereist. Also ich glaub, ich bin jetzt diejenige, die am längsten da ist!

Nach dem Frühstück war ich mit dem netten Herrn verabredet und schrieben die „Tagesmotivationssprüche“ für die restlichen Tage seines Aufenthaltes. Also nicht, dass das falsch rüberkommt: Die Sprüche sind von IHM, ich hab sie nur in den Computer getippt und ausgedruckt 😉

Vor dem Mittag hab ich mich stadtfein gemacht, mit der Theaterkollegin per WhatsApp einiges geklärt – und dann noch mit Mama telefoniert. Sie hat sich echt gefreut, von mir zu hören und erfreulicherweise nicht so immens viel gejammert, was ich sehr erfreulich fand. Doch ich glaub, ich werde ihr das Lammfell, was ich gekauft hab, zuschicken, wenn ich wirklich ne Verlängerung bekomme. Dann hat sie das früher. Sie hat echt Probleme am Rücken. Kein Wunder – sie hat echt kaum noch Gewicht..  Na und dann war es auch schon Mittagessenzeit. An vielen Tischen sassen Neuankömmlinge, doch wir waren noch immer zu zweit. Und ich freute mich nun auf Schnüggel, während sich meine Tischnachbarin für die Sauna startklar machte.

Auf meinem Zimmer schlief ich erst mal ein – ob dass das Essen war oder Schlafmangel (obwohl, hab ich das? Keine Ahnung..): Ich weiss es nicht, auf jeden Fall weckte mich das Telefon. ICh dachte, dass ist bestimmt Schnüggel, der irgendwo fragt, in welchem Zimmer ich bin oder sowas .. es war aber meine Schwester, die ich vorher per WhatsApp angeschrieben hatte – und das schon längst vergessen hatte. Noch während unserem Telefonat kam Schnüggel .. Juhuu!!

Freute mich über alles, was er mitgebracht hat, von der frisch gewaschenen Wäsche bis zu Magnesium. Und ein Tuch (naja, eigentlich ein Bettdeckenbezug, den er nimmer braucht) für meinen offenen Schrank hat er auch mitgebracht. Super! Schnüggel ist auch von meinem neuen Zimmer angetan und nachdem alles verstaut war, ging es los Richtung Ortszentrum. Schnüggel wollte nen Kaffee. Und erfreulicherweise hatte es aufgehört zu regnen.

Plaudernd schlenderten wir in den Ort und testeten ein anderes Cafe als letzte Woche- doch das Ergebnis war das Gleiche, wie letzte Woche: Als wir das Cafe verließen, regnete es! Neiiin! Dabei wollten wir doch durch den Kurpark schlendern und so..

Immerhin hatte ich dieses Mal einen Schirm mit und so zogen wir einfach los – ich wollte Schnüggel unbedingt ein paar Bäume zeigen, die mir bereits aufgefallen waren. Und zum Glück verzog sich der REgen dann recht schnell. Wir schlenderten kreuz und quer durch den Kurpark und waren überrascht, dass der so viel kleiner, als vermutet war und bewunderten die vielen fremdländischen Bäume, die es gab und die Schilder hatten.. Tja, und plötzlich waren wir schon am Aufstieg zur Burgruine! Wir waren dann irgendwann so weit oben, dass es bescheuert gewesen wäre NICHT ganz hoch zu steigen. Am Horizont begann die Sonne unter zu gehen und somit konnten wir auf der Burgruine dann den Sonnenuntergang sehen. Wunderschön!

ALso hatten wir einen echt schönen Tag erlebt.

Es ist wirklich angenehm, einfach irgendwas zu machen, ohne dauernd denken zu müssen „und DAS muss ich noch machen, und DIES muss ich heute auch unbedingt noch erledigen“.. wirklich sehr entspannend.

Es wird ja inzwischen echt sehr früh dunkel, somit waren wir grad so zur Abendessenzeit wieder zurück. Und Schnüggel bekam dieses Mal auch ne Suppe ab. Auch die beiden Plätze waren nun an unserem Tisch besetzt. Eine Mutter mit ihrem Sohn – wirken schon mal nett soweit. WIr hatten also ein schönes Abendessen – Schnüggel und meine Tischnachbarin rauchten noch eine und dann war es auch schon fast wieder Zeit für den Abschied.. Menno.

Ich stellte dann fest, dass ich kein Internet mehr im Zimmer hab – Was ist JETZT schon wieder los?! – und weil ich erst mal zu faul war, in die Lobby zu gehen, schlich ich erst gegen elf in die Lobby runter .. und jetzt ist auch schon wieder fast Mitternacht.

Wahnsinn, wie hier die Tage verfliegen.

Ehrlich, dieses „Tagebuchschreiben“ hier hilft mir echt, wahr zu nehmen, was überhaupt so ist. Und oft ist es schon schwer, auch nur am Tagesende zusammen zu bekommen, was am Tag so war. Immer wieder denke ich: „Hää? Hat das SO lang gebraucht?? .. muss wohl so sein..“ und dann fällt mir Absätze später erst ein, dass ich wieder was komplett vergessen hab. Eigentlich sollte ich jeden Tag aufschreiben, was war. Ich hab das Gefühl, sonst geht so viel unter und wird vergessen. Und ich hab ja eh immer das Gefühl, dass ich nichts mache.. Das hier wirkt entgegen. Ist vielleicht auch ein wichtiger Punkt meiner Kur. Teilsweise bin ich ja immer noch nicht so entspannt, wie ich sein sollte und hab dauernde „ich muss noch, ich sollte noch“ im Kopf. Besonders beim Umzug gestern sind ja viele mitgebrachte „to-dos“ wieder ans Tageslicht gekommen..

 

Sonntag. Keine Anwendungen. Nichts los in der Klinik.

Also wenn hier sonntags echt nichts los ist, frage ich mich, warum ich bis übernächsten Sonntag bleiben sollte .. ich werde morgen wohl mal anleiern, dass ich verkürze und schon Samstag heim fahren möchte. Letztlich zahle ich bloss unsinnig eine Nacht mehr hier und sitze die Zeit ab, die mir daheim dann fehlt, weil ich ja am Montag wieder zur Arbeit muss.

Auf jeden Fall ist es ja echt der Hammer:
Ich bin tatsächlich schon ne ganze Woche hier! Wow!
.. kommt mir gar nicht so vor.

Tja – aber da eine Woche um ist, hatten meine Tischmädels heute den letzten Tag. Dank umgestellter Uhr (Hurra!) schaffte ich es noch zum Frühstück. Also ich hab ja nur  Tee getrunken, doch ich wollte die Beiden einfach nochmal sehen, deswegen war es mir wichtig, zum „Frühtee“ in den Speisesaal zu gehen. Im Anschluss sass ich ein bisschen zum Surfen im Foyer, als bereits der erste Neuankömmling zur Tür rein kam. Eine Frau, die zwar soweit ganz nett wirkte, doch schon in der kurzen Zeit unserer Begegnung ausschliesslich jammerte und klagte. „Na, hoffentlich kommt die nicht an meinen Tisch..“, war mein erster Gedanke, „sonst können die Tischgespräche zukünftig ja heiter werden..“. Doch erstmal checkte ich dann gemeinsam mit dem Verwalter mein kaputtes Telefon, und -Yeah!-  jetzt geht es wieder! Dann zog ich einfach nochmal das volle Pflegeprogramm durch. Das braucht echt ne Weile, aber gut, ich hab auch keine besondere Eile gehabt, da ich wusste, dass Schnüggel eh nicht so früh herkommen wird..

Gegen dreiviertel zwölf wollte ich dann meine Basenbrühe holen und wieder an den Rechner im Foyer. Doch da ich nicht so drauf stehe, wenn mir da einer dauernd über die Schulter guckt und sich inzwischen ein weiteres neuangekommenes Pärchen auf der Couch hinter dem PC breit gemacht hatte, schlürfte ich meine Basenbrühe angenervt auf einem anderen Sofa und surfte dort ein bisschen rum. Als die beiden abhauten ging ich dann doch zum Rechner und druckte was fürs Theater aus. DIe nerven die ganze Zeit mit der Probenplanung rum, also mal schauen, ob ich da irgendwie unterstützen kann..

Und dann kam SCHNÜGGEL!! 😀

Freute mich wahnsinnig und führte ihn gleich mal durch Haus und Hof und natürlich auch mein Zimmer. Tja, und weil in der Klinik nicht so viel los war, spazierten wir dann los in den Ort. Ich wusste ja, dass die Läden offen hatten und hatte das Schnüggel auch schon gesagt. Also schlenderte ich in einen Klamottenladen, der gestern leider geschlossen hatte, doch vom Schaufenster her sehr ansprechend war. Und tatsächlich: Ich fand zwei echt hübsche Stücke, von denen ich eins auch gleich mitnahm. Das andere kostete leider über hundert Euro und obwohl das Teil wirklich sehr speziell war, war es mir schlicht zu viel Geld. Schnüggel fand das Teil zwar auch echt überragend, doch er drängte mich nicht zum Kauf.. Im Anschluss steuerten wir ein Cafe an, wo Schnüggel erst mal seinen Cappuccino und eine Sacher-Torte bekam und ich mir meinen Espresso gönnte und ein Wasser. Da es beim Verlassen des Cafes in Strömen regnete, huschten wir in einen anderen Klamottenladen, wo ich gestern schon hübsche Hosen ausgemacht hatte. Und ich hatte beim Packen besonders schmerzlich bemerkt, was mir schon die letzten Monate auffiel: Ich hab nahezu keine Hosen, die keine dünnen Stellen zwischen den Schenkeln haben, bzw. schon Löcher haben oder bereits geflickt sind. Genau zwei Stück, um genau zu sein.. Also verhaftete ich drei Hosen und zwei Oberteile. Ein sehr erfolgreicher Tag 🙂 Danach kaufte ich noch ein Lammfell für Mama. Das hatte ihr der Arzt empfohlen, doch Mama hatte meiner Schwester verboten, eins zu kaufen „weil sie ja eh in zwei Tagen gestorben ist“.. Also bekommt sie jetzt eins als Mitbringsel. So!

Leider regnete es sich richtig ein, aber ich zeigte Schnüggel trotzdem noch die ein oder andere Sache und letztlich machten wir die nächste Pause im Kurhaus, wo es nochmal Cappuccino und Tee gab. Einen Spaziergang durch den Kurpark gab es wegen dem Regen nicht, doch noch ein kurzer Abstecher in die Vorhalle der Therme, bevor wir dann endgültig zurück in die Klinik gingen. Dort gab es inzwischen Abendessen und ich fragte, ob Schnüggel was haben könnte. Leider gab es nichts anderes mehr, als Brötchen, aber okay.. An meinem Tisch hatte ich nun zwei neue Tischnachbarn sitzen – und einer davon war die Frau von heute früh. Das andere ein netter Mann. Tja, was soll ich sagen? In der gesamten letzten Woche hatte ich nicht soviel Gejammer und Krankheitsgespräche an diesem Tisch erlebt, wie bei diesem Abendessen… Mal schauen, ob das noch besser wird.. Dauernd nur über Leid und Elend während dem Essen zu sprechen, da hab ich echt auf Dauer keinen Bock drauf.

Dann fuhr Schnüggel auch schon wieder heim.. Und wenn ich Glück hab, kommt er nächsten Sonntag wieder … wäre super!

Ich werde den Abend jetzt mit ein bisschen surfen, Fernsehen und rumhängen beschliessen.. Und vielleicht beginne ich noch ein bisschen mit dem Planen der Proben fürs Theater, wenn ich ganz gut bin..

Definitiv guck ich jetzt hier, wo ich grad Internet hab, erst mal den „Weekly Lars“..

 

Das war ja heute mal echt die Idee des Jahres!

Hab für heute ein Mikrozensusinterview ausgemacht – einfach, weil ich dachte, dann ist nächste Woche nicht so ne Hektik. Und ich hab für den Anschluss noch einen Terminvorschlag in einem anderen Bezirk gemacht.. weil ich da eh noch Selbstausfüllerformulare einwerfen musste.

Da die Bezirke etwas weiter voneinander weg liegen, überlegte ich, ob ich mit dem Auto fahre oder den Öffies – und weil ich ne Schwäbin bin, die Umwelt schonen möchte und Alltagsbewegung einbauen, entschied ich mich für die Bahn. Bin also mit Laptop und Formularen und hin und her in die Bahn, hab meiner Schwester, die heute zu mir kommt, noch geschrieben und dann einen Umschlag mit nem Formular vorbereitet .. und zwei Stationen vor Ausstieg noch an einem weiteren rumgemacht. Eigentlich war das etwas zu knapp und so hüpfte ich flott aus der Bahn und stopfte grad noch die Formulare im Rausrennen in die Laptoptasche.

Leider verlief das Interview nicht ganz wie gedacht. Die Dame war zwar sehr freundlich und nett – doch da die Sprachbarriere leider zu hoch war, brachen wir das Interview ab. Somit bekam die Dame das Formular zum Selbstausfüllen und ich versuchte noch weitere Haushalte (erfolglos) zu kontaktieren. Also gut – dann halt zum nächsten Bezirk. Ich wollte mir den Fahrplan aus dem Handy holen .. nur leider war da kein Handy! Nicht in der Hose, nicht im Rucksack, nicht in der Laptoptasche – und auch nicht im Wohnzimmer der freundlichen Dame, die ich extra nochmal aufsuchte.

Mist!

Mir war schnell klar, dass mein Handy bei meinem übereilten Ausstieg in der Bahn geblieben war.

Panik!

Jetzt war mir der Fahrplan mal egal, ich ging zur Bahn zurück und fragte dort beim Fahrer nach, ob ein Handy gefunden worden sei. Der fragte per Funk nach – doch es sei nichts abgegeben worden, hiess es.

Komplett frustriert fuhr ich zum nächsten Bezirk, um dort vor verschlossener Tür zu stehen.

NERV!

GANZ toll! Ich hab mein Handy verloren, weil ich gestresst und völlig sinnlos durch die Gegend gefahren bin, um jede Menge Interviews NICHT zu machen!

Und dazu noch:
Wäre ich mit dem Auto gefahren, hätte das nicht passieren können! Hätte ich da das Handy liegen lassen, würde es im Auto liegen – und vor allem hätte ich neben dem Auto fahren ja eh nicht irgendwelche Formulare ausgefüllt. Immer dieses blöde „Ich mach mal schnell noch“, um die Zeit besser zu nutzen!

Ich war sauer auf mich, meine Schusseligkeit, mein Verhalten im Allgemeinen und im  Besonderen – und überhaupt auf die Welt im Ganzen.

Frustriert fuhr ich nach Hause, nicht, ohne nochmal beim Fahrer meiner Linie des Verlustes nachzufragen. Zwecklos.

Zuhause betäubte ich mich erst mal mit ein bisschen fernsehen bis Schnüggel kam, dem ich sofort mein Leid klagte (und dem sofort klar war: DIeser Tag ist gelaufen! .. wie er mir später sagte). War er auch. Ich schrieb meiner Schwester auf Schnüggels Smartphone per WhatsApp, doch die reagierte nicht gross. Und dann trabte ich nochmal zur Bahn. Von diesem Fahrer erfuhr ich, wieviele Bahnen diese Linie befahren und er empfahl mir, dass ich einfach in jeder Bahn fragen sollte. Das würde so ca. 1,5 STunden brauchen, bis alles Bahnen durch sind, rechnete ich mir aus. Es war HÖLLEheiss und ich hölleschlecht drauf, fühlte mich fett und überhitzt und war verzweifelt. Ich ging also nach zwei Bahnen heim.

Dort war inzwischen meine Schwester – und ich berechnete mir mit Hilfe einer Exceltabelle, welche Bahn-Numemr denn die mit meinem Handy sein müsste, damit ich nicht 1,5 STunden lang Bahnen abpassen müsste..

Parallel dazu hatte ich es geschafft über meinen Netzbetreiber mein Handy zu orten. Irgendwo in der Innenstadt. Das klang schon mal nicht GANZ schlecht.. Denn anrufbar war das Handy auch noch. Es ging bloss keiner ran.

Ich trabte dann mal los, als „meine“ Bahn kam .. doch irgendwie kam die mir „fremd“ vor. Das war doch ein ganz anderes Modell gewesen, n dem ich zum Mikrozensus gefahren war, oder?

Nichts desto trotz durchkämmte ich die Bahn, nachdem ich die Fahrerin nach meinem Handy gefragt hatte. Und fuhr einfach zwei Stationen mit, weil ich nicht fertig wurde. Dann konnte ich zumindest auf dem Rückweg die nächste Bahn durchsuchen…

Doch als ich die nächste Bahn anfahren sah, stimmte die berechnete Bahn-Nummer nicht!

Wie jetzt??

Der Typ hatte mir offensichtlich eine falsche Anzahl von Bahnen genannt – damit war natürlich meine ganze Rückrechnerei Schrott – und somit liess ich mich heimfahren und ging wieder an meine Exceltabelle.. Meine gesuchte Bahn war die von dem Fahrer, von dem ich den Tipp mit dem „frag mal alle Bahnen der Linie durch“ hatte.

Inzwischen waren meine Nerven auch schon sehr dünn und ich kein angenehmer Zeitgenosse mehr für mein Schwesterchen und Schnüggel. Dieser hatte bei google was rausgefunden, wie ein Handy geortet werden kann über den Google-Account .. doch er brauchte länger, bis er mich zum einloggen bewegte. Erstens war ich sauer und zweitens mit dem Passwort nicht sicher und drittens eh sauer und viertens braucht man da doch ne SMS aufs Handy um rein zu kommen und ausserdem war ich sauer!

Also testete Schnüggel das Dingens mit seinem Handy und meinte kurz darauf erstaunt, das würde so ziemlich genau meine Wohnung hier anzeigen!!

DAS weckte nun doch mein Interesse und ich versuchte mich doch an meinem Passwort.. Und konnte mich tatsächlich beim zweiten Versuch einloggen.

Mein Handy war … tatsächlich nicht weit weg von dort, wo mein Netzanbieter es anzeigte! Und zwar an einer zentralen Station, von der ich wusste, dass es dort ein Büro der Verkehrsbetriebe gibt. Und dort lag es seit vier Stunden, wie mir google mitteilte. Und noch besser: Ich konnte mein Handy über den googleaccount nicht nur sperren, sondern auch ne Nachricht eingeben und eine Telefonnummer, die der Finder anrufen soll!

Doch inzwischen war ich eh schon sehr hoffnungsfroh, dass das Handy dort im Büro abgegeben worden war .. nur, dass das Büro natürlich inzwischen längst zu hatte.

Auf jeden Fall war meine Laune gerettet. Ich beschloss, das Handy als „gerettet“ zu sehen und den Rest des Wochenendes somit nicht mehr übellaunig zu sein.

Wir haben also Schwesterchens Koffer zu Mamas Wohnung gefahren und alle zusammen Mama besucht und im Anschluss ging es dann noch gemütlich zum Griechen. Sehr lecker.

Nach der Heimkehr war mein Handy immer noch an der gleichen Stelle.. das machte mich sehr glücklich, denn es bekräftigte die Vermutung, dass es beim Büro der Verkehrsbetriebe abgegeben worden war.

Also werde ich da am Montag mal vorbeischlappen – und gehe davon aus, dass ich es da erhalte 🙂

… aber echt:

Ich hab schon ein selten tolles Talent, mir unnötigen Stress ins Leben zu bringen!

Eigentlich wollten wir am Sonntag nur zum Kaffee trinken zu Mama .. und mal so schauen, wie sie daheim zurecht kommt. Meine Schwester ist ja am Freitag früh heim gefahren und somit war Mama seit Freitag Nachmittag (wo sie aus der Tagespflege kam) allein gewesen. Bei meiner Schwester gingen bereits zwei nächtliche Anrufe ein und auch der Notruf wurde wohl bereits betätigt, doch bei mir war bis Sonntag kein Lebenszeichen von Mama eingegangen. Und ich hatte mich absichtlich nicht gemeldet, um zu sehen, wie sie es so angeht. Doch Sonntag Mittag riefen wir dann an, um uns für den Kaffee anzumelden. Mama hörte sich etwas seltsam an, aber das hing ich jetzt mal nicht so hoch – außerdem wären wir ja in Kürze bei ihr.

Mama erzählte uns dann, dass es ihr nicht so gut ginge, dass ihr Tabletten nicht gebracht worden wären und vor allem, dass ihr beim Trinken das Wasser wieder aus der Nase käme. Außerdem sprach sie auch ganz komisch, wie wenn sie eine Kartoffel im Mund hätte. Doch sie meinte, dass die Prothese nicht verrutscht wäre und auch sonst keine Schmerzen im Mund seien. Sie halt nur Probleme beim Sprechen hätte..

Mit dieser Aussage „Wasser aus der Nase“ konnte ich mal gar nichts anfangen, doch das hatte mir meine Schwester schon am Telefon erzählt gehabt, dass Mama das bei den nächtlichen Anrufen erzählt hätte, und ich fragte irritiert, ob sie im Liegen getrunken hätte oder wie denn das gehen solle.. Doch das bekam ich dann kurz darauf live vorgeführt, als Mama am Kaffeetisch der Kaffee tatsächlich aus der Nase lief. Im Sitzen.

Also DAS war dann echt nimmer normal! Und dann das Sprechen..

Ich forderte Mama auf, mir ihre Zunge zu zeigen … und fand, die sah sehr komisch aus. Irgendwie wie ein Bollen, so geschwollen!

Ich sagte, dass mir jetzt alles wurscht sei – wir würden jetzt sofort in die Notaufnahme gehen! Mama protestierte, dass doch die vom Notruf gesagt hätten, das sei nicht nötig und überhaupt, aber ich meinte nur, wir gingen jetzt. Fertig.

In dem Moment kam die Pflegerin mit den Tabletten und ich fragte, ob ihr was aufgefallen sei – doch sie meinte, es wäre jemand anders die letzten Male gekommen und sie zum ersten Mal. Sie machte dann eine Notiz ins Buch und ich packte die Tabletten ein, denn die sollten erst nach dem Essen genommen werden – und eigentlich ging ich davon aus, dass Mama irgendeine Antihistaminspritze oder sowas bekommen wird und wir dann wieder heim kommen würden.

Im Krankenhaus wurden wir erst mal an die Notfallpraxis verwiesen. Dort zettelte ich ein wütendes Wortgefecht mit einem anderen Patienten an .. weil der einfach einen hochgradigen Blödsinn zu einem Reizthema von mir erzählte. Doch ich hab tatsächlich etwas SEHR überzogen reagiert. Hab wohl wirklich dünne Nerven derzeit. Dann gingen Mama und ich nach der Anmeldung ins Wartezimmer und Schnüggel (der den Wagen geparkt hatte und meinen Ausraster somit nicht mitbekommen) kam auch. Mir war das inzwischen etwas peinlich – und der andere Patient traute sich wohl nicht ins Wartezimmer zu der Furie (aber vielleicht hatte er auch nichts mehr zu warten) und so erzählte ich Schnüggel, dass ich nen kleinen Ausraster hatte, weil einer über dieses  Reizthema Quatsch erzählt hatte – Schnüggel lachte und meinte, das wäre ja mal ein ganz schlechter Zeitpunkt von dem Typen gewesen, dieses Thema anzusprechen und jetzt wüßte er auch, warum der Typ draußen so verschüchtert geguckt hat..

Erinnert mich irgendwie dran, wo so ein Typ auf dem IKEA-Parkplatz in das Auto vom Ex-Süßen reingerauscht ist (na gut, der Ex-Süße ist auch wirklich ein bißchen bescheuert gefahren – der war nicht so der Autofahrer vor dem Herrn) – und ich auch aus dem Auto raus gesprungen bin wie ne Furie und den rund gemacht hab. Der (und der Ex-Süße) waren total geschockt und am Ende hat er dem Ex-Süßen sogar noch 10 DM gegeben und gemeint, er solle mit mir nen Kaffee trinken gehen, damit ich mich wieder beruhige.
… naja .. soweit ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit.

Den Typen hab ich auf jeden Fall nimmer im Flur gesehen, als wir ins Sprechzimmer des Arztes gerufen wurden. Dieser untersuchte Mama, konnte aber nichts wirklich als Ursache finden. Und die Zunge sei auch nicht geschwollen, meinte er. Nichts desto trotz fand er den Fall komisch. So nahm er Mama Blut ab, um zu schauen, ob sich da was zeigte. Ich ging dann mit Mama derweil in die Cafeteria, denn wir hatten ne Dreiviertelstunde zu warten. Schnüggel fuhr zu Mama heim, weil er meinte, dass die Kaffeemaschine wohl noch an sei. War sie dann übrigens nicht .. aber egal.

Die Auswertung des Blutes brachte keine Erkenntnisse – und der Arzt meinte, er würde Mama nun zur Inneren schicken.

Also saßen wir bald im nächsten Wartezimmer. Und dann im nächsten Sprechzimmer. Und dann kam eine Internistin, die Mama viel fragte und auch keine Ursache fand. Und meinte, sie würde nun einen Neurologen hinzuziehen. Der kam dann kurz darauf und machte einige Tests mit Mama, die sie mehr oder weniger gut machte und als Abschluss nickte der Neurologe dann zu der Internistin:„Das ist ein Fall für die Neurologie.“

Ich fand das irgendwie beruhigend, dass nun jemand was gefunden hatte. Inzwischen hatte ich mir das Ganze auch so erklärt, dass die Zunge wohl wirklich nicht geschwollen war, sondern eher so ne Art Lähmung hatte. Deswegen auch das Problem mit dem Schlucken. Und auch Mamas Augenlider hingen irgendwie tiefer als sonst. Das fragte der Arzt auch, ob das ungewöhnlich sei – und ich konnte ihm dann mit einem Bild von Mama auf dem Handy zeigen, dass sie normal nicht so hängende Augen hatte.

Der Arzt meinte dann, Mama würde im Krankenhaus bleiben, da man das näher untersuchen müsse.

Damit hatte ich ja nun nicht so richtig gerechnet, als wir von daheim gegangen waren, somit hatte ich natürlich nichts gepackt gehabt.. Aber inzwischen war ich schon irgendwie erleichtert, denn so ein wohliges Gefühl hätte ich nicht gehabt, wenn Mama in diesem Zustand allein daheim geblieben wäre. Und vor allem Mama war froh! Sie heulte vor Erleichterung, dass ihr nun geholfen würde. Und ich glaub, sie fühlt sich wirklich überfordert daheim. Das konnte ich mir ihr dann auch besprechen, da sie wirklich einen sehr ruhigen und klaren Moment hatte, da im Sprechzimmer, als wir auf den nächsten Schritt warteten. Es wurde noch einiges gemessen und gemacht und als der Arzt nochmal kam, fragte ich, was Mama denn nun hätte. Er meinte, es sei wohl kein Schlaganfall – doch er würde sich noch etwas bedeckt halten wollen mit der möglichen Diagnose und morgen einen Kollegen hinzuziehen und noch einige Tests machen wollen, bevor er etwas sagen wolle. Er vermute eine altersbedingte Krankheit, welche besonders Frauen betreffen würde. Doch vermutlich kein Tumor. So richtig klug wurde ich nicht daraus, doch ich hatte ein gutes Gefühl bei dem Arzt, der auf mich einen sehr beruhigenden Eindruck machte. Und vor allem: Mama war versorgt und es wurde nach ihr geschaut. Und eine Tablette, die sie seit kurzem bekommt, setzte der Doktor sofort ab. Er meinte, wenn sich sein Verdacht bestätigen würde, wäre diese Tablette krankheitsfördernd.

Auf jeden Fall kam Mama dann in den Aufnahmebereich und Schnüggel und ich gingen zu ihr, um ihre Sachen zu holen. Inzwischen hab ich traurigerweise eine gewisse Routine beim Packen von Mamas Sachen! Zudem rief mich meine Schwester an, um mich zu unterstützen, denn sie hatte gerade erst mit Mama den Schrank neu eingeräumt (da Mama ein sehr seltsames System hat, ihre Klamotten zueinander einzuordnen – nicht so Hosen, Hosen, Hosen, Pullis, Pullis, Pullis, T-Shirts, T-Shirts, T-Shirt sondern so diese Hose zu diesem T-Shirt und jener Pulli zu dieser Hose und dann wieder zwei T-Shirts, die auch zu dieser Hose passen .. also es macht einen wahnsinnig, wenn man da zB ne Leggings sucht und dann in Stapeln von T-Shirts schauen muß, wo die Leggings ist, weil die zu DIESEN T-SHirts gehört…)

Gegen elf waren dann die Sachen bei Mama, ich hatte alle möglichen Nachrichten geschrieben und hinterlassen, damit Medikamentengabe und andere Stellen von Mamas erneutem Klinikaufenthalt informiert waren –  und wir waren endlich auf dem Heimweg.

Schon der dritte Krankenhausaufenthalt von Mama dieses Jahr. Wird langsam zur Gewohnheit..

Aber gut .. aller guten Dinge sind drei. Vielleicht finden sie was, dass Mama stabilisiert oder vielleicht die Ursache für ihre Unsicherheit ist … und es ist behandelbar. Und es liegt gar nicht alles an Demenz oder Depression, was ihr gerade das Leben auf der seelischen und Gefühlsebene so schwer macht. Oder wenn es daran liegt: Vielleicht gibt es trotzdem einfach was, was ihr hilft.

.. wir alle hoffen es!

Erster Urlaubstag – juhuu 😀

Ich bin in aller Herrgottsfrühe aus dem Haus (wirklich früher, als wenn ich normal zur Arbeit gehe), um zu Mama in die Reha mit dem Zug zu fahren, damit ich dort packen kann und mit ihr mit dem Fahrdienst zurückfahre. Lief soweit gut. Und obwohl ich mich gestern noch tierisch genervt hab, weil die Bahn durch nen Schienenersatzverkehr ersetzt wurde und ich somit 45 Minuten Bus zu fahren hatte, muss ich sagen: War voll geil! Ich hatte ne total schöne Fahrt und hab die total genossen!

Als wir bei Mama ankamen, hatte Schwesterchen schon gekocht und somit konnten wir gleich kurz nach der Ankunft essen. Und ne Waschmaschine hab ich bei Mama dann auch gleich gestartet. Da der familiäre Stresslevel dann langsam sehr hoch wurde, bat ich meine Schwester, mich heim zu fahren – udn wir haben uns dann noch ein Spaghettieis gegönnt (in der besten Eisdiele der Welt) und ich hab noch mein neu gestaltetes Plakat fürs Theater bei der Theaterkollegin vorbei gebracht. Und dann haben Schwesterchen und ich noch Karten im Musical gebucht: Mary Poppins .. Juhuuuu!!

Als Schwesterchen gegangen ist, hab ich mich nach dem Starten der zweiten Waschmaschine und einem Telefonat mit Schnüggel mal noch ein bisschen hingelegt und bin ne gute Stunde weggeknackt. Voll platt halt. Wenig Schlaf heute (da ich erst gegen eins eingeschlafen bin und schon wieder vor sieben wach war) und viel Äktschn..

Aber: Ich hab trotzdem ein „Happy Urlaubsday“-Gefühl 😀

Hab zwar dann noch ein paar Stunden mit nem Videospiel vertrödelt bis Schnüggel kam, aber egal … hab Urlaub, darf ein bisschen trödeln und runterkommen – und in den Urlaub fahren wir erst morgen gegen halb drei 😉

Der gestrige und zweite Tag Kalorienzählen fiel schon leichter.

Lag aber vielleicht auch an den Umständen, dass ich den ganzen Nachmittag in einer Wohnung mit leerem Kühlschrank war und so gar nicht auf die Idee kam, auf was verzichten zu müssen im Moment..

Gestern haben wir nämlich Mama in die Wohnung gekarrt und dort den Koffer für die ReHa mit ihr gepackt.

Was ein Horror!

Mama war schon scheiße drauf, als wir zu ihr ins Heim kamen.

Und dann der Mega-GAU:

Ich hatte ihre dicken Klamotten über den Arm gelegt, um sie mit zu ihr heim zu nehmen.

Mama raunzte mich an, die könne ich doch da lassen.

Ich meinte dann, dass wir doch das Zimmer eh leer räumen müssen und das es doch praktischer wäre, die Sachen dann gleich mit zu ihr zu nehmen, die sie für die ReHa nicht braucht.

Da meinte sie, wie ich das meinen würde .. und mir fiel auf, dass Mama davon ausgeht, dass sie nach der ReHa wieder in genau das gleiche Zimmer ins Pflegeheim kommt!

Ab da war alles aus.

Mama war total fertig und sauer und „Mir sagt wieder keiner was!“ in allen Schattierungen.

Nein, ihr sagt keiner was. Nie.

Allein gestern hab ich ihr zum Beispiel viermal gesagt, das sie nicht morgen, sondern übermorgen in die ReHa kommt. Trotzdem hat sie meine Schwester später am Telefon nochmal verbessert, weil Mama wieder erzählte, sie kommt morgen zur ReHa. Wahrscheinlich wird sie heute den ganzen Vormittag auf den Fahrer warten..

Und es war völlig sinnlos ihr zu erklären, dass sie im Heim war, weil sie nach der OP ihr Bein nicht belasten durfte und deswegen nicht daheim sein konnte. Sie erzählt munter, dass sie kürzlich „vor ihrem Absturz“ noch gelaufen ist.

„Absturz“ ist ein Wort, dass Mama seit Jahren raushaut – und ich finde es immer etwas schwierig, das nun wirklich einem Ereignis zuzuordnen. Welchen „Absturz“ sie nun meint, bleibt unklar. Weil ich hab auch schon genug Erfahrung, dass sie wütend wird, wenn man nachfragt, was sie meint. Weil wir das doch wissen (müssen).

Ununterbrochen hat sie dann rumgenöhlt, dass ihr keiner sagt, wo sie wohnt und sie ja sowieso nie machen darf, was sie will und ihr immer alles vorgeschrieben wird. Und wenn man drauf reagiert hat, hat sie einen angefahren, man solle das Thema doch endlich mal sein lassen und nicht dauernd wieder davon anfangen.

Ich war nach einer Weile so stinkesauer und kurz davor Mama an den Hals zu springen und sie zu erwürgen, dass ich letztlich zur Tür rausgestürmt bin und die zugeknallt hab. Mama und Schnüggel hab ich einfach in der Wohnung gelassen. Und dann bin ich ne Viertelstunde (oder so) spazieren gegangen.

Danach war es dann besser und ein Packen möglich.

Trotzdem war der Nachmittag höchstgradig stressig. Und als wir Mama zurück im Heim hatten, mit Koffer und Co, da meinte ich zu Schnüggel, dass ich mir jetzt eine Pizza verdient hätte!

Hab nämlich am Freitag mitbekommen, dass es bei Mama in der Nähe eine glutenfreie Pizzeria gibt. Bestens!

Also hab ich gestern gefrühstückt (ein Ei, eine Scheibe Brot, etwas Butter, eine Scheibe Putenschinken, etwas Honig und natürlich Kaffee und Stevia) und abends eine Pizza gegessen. Glutenfrei. Mit Salami, Sardellen, Artischocken, Oliven, Pilzen und Mozarella-Käse.

Sonst nix.

Find ich gut.

So!

.. mit dem Kalorienaufschreiben war das zwar dann etwas „Malen nach Zahlen Raten von Zahlen“ aber ich sollte trotzdem unter dem Tagesverbrauch geblieben sein..

Hab gestern nen Artikel hier begonnen … und nicht beendet, es war einfach zu viel los und ich wollte alles auf einmal schreiben und hatte auch eigentlich gar keine Zeit zum Schreiben und überhaupt keinen Überblick was ich genau schreiben wollte.

 

.. okay – warum schreibe ich das? .. das ist eigentlich immer so!

Zumindest das Meiste *grins*

 

Egal.

Hab gerade auf jeden Fall bei Katja gelesen, wie sie wieder gut auf Spur ist.. Und irgendwie ist das mit dem schnellen und langsamen Abnehmen auch echt so ne komisches Sache – und ich bin natürlich superneidisch, dass es bei ihr in Siebzigern rumspringt – und ich die Neun nicht weg bekomme. Außer da neulich mal mit ner Woche Fasten, da hatte die Acht ein kurzes Gastspiel .. doch die Neun stand ja gleich wieder parat. Und beim Fasten hab ich ja auch „schnell abgenommen“ .. was supermotivierend war. Doch es ist halt nicht DIE Dauerlösung, dass ich nichts esse 😉

Sonntag hatte ich mal 90,irgendwas.. Das war cool – hab sozusagen übers Wochenende die „Matapaloz-Diät“ gemacht. Zwei Tage Festival, bei dem dein Zelt 5 km von der Bühne entfernt steht und es nahezu nichts Glutenfreies zu essen gibt … und an der Stelle mal nur ein kleiner Hinweis für die Leute, die meinen, bei Festivals hängen alle nur besoffen rum: Bier ist auch glutenhaltig. Das ist jedoch kein wirklicher Verzicht für mich.. Ich hab am Wochenende eh nahezu nichts Alkoholhaltiges getrunken (außer mal nen Mojito). Sprich: Viel Bewegung – wenig Kalorien. Und natürlich weit weg von Zuhause und somit irgendwie auch ohne Stress oder so..

Tatsächlich war es ein sehr schönes Wochenende – und ich freu mich superdolle, dass Schnüggel dabei war. Und bin natürlich supererleichtert, dass es ihm gefallen hat. Trotz Zelten 😉

.. irgendwie ist bei mir heute alles „super“, wenn ich den Text da oben grad nochmal lese .. sehr luschdig!

Insgesamt war es also ein sehr schönes Wochenende – und Schnüggel ist Onkelz-tauglich. Das ist cool. Es war echt schön, mit ihm dort zu sein und gemeinsam Dinge zu tun .. und sich nicht allein rum zu treiben. Okay, ich hab eigentlich immer Leute kennen gelernt .. ist aber schon was anders gewesen so.

Trotzdem war ich echt schwer enttäuscht vom zweiten Tag. Ich mein: Wir sind auf einem FESTIVAL, wo die Onkelz an zwei Tagen den Headliner geben. Das ist ja jetzt nicht was GANZ neues, hatten wir schon mal 2005 beim Vaya con Tioz, als am ersten Tag die Lieder der ersten 12,5 Jahre gespielt wurden und am zweiten Tag der zweiten 12,5 Jahre. So konkret wurde das dieses Mal nicht unterteilt .. doch es war für mich selbstverständlich (!!!) dass nicht zweimal das gleiche Konzert gegeben wird! Ich meine: Geh ich auf ner Tour oder bei zwei Einzelkonzerten zwei Tage hintereinander zum Konzert, ist es logisch, dass die gleichen Lieder kommen (ich spreche jetzt nicht von Variationen von ein / zwei Liedern bei einzelnen Konzerten auf ner Tour)… Aber Leute – ernsthaft: Ich finde es schon SCHWER daneben, sich zweimal als Headliner bei nem Festival hinzustellen und mehr als vielleicht zwei / drei Lieder doppelt zu spielen! Echt jetzt. Ich hab jetzt im Nachhinein erfahren, dass es wohl nachdem der Verkauf der Konzertkarten des Festivals auf der Seite mal gesagt wurde, dass beim zweiten Konzert so ca. zehn Lieder ausgetauscht werden (es wurden auch nicht komplett die gleichen Lieder gespielt, sondern gefühlt ca. sechs bis acht waren anders). Aber ehrlich – es ist daneben! Ich kauf mir nicht Karten für ne Festival – udn dann wird das im Nachhinein verkündet. Abgesehen davon: Ich glotz auch nicht dauernd auf die Webseite, was da verkündet wird. Es war doch schon mal da, dass die Onkelz n zweitägiges Festival gegeben haben – was soll ich da dauernd schauen? .. Hab auch sonst noch ein Leben.. Und das Publikum um mich rum war auch schwer irritiert! Es gab sogar Buh- und „spielt ne neue Setliste, ihr Penner!“-Rufe. Und ich war echt ziemlich abgetörnt ne Weile. Man hat es auch an der Stimmung gemerkt, finde ich… Ne kurze Zeit war ich regelrecht sauer, kam mir verarscht vor und hätte mir gewünscht, der halbe Ring wäre protestmäßig einfach gegangen, um zu zeigen, dass es SO halt mal echt gar nicht geht! Klar heißt es jetzt im Forum von dem ein oder anderen „Hey, das wurde doch schon mal gesagt – und überhaupt, was erwartet ihr? Bei den Konzerten gibt es doch auch nicht immer n anderes..“ … Nein, natürlich nicht .. doch das ist dann eben ne KONZERT-TOUR .. oder zwei Einzelkonzerte .. und nicht n FESTIVAL! Punkt! Damit ist für mich alles gesagt! Ich denke, Vaya con Tioz-Besucher sind überhaupt nicht auf die Idee gekommen, es könnte anders sein, als dass wirklich auch zweimal was anderes gespielt wird. Ist doch eigentlich logisch bei einem .. ja, ich wiederhole mich .. FESTIVAL!

ICH zumindest kam nicht drauf. Und ich hab mich den kompletten zweiten Tag schon gefreut, was alles noch so kommen könnte und hab Schnüggel immer erzählt, was bestimmt noch kommt .. und ich war schon ECHT extrem enttäuscht, als erst mal nur immer das Gleiche kam!

Falls wirklich das Matapaloz zukünftig jährlich stattfinden sollte, werde ich BESTIMMT nimmer an beiden Tagen kommen … das ist schon ne Unverschämtheit!

… doch wenn ich schon mal dort bin, hätte ich es jetzt auch komplett bescheuert gefunden, zu gehen. Irgendwie. Irgendwie hat es mich auch kurzfristig gereizt. Doch wenn ich allein das Konzert verlasse, ist das wohl auch kein merkliches Statement von der Bühne aus gesehen..

Naja..

Auf jeden Fall hat mich jetzt der Alltag wieder… obwohl gestern schon mal so gar nicht Alltag war.

Ich hatte ein Fotoshooting! *aaaah* .. wie aufregend!

Hat total Spaß gemacht.. und ich bin so gespannt auf das Ergebnis 😉

Das ist die Abschiedsformel von Veit Lindaus gestrigem Mail gewesen. Ich bekomme nämlich im Rahmen des Human Trust tägliche ne Motivationsmail. Lese die aber in letzter Zeit nicht oft.

Wenn ich die Mail von gestern heute lese – es ist der blanke Hohn …

Kurz zusammengefasst steht drin:„Nutze die Zeit heute – Du weißt nicht, wann Dein letzter Tag ist.“

Und was hab ich gestern gemacht?

Eine Megakrise gehabt. Eine regelrechte Lebenskrise gehabt.

Und ich bin noch nicht wirklich raus aus der Krise.

Ich fühle mich schlicht und ergreifend einsam, allein und mein Leben fühlt sich verschwendet an. So ohne Kinder. Ohne, dass da jemand ist, dem ich was bedeute und wichtig bin. (Ohne dass ich mir selbst wichtig bin..??) Und das ist natürlich ungerecht, denn ich bin ja zum Beispiel Schnüggel wichtig. Sagte er auch gestern. Und er wiederholte auch, dass er versteht, warum bisher kein Mann mit mir Kinder wollte … ich sei .. keine Ahnung .. nicht fähig, eine Mutter zu sein. Dass das Leben schon gewußt hätte, warum ich keine Kinder hab. Ich wäre total damit überfordert gewesen, ich wäre doch schon so (also ohne Kinder) vom Leben überfordert.

Das erschüttert mich total.

Ja, ich weiß auch, dass ich in diesem Leben nicht mehr Mutter werde.

Doch trotzdem.

Dieser Sonntag, er hängt mir nach.

Und ihm auch.

Er hat vorhin geschrieben, es ginge ihm nicht wirklich gut .. er hätte das Gefühl, mir mein Leben ruiniert zu haben (weil ich keine Kinder habe und sie nun auch in diesem Leben nicht mehr bekommen werde).

Hat er natürlich nicht allein. Ich bin ja selbst schuld, mein Leben geführt zu haben, wie ich es geführt habe und auch diese Partnerschaft eingegangen zu sein. Er sagte gleich zu Beginn, er wolle keine Kinder.

….

Und mir fällt einfach nichts mehr ein zu mir, meinen Wünschen, meinem Leben oder sonst irgendwas, was den gesamten Pfusch, den ich „mein Leben“ nenne, irgendwie rechtfertigt.

Wahrscheinlich nutzt alles rechtfertigen eh nichts. Das ist nur „Hirnfickerei“ und ändert nichts am Gefühl.

Was bleibt, ist ein schwarzes Loch, in dem ich mich im Moment befinde.

Hab heute die ganze Nacht von meinen Verträgen geträumt. Ich hab nen ziemlichen Horror, was ich da alles machen muß in nächster Zeit. Doch vielleicht konzentriert sich mein Unterbewusstsein auch einfach auf diese Dinge, damit es die Situation mit Mama verdrängt. Die ist ja wesentlich unlösbarer, als meine komplizierten Verträge, die Verhandlungen und der ganze Schlonz auf der Arbeit…

Draußen scheint die Sonne – und ich bin in einer überladenen, chaotischen Wohnung, die dringend aufgeräumt, entrümpelt, sortiert und geputzt gehört. Ziemlich erdrückend hier. Egal, wo ich hinschaue, ist Handlungsbedarf. Und zwar so viel Handlungsbedarf, dass es mich schon gleich erschlägt, bevor ich noch angefangen hab. Ich weiß zwar, dass es auch vorangeht, wenn ich mir die Arbeit in kleine Einheiten einteile, die überschaubar und bewältigbar sind – doch irgendwie ist im Moment sogar dafür die Hürde zu hoch.

Okay .. natürlich mach ich schon „irgendwas“.. Doch das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen, bleibt. Und egal, was ich mache – es ist trotzdem noch was zu tun. Viel zu tun. VIEL zu viel zu tun!! Allein an gewaschener Wäsche hab ich glaub einen Berg von 1,50 m zu bügeln und zusammenzulegen. Klar, davon ist auch ein Anteil von Mama. Und allein vier mal Bettwäsche … aber trotzdem: Das ist echt ein Schlag ins Genick, der mich zusammensinken lässt, wenn ich da hinschaue..

Eigentlich würde ich am liebsten Fenster putzen. Ich find Fenster putzen toll! Das macht so ein frisches Gefühl, wenn ich durch klare, staubfreie Fenster schaue 😀
… doch das ganze Drumrum, bis alles abgeräumt ist und später wieder hingeräumt und eigentlich würde ich dann ja auch gern gleich noch die Gardinen waschen und trallala … da bin ich schon wieder erschlagen und sehe mich einer unbewältigbaren Mammutaufgabe gegenüber. Und vor allem dem Thema: Es gibt ja auch tatsächlich Wichtigeres hier in der Wohnung aufzuräumen, als die Fenster zu putzen!

… und so bremse ich mich erfolgreich bei allem aus, was ich beginnen könnte.

Naja – nicht bei ALLEM! Neben dem Schreiben hab ich die Spülmaschine ausgeräumt und im Klo weicht der Reiniger gerade ein.. Außerdem hab ich heute früh schon die beiden Wäschekörbe von Mama ausgewaschen und der eine ist schon gefüllt mit zusammengelegter Wäsche von Mama und der gelbe Sack steht zusammengeschnürt vor der Wohnungstür. Also hab ich heute ja auch noch nicht nichts gemacht.. Doch es bleiben irgendwie nur Tropfen auf dem heißen Stein.

Und trotzdem ist was gemacht. Und es ist gut, einen Mann wie Schnüggel zu haben. Als ich eben (zwischen dem letzten Absatz und diesem hier) was abgewaschen hab und die Spülmaschine einräumte, kam er an der Küche vorbei und meinte:„Gut, machst Du das!“ .. und ich so:„Was denn?“.. er so:„Dass Du hier so rumwuselst .. es geht was!“ – er erkennt an, dass auch in den eigentlichen Selbstverständlichkeiten Arbeit drin steckt und ermuntert mich. Das macht er wirklich gut 😀

Somit schließe ich den Artikel gerade mit einem (hoffnungsfrohen) Lächeln ab – und begonnen wurde er mit einem Gefühl von einem Luftballon, auf den ein Felsbrocken gefallen ist 😉

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