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Tja, also ich weiss nicht so genau – ich sagte zu Schnüggel, als wir von Mama gingen, das wäre der zweitschlimmste Heilig Abend gewesen, den ich je hatte. Schnüggel meinte dann nur, es war weniger schlimm, als er es angenommen hatte.. Naja – ich bin mir aber auch nicht so sicher, wie denn nun eigentlich die anderen furchtbaren Heilig Abende genau waren – also in welcher Reihenfolge die drei schlimmsten nun sind.

Auf jeden Fall war es ein eher unangenehmer Heilig Abend. Das steht fest.

Und ich fürchte, dass in der Zukunft eigentlich nur noch solche Heilig Abende auf mich warten – in unterschiedlichen Ausprägungen halt – doch schönes, familiäres Weihnachten ist wohl Geschichte für mich. Ausgestorben.

Tja, was war nun eigentlich?

Also Schnüggel kam gegen drei zu mir. Ich war irgendwie mal wieder zeitlich etwas unorientiert (wie so oft) und nahm gar nicht richtig wahr, dass es ja eigentlich praktisch gewesen wäre, gleich zu Mama zu gehen.. Und da ich noch schnell mal eben sein Geschenk verpacken wollte, empfing ich den armen, kranken Kerl mit „Ksch-ksch!“ aus dem Schlafzimmer.. Und der Ärmste hörte sich echt nicht gut an. Naja, und dann daddelte ich noch mit duschen und Bilder ins Smartphone hochladen rum. Damit ich Weihnachtsgrüße verschicken kann..

Zudem hatte ich (allem Aberglauben zum Trotz) die Waschmaschine angeworfen ohne zu realisieren, dass diese erst gegen halb sechs fertig sein würde – also ein völlig bekloppter Zeitpunkt, weil ich da in keinem Fall daheim sein würde. Hätte ich gleich das Eco-Programm nehmen können, das noch zwei Stunden mehr braucht..

Naja – irgendwann gegen halb fünf oder so rief ich dann bei Mama an und meinte, wir würden dann jetzt kommen – mit Würstchen und Kartoffelsalat und so halt.. Mama war völlig durch den Wind und meinte, sie wüsste von nichts und wäre den ganzen Tag schon komplett verwirrt und auf meine Frage, was denn los sei, meinte sie nur, wir sollten dann halt mal kommen „wenn wir das so wollten“. Okaaay – ist ja jetzt nicht so ungewöhnlich an Heilig Abend zusammen zu feiern, dachte ich.

Als wir mit Sack und Pack bei Mama ankamen, raunzte die erst mal rum. Die Schwestern hätten sie in eine Wohnung wie ihre verschleppt und um sie zu verwirren, hätten die dort auch noch das gleiche Geschirr gehabt wie bei ihr daheim. Und sie hätten gesagt, jetzt wäre ne Party bei ihr. Warum ihr keiner gesagt hätte, dass wir eine Party bei ihr machen! Und wer denn noch alles kommen würde?! Und sie hätte für sowas keine Kraft, aber wir sollen halt mal einfach machen und sie würde dann halt einfach ins Bett gehen. Später bekam ich mit, dass im Fernseher Bill Murray dauernd was von „Weihnachtsparty“ erzählte – vielleicht hatte sie es dort aufgeschnappt??

Na das sind ja schon mal tolle Voraussetzungen für einen angenehmen Heilig Abend – eine durchgedrehte Mutter. Nerv.

Ich konnte dann nicht anders, als mal kurz unter einem fadenscheinigen Vorwand aus der Wohnung zu fliehen. Ich ging „zum Briefkasten“ … also war mir auch klar, dass da nichts drin ist – und zudem hatte ich einen falschen Schlüssel mit (meinen Wohnungsschlüssel, der bei Mama am Brett hängt, am Rande bemerkt) und musste dann später klopfen, um überhaupt wieder in die Wohnung zu kommen.

Da Mama immer noch ziemlich motzig war und rummaulte, sie würde eh nichts essen, beschlossen Schnüggel und ich, wir könnten ja einfach Kaffee trinken. Damit war Mama dann auch einig. Also gab es Kaffee für alle, die Reste des kürzlich gebackenen Kuchens für Schnüggel und mich und Hefezopf für Mama. Und die Stimmung wurde friedlicher.

Da ich je eine Kleinigkeit für Mama und für Schnüggel hatte, plante ich noch eine Bescherung und üblicherweise wird bei uns eigentlich immer vor der Bescherung gesungen. Doch Mama war immer noch auf Widerstand gebürstet und somit spielten wir halt ein paar RUnden Mensch-ärgre-Dich-nicht. Ist ein bewährtes Mittel für gute Stimmung bei Mama. Somit spülte ich erst mal das Kaffeegeschirr und alles Geschirr, was sonst so über den Tag aufgelaufen war, bevor wir dann spielten. Das lief ganz gut. Und dann gab es halt ohne Singen Geschenke für Mama und Schnüggel. Schnüggel wirkte eh wirklich kränklich und somit wollte ich den Abend nicht ewig ausdehnen. Auch wenn Mama schon wieder jammerte, sie wüsste nicht, was sie tun solle. Und dass ja keiner da sei. Und die Schwestern gesagt hätten, sie würden heute nimmer kommen (nein, tun sie nicht nachts – die kommen nie nachts).

Wie auch immer – zumindest waren die Geschenke ein voller Erfolg. Schnüggel freute sich total über seinen lustigen Stiftehalter und Mama über ihr kleines Engelchen. Ich packte auch ein Geschenk aus: Ich hatte ein Paket von dem freundlichen Musikprofessor, den ich in der Kur kennengelernt hatte, geschickt bekommen. Ein Bild – das war klar … und was für ein schönes!! Ich bin total glücklich gewesen! Keine Ahnung, wo ich es aufhänge, aber es ist wirklich wunderschön!

Dann gab es noch nen Tee für alle – naja, ausser für Mama, die zwar nen Tee bekam, aber nicht getrunken hat. Dabei hätte ihr der Tee bestimmt gut getan, das war ein Schlaf- und Nerventee. Zumindest nahm sie die Wärmflasche an, die ich ihr machte, als sie über Schmerzen klagte. Und die hat wohl auch geholfen, zumindest ein bisschen gegen das Bauchweh. Im Anschluss klagte Mama jedoch über Rückenschmerzen, bei denen ich auch nicht helfen konnte. Eine Wärmflasche würde dafür nicht helfen.. Also gut..

Gegen neun gingen wir dann heim.

Daheim gab es dann die Würstchen und den Kartoffelsalat für mich. Der kranke Schnüggel hatte keinen Appetit.

Naja. Alles in allem ein etwas frustrierender Heilig Abend. Aber gut. Haben versucht, irgendwie das Beste draus zu machen..

Ich hoffe nur, das war nicht mein letzter Heilig Abend mit Mama. Naja – an meiner Wäsche kann es nicht liegen, hab ich beschlossen. Zum einen wird die Wilde Jagd nicht durch mein Badezimmer oder meinen Dachboden reiten und zum anderen hab ich keine grossen Wäschestücke, sondern nur Jeans, Oberteile und Socken. Nichts, was sich als Leichentuch für die Wilde Jagd eignet. Doch irritierenderweise hängen echt grosse Decken von den Nachbarn auf dem Dachboden rum… die Nachbarn sind wohl nicht abergläubisch. Naja, kommen die meisten auch aus anderen Kulturkreisen und kennen die Rauhnächte vermutlich gar nicht..

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Gestern also hat meine Schwester gemeinsam mit Mama ihre Diagnose mitgeteilt bekommen. Es ist tatsächlich Myasthenia gravis… Keine Ahnung, woher das kommt, doch es ist eine Autoimmunerkrankung und nicht heilbar, doch immerhin gibt es Medikamente, die helfen. Oder lindern.. was weiß ich.

Auf jeden Fall ist feste Nahrung damit für Mama Vergangenheit, es muß nun alles püriert werden, da sie sich an jedem kleinen Bröckchen verschlucken könnte und da der Schluckreflex gestört ist, kann sie daran ersticken. Nicht mal Joghurt mit Früchten drin sei erlaubt. Noch stranger finde ich, dass es auch nicht ZU flüssig sein darf … sonst kommt es zur Nase wieder raus. Sprich: Wasser muß nun eingedickt werden. Also alles in allem, wieder jede Menge Neuigkeiten zu beachten und vor allem Dinge, die Mama wahrscheinlich überfordern werden.

Und ehrlich gesagt, würden die auch mich überfordern!

Seit Samstag haben wir den Bescheid, dass unser Widerspruch erfolgreich war und Mama nun Pflegegrad 3 hat. Das war natürlich VOR Kenntnis dieser neuen Erkrankung – aber vermutlich würde da trotzdem nichts anders eingestuft werden.

Es war schon kritisch genug, ob Mama daheim bleiben kann und wir die Pflege so geregelt bekommen – mit der neuen Situation ist natürlich nochmal ein heftiger Brocken obendrauf gekommen. Und dieser Brocken verursacht glaub nicht nur Mama Probleme beim Schlucken.

Ich selbst hab auch schon ein Engegefühl im Hals. Mir knistert und brennt es im Mund, meine Zunge fühlt sich manchmal wie lahm an und eben die se Enge im Hals. In der Nacht hab ich manchmal Angst, nicht mehr richtig atmen zu können. Wahrscheinlich spinne ich – doch ich hab tatsächlich Panik, dass ich auch irgendsoein Schluckproblem und Zungenerlahmungsdingens hab. es ist wohl besser, zu hoffen, ich spinne und es ist alles psychosomatisch. Doch genau überlegt, hatte ich diese Beschwerden schon früher – nur hab ich sie anders eingeordnet. Dachte, das Brennen im Mundraum und das manchmal etwas Wundfühlen der Zunge kommt vom nächtlichen Pressen der Zunge gegen den Gaumen.. Und ich hatte Zeiten, in denen ich mir regelmäßig blöd hinten auf die Zunge gebissen hab. Dachte, meine Zähne haben irgendwie nen blöden Biss. Auch das Engegefühl im Hals, als ob mir einer ein dünnes Band unterm Kinn nach hinten zieht, kenn ich schon längere Zeit. Das war schon früher nicht toll – doch unter den derzeitigen Bedingungen und Erkenntnissen mit Mamas Erkrankung macht mir das echt Panik.

Alles Scheiße .. wie soll das weiter gehen?

Komisch – plötzlich erscheint mir die Vergesslichkeit von Mama nur noch als ein untergeordnetes Problem. Wie sich die Dinge doch ändern…

Der gestrige und zweite Tag Kalorienzählen fiel schon leichter.

Lag aber vielleicht auch an den Umständen, dass ich den ganzen Nachmittag in einer Wohnung mit leerem Kühlschrank war und so gar nicht auf die Idee kam, auf was verzichten zu müssen im Moment..

Gestern haben wir nämlich Mama in die Wohnung gekarrt und dort den Koffer für die ReHa mit ihr gepackt.

Was ein Horror!

Mama war schon scheiße drauf, als wir zu ihr ins Heim kamen.

Und dann der Mega-GAU:

Ich hatte ihre dicken Klamotten über den Arm gelegt, um sie mit zu ihr heim zu nehmen.

Mama raunzte mich an, die könne ich doch da lassen.

Ich meinte dann, dass wir doch das Zimmer eh leer räumen müssen und das es doch praktischer wäre, die Sachen dann gleich mit zu ihr zu nehmen, die sie für die ReHa nicht braucht.

Da meinte sie, wie ich das meinen würde .. und mir fiel auf, dass Mama davon ausgeht, dass sie nach der ReHa wieder in genau das gleiche Zimmer ins Pflegeheim kommt!

Ab da war alles aus.

Mama war total fertig und sauer und „Mir sagt wieder keiner was!“ in allen Schattierungen.

Nein, ihr sagt keiner was. Nie.

Allein gestern hab ich ihr zum Beispiel viermal gesagt, das sie nicht morgen, sondern übermorgen in die ReHa kommt. Trotzdem hat sie meine Schwester später am Telefon nochmal verbessert, weil Mama wieder erzählte, sie kommt morgen zur ReHa. Wahrscheinlich wird sie heute den ganzen Vormittag auf den Fahrer warten..

Und es war völlig sinnlos ihr zu erklären, dass sie im Heim war, weil sie nach der OP ihr Bein nicht belasten durfte und deswegen nicht daheim sein konnte. Sie erzählt munter, dass sie kürzlich „vor ihrem Absturz“ noch gelaufen ist.

„Absturz“ ist ein Wort, dass Mama seit Jahren raushaut – und ich finde es immer etwas schwierig, das nun wirklich einem Ereignis zuzuordnen. Welchen „Absturz“ sie nun meint, bleibt unklar. Weil ich hab auch schon genug Erfahrung, dass sie wütend wird, wenn man nachfragt, was sie meint. Weil wir das doch wissen (müssen).

Ununterbrochen hat sie dann rumgenöhlt, dass ihr keiner sagt, wo sie wohnt und sie ja sowieso nie machen darf, was sie will und ihr immer alles vorgeschrieben wird. Und wenn man drauf reagiert hat, hat sie einen angefahren, man solle das Thema doch endlich mal sein lassen und nicht dauernd wieder davon anfangen.

Ich war nach einer Weile so stinkesauer und kurz davor Mama an den Hals zu springen und sie zu erwürgen, dass ich letztlich zur Tür rausgestürmt bin und die zugeknallt hab. Mama und Schnüggel hab ich einfach in der Wohnung gelassen. Und dann bin ich ne Viertelstunde (oder so) spazieren gegangen.

Danach war es dann besser und ein Packen möglich.

Trotzdem war der Nachmittag höchstgradig stressig. Und als wir Mama zurück im Heim hatten, mit Koffer und Co, da meinte ich zu Schnüggel, dass ich mir jetzt eine Pizza verdient hätte!

Hab nämlich am Freitag mitbekommen, dass es bei Mama in der Nähe eine glutenfreie Pizzeria gibt. Bestens!

Also hab ich gestern gefrühstückt (ein Ei, eine Scheibe Brot, etwas Butter, eine Scheibe Putenschinken, etwas Honig und natürlich Kaffee und Stevia) und abends eine Pizza gegessen. Glutenfrei. Mit Salami, Sardellen, Artischocken, Oliven, Pilzen und Mozarella-Käse.

Sonst nix.

Find ich gut.

So!

.. mit dem Kalorienaufschreiben war das zwar dann etwas „Malen nach Zahlen Raten von Zahlen“ aber ich sollte trotzdem unter dem Tagesverbrauch geblieben sein..

Mama erzählt immer noch wirre Geschichten. Meistens ist sie den ganzen Tag am Umziehen. Und gestern war sie noch am Kochen. Und die Mädels sind freundlich. Doch Umziehen, Umziehen, Umziehen ist immer wieder das Thema Nummer Eins! Und die Sorge, dass sie drei Wohnungen hat. Oder in einer der Wohnungen, in der sie vor Jahren gelebt hat, eingesperrt ist.

Nur mal nebenher gesagt: Sie ist im Krankenhaus und darf das Bein mit dem gebrochenen Oberschenkelhals nicht belasten – also sich nur im Rollstuhl vorwärts bewegen… !

Das Telefonieren mit ihr hat eigentlich null Informationswert mehr, was wirklich los ist – es ist nur noch ein interessiertes Zuhören und Reagieren möglich. Gestern wollte sie mir sogar mich selbst mal ans Telefon holen… „Warte, ich geb Dir mal Barbarella .. ach nein, die ist ja gerade gar nicht da..“ Ich hab drauf verzichtet, ihr zu erklären, dass sie gerade mit mir telefoniert und mich deswegen schwerlich bei sich ans Telefon holen kann – und ich nicht mit mir selbst sprechen kann – und auch gar nicht will! Egal.

Neben Fettlogiken scheint es bei den Leuten auch jede Menge Demenzlogiken zu geben..

Ich höre oft, dass das „normal bei alten Leuten nach der Narkose“ ist und sich „wieder gibt“.

Nun, das hab ich zu Beginn noch geglaubt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Inzwischen ist Mamas Operation jedoch 11 Tage her – und direkt nach der Operation kam sie mir wesentlich weniger daneben vor, als jetzt. Inzwischen ist bei einer Frage mit gar keiner sinnvollen Antwort mehr zu rechnen – am Samstag (also vor 7 Tagen) war zumindest nur ein bißchen daneben und man konnte sich noch mit ihr unterhalten und sie hat noch teilweise sinnvoll reagiert. Doch am Sonntag war davon nahezu nichts mehr vorhanden.

Heute meinte eine Kollegin, da gäbe es doch jetzt neuerdings so „Übungen“ für die Rückbildung von Demenz.

Das ist ja ganz bezaubernd, wenn die Leute einen so versuchen zu trösten … doch … Übungen?!

Von Medikamenten wurde mir auch schon erzählt. Doch mir konnte das noch kein Arzt wirklich bestätigen.

… und ich verliere langsam ein wenig die Hoffnung, ehrlich gesagt.

 

Mir ist heiß.

… und mich käst der ganze Scheiß hier an.

Die ganzen Irrungen und Wirrungen hier und das ganze „der muß da unterschreiben und der da .. und ohne dass der das nicht gemacht hat, darf der nicht das“ und so ein Sandkasten-Sand-Eimerchen-Sandförmchen-Spiel.

Ich will Urlaub. Ich will einfach ein bißchen die Beine hochlegen.

..und eigentlich sollte ich das derzeit wirklich schon allein nach ärztlicher Verordnung!

Ja, mich hat es nämlich am Samstag die Treppe hoch geputzt und ich hab zwei geprellte Knie – und deswegen soll ich die Beine hochlegen und die Knie kühlen.

Am liebsten wäre ich daheim geblieben – doch da Montag die Hölle war und ich das wußte, bin ich ins Büro gegangen. War auch gut so, denn ich konnte wirklich am Vormittag eine Kuh vom Eis führen, sonst wäre die ganz gewaltig eingebrochen und versunken! Und das wäre echt die Hölle geworden.

Naja – gut schlafen bekomm ich auch langsam nimmer so gut hin. Ich schlafe schon, ja .. doch ich wache regelmäßig irgendwann zwischen fünf und sechs auf und kann nimmer schlafen, sondern wälze Sorgen.

Zeug im Büro – und privat. Mama zum Beispiel.

Wir sind jetzt auf der Suche nach einer Tagespflege. Ganz allein daheim geht es einfach nicht. Auch nicht mit der Unterstützung, die wir inzwischen organisiert haben für Duschen, Einkaufen und Medikamentengabe.. Die Tagesstruktur ist trotzdem nicht gegeben. Und mit dem Telefon geht auch was schief. Das legt sie nicht auf und dann ist sie stundenlang nicht erreichbar – und ich bekomme nicht raus, warum sie mich wenige Minuten vorher anrufen wollte..

Alles total nervenzehrend…

Heute ist der MDK bei Mama. Meine Schwester und ich haben gestern Abend zwei, drei Stunden lang aus den Unterlagen und unseren Gedächtnissen die Krankheitsgeschichte von Mama der vergangenen Jahre zusammengetragen. Tatsächlich ist Mama echt sturzgefährdet. War mir gar nicht so bewußt, doch in den vergangenen neun oder zehn Jahren ist sie viermal gestürzt und hat einen Unfall (also in dem Sinne irgendwie auch ein Sturz) gehabt.

Ich bin aufgeregt, was rauskommt und wie der Termin läuft. Und ich bin immer noch so, so, so dankbar, dass meine Schwester bei diesem Termin dabei ist und ich das nicht machen muß.

Und es ist wirklich unübersehbar: Mama ist EXTREM vergesslich 😦

Nicht nur, dass wir ihr bereits unendlich oft gesagt haben, dass NICHT zwei gebrochene Wirbel die Ursache ihres letzten Krankenhausaufenthaltes waren (sondern ein Riss im Kreuzbein) und sie trotzdem unerlässlich und immer wieder und jedem erzählt, sie hätte zwei gebrochene Wirbel gehabt (was gewissem Sinne ja durchaus stimmt – nur war das halt vor zwei oder drei Jahren!), es lässt sie auch völlig kalt, wenn wir das immer wieder klar stellen, ja, ich hab sogar manchmal das Gefühl, sie nimmt das nicht mal richtig wahr.

Gestern war ich ja auch leicht irritiert, als meine Mutter nach den Stunden, wo wir da rumgewurschtet haben mit dem Fragebogen und den Fragen und dem ganzen Krankheitsverlauf (und ich meine: Mama war die ganze Zeit im Zimmer und hat ja auch Fragen mit beantwortet) mal dann irgendwann überrascht feststellte:„Ach, ihr macht das Ganze hier gerade für MICH?!“

Ja, nee – wir machen ja eigentlich nie was für Dich, wenn wir in Deinen Unterlagen rumwühlen…

Seufz.

Naja.

Vielleicht ist nach dem heutigen Termin dann ein bißchen meienr Anspannung weg. Vermutlich allerdings nicht. Denn irgendwie kommt eins ums Andere und es drückt nach aus allen Bereichen imemr Neues nach, sobald was „erledigt“ scheint. Mein Nacken- udn Schulterbereich schmerzt unendlich und ich kann langsam den Kopf nimmer drehen –  zumindest nciht schmerzfrei nach links. Auch ein Zeichen der Anspannung.

Zumindest hatte ich gestern seit längerem keinen so megamäßigen Fressanfall am Abend. Immerhin schon mal was.

Ich hoffe, dass ich bald die Acht zurückerobern kann, die ich vor gut zwei Wochen an die Neun verloren hab. Zwischendrin waren es sogar mal 91 kg .. doch heute war ich bei 90,2 kg. Das ist schon mal ne Verbesserung.

Nur insgesamt – tja … also: Meine Sportmotivation ist unterirdisch. War ich überhaupt im April mal beim Sport? Zumindest hab ich gestern in der Mittagspause mal wieder beim Yoga teilgenommen. Das tat SEHR gut! Ich war praktisch schon in dem Moment in meiner Mitte, als ich auf der Yogamatte Platz nahm. Aaaah .. herrlich! Und gemittet war ich den Rest des Tages kein Stück gewesen – am Vormittag kam eine Schreckensmeldung nach der anderen! Von Mama, bei der Arbeit, von meiner Freundin .. prassel, prassel, prassel .. lauter Zeug, wo wieder irgendwelche Aktionen nach sich ziehen..

Hallo Leben? .. Lass mich einfach mal in Ruhe mit Deinem Scheiß!

.. naja – mal gucken, was heute so rauskommt.

 

Das Wochenende hat mich aus dem Gleichgewicht gebracht.

Obwohl: War ich vorher im Gleichgewicht?

Wahrscheinlich nicht. Oder doch?

Ich glaub, ich war in so einem „Fortbewegungsgleichgewicht“ .. also wie ein Fahrrad, das in der Fahrt natürlich schon aufrecht bleibt und einfach immer weiter und weiter läuft, doch sobald die Bewegungsenergie weg fällt, fällt es um.

So ähnlich kommt es mir gerade auch vor: Wenn der Antrieb, bzw. das von einem zum anderen rennen weg fällt, fall ich um.

Und nichts desto trotz war ich froh, ein paar Tage weg zu sein von hier. Den Alltag und das ganze Gerümpel hinter mir zu lassen und andere Sachen sehen für ein paar Tage. Am Sonntag war ja die Taufe meines Patenkindes. Ich bin jetzt Patentante 😀

Voll cool!! Bin richtig stolz!

.. und er ist sooo knuffig – echt!

Ich hatte am Montag zwar Muskelkater vom Rumtragen, aber egal! Das war ein schöner Muskelkater 🙂

Am 1. Mai, dem Montag also, haben wir ne Freundin von mir besucht. Ihre Mutter ist gleich alt wie meine – und ist auch dementiös. Da hab ich bei den Geschichten manchmal ganz schön geschluckt.. Es klingt bei meiner Freundin ja alles eher dramalos und natürlich, teilweise fast amüsant – ich weiß nicht, ob ich das auch so hinbekomme. Bei mir ist irgendwie immer ratz-fatz Alarm und Panik angesagt.. Es genügt schon, dass ein Anruf eingeht, dass es mich teilweise aus dem Tritt bringt.

Und ich hab am Wochenende bemerkt, wie gut es mir tut, mal einfach ein bißchen „weg“ zu sein. Ich hab ein echtes Bedürfnis nach Urlaub. Und sei es nur ein paar Kilometer weit weg fahren und in einem schönen Hotelzimmer übernachten und aller Mist ist in der Wohnung daheim.. Raus aus dem Zugriff..

.. oh Mann.

Und heute geht alles schon wieder los.

Hab gar keinen Überblick im Moment, was alles zu tun ist.

Die Nulllinie im Hirn, sozusagen.

Miiiiiiiiiiiiiiep…

 

 

Ich höre in letzter Zeit gern im Büro Radio Schwarze Welle – und da hab ich neulich das Lied Schwarz macht schlank von All the Ashes kennen gelernt .. gefiel mir ja sofort sehr gut 😀

Überhaupt tut mir das nebenher Musik hören gut .. zumindest bei manchen Arbeiten. Ich mach das ja mit Kopfhörern – und irgendwie bin ich dann besser / konzentrierter bei der Arbeit und lasse mich weniger ablenken. Bin sozusagen „an die Leine gelegt“ *lach*

Tja… viel los gewesen die letzten Tage.

Ich bin immer noch sehr zufrieden mit der neuen Chefin. Hab wirklich ein gutes Gefühl mit ihr. Ich finde es total schön, dass sie oft noch kurz zu mir rüberkommt, bevor sie geht und noch ein paar Worte zum Abschied sagt. Und ich fühle mich wirklich gehört von ihr. Gehört und gesehen. Das tut gut.

Doch mit der Arbeit wird es irgendwie nicht weniger. Das ist halt schon blöd. Ich bekomme immer noch manchmal Angstanfälle, wenn es mich überfällt, was alles zu tun ist. Und da macht das Unterbewußtsein dann auch keinen Unterschied zwischen beruflich und privat.

Mama ist seit ein paar Tagen wieder daheim – und ich hab da schon etwas gemischte Gefühle. Hat sie uns gegenüber immer betont, dass sie wieder heim möchte, als sie im Pflegeheim war und dass sie es „vielleicht noch ne Woche aushält“, bekamen wir einen Tag, bevor sie wirklich heim kam die Rückmeldung von den Pflegern, dass es ihr ja so gut gefallen würde und sie ja gern bleiben wollte, doch „meine Töchter mich ja hier rausholen wollen“…

Äh.

Okay.

Und als sie daheim war, wurde sie nicht müde, zu erzählen, nun würde ja alles wie eine Wand vor ihr stehen und sie bekam doch so gut verträgliches Essen im Heim und da waren so nette Leute.

Wie wir’s machen, machen wir’s falsch …

Es ist unmöglich, sie daheim dazu zu bringen, dass sie z.B. Brei und Suppen und Mus isst, wie sie es im Heim hatte und gut vertragen hat – wir zwingen sie ja, lauter Zeug zu essen, was sie nicht verträgt. Dabei ist es genau das, was sie sagt, dass sie essen möchte. Also außer, sie sagt gerade, dass sie nichts braucht. Das ist ja eigentlich die häufigste Antwort.

Sie strahlt immer so ein „Schaut, wie schlecht es mir geht und wie ich leide – und IHR seid schuld, weil ich von euch zu allem gezwungen werde, was ich nicht will!“ aus. Zumindest uns gegenüber. Betritt jemand anders den Raum, ist sie der lustige Sonnenschein. Meine Schwester meinte mal, Mama sei wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde – und da hat sie durchaus Recht. Dabei meint sie das nicht bös .. also Mama. Ich denke, es ist einfach so eine jahrzehntelang trainierte Rolle, dass sie immer fröhlich wirken muß für andere.. Nur nach innen (also zur Familie) bröckelt die Fassade langsam.

Meine Sorge ist halt, dass sie in Kürze vom ganz guten Zustand, den sie nun hat, wieder runter ist, weil sie einfach zu wenig isst.. und schlicht und ergreifend ihre Vergesslichkeit.

Es kommt nun morgens und abends eine Dame vom Sozialen Dienst, die ihr die Medikamente bringt. Und trotzdem fragte Mama uns immer wieder, wann sie denn nun was nehmen soll.. Dabei wurde es ihr gerade erst gesagt.

Ich denke halt, sie vergisst dann vielleicht auch alles mögliche im Alltag. Essen zum Beispiel. Und dann ist ihr schlecht.

Also irgendwie bin ich nicht so wirklich entspannt mit der Gesamtsituation..

Mal schauen, was Anfang Mai dann rauskommt bei der Beurteilung des MDK.

 

Und was hat das jetzt alles mit der Überschrift zu tun?

.. eigentlich nichts.

Zum Thema „schlank“ ist leider nichts Positives zu vermelden. Die Neun hat sich wieder relativ eingenistet. Und ich schaffe es auch nicht, wirklich vom Süßkram abzulassen. Dafür lebe ich äußerst sportabstinent. Mir langt es einfach jeden Abend und ich hab keine Lust, noch zum Sport zu springen. Selbst wenn ich weiß, dass es mir vermutlich gut tun würde.

Und zum Thema „krank“ – naja.. Mit dieser inneren Unruhe und dem nicht mehr endenden Gefühl der Überlastung hoffe ich, dass ich bei guter Gesundheit bleibe. Das Ringana-Zeug vertrage ich inzwischen übrigens ganz gut. Ist immer noch nicht lecker, doch mir wird nimmer schlecht. Auch was 😉

 

Ist Ostern nicht so eine „alles wird neu – es ist Frühling!“-Fest?

Ehrlich gesagt hab ich gar nicht viel mit Ostern mitbekommen dieses Jahr. Doch ich bin unendlich froh, dass ich vier arbeitsfreie Tage hatte. Und ich war – ehrlich gesagt – sehr froh, dass Schnüggel erst am Samstag kam.

Ich hab den Karfreitag mal einfach GAR NICHTS getan. Den ganzen Tag nur gespielt, fern gesehen und geschlafen. Nichts gewaschen, nichts erledigt, nicht bei Mama angerufen .. einfach NICHTS.

Ich war so froh, einfach einen Tag lang nur meine Ruhe vor der Welt zu haben.

Samstag hatte ich dann Termine für den Mikrozensus. Das lief super 😀

Nachdem ich Donnerstag noch meinen Laptop bekommen hab (sozusagen in letzter Minute), war das ja schon auch noch etwas aufregend gewesen (um nicht zu sagen: nervig). Am Donnerstag Abend war dann die letzte Theateraufführung .. hat echt super Spaß gemacht und es waren drei liebe Freundinnen da, worüber ich mich total gefreut hab 😀

Ansonsten war am Samstag noch ein bißchen einkaufen angesagt, als Schnüggel dann da war .. und am Sonntag haben wir Mama geholt und sind zu ihr nach Hause gefahren, wo wir gemeinsam Kaffee getrunken haben. Sonntag war Mama echt SUPER drauf! Sie läuft auch ohne alles wieder einwandfrei .. echt der Hammer!

Montag jedoch .. naja, also da war es echt wieder eher schwierig, mit Mama zurecht zu kommen. Zu Beginn war sie toll drauf – dann kam plötzlich ein Einbruch und es war alles Mist. Alle bevormunden sie und sie darf nie machen, was sie will. Als wir fragten, was sie denn will oder wollte, meinte sie, das wüßte sie nicht. Aber sie sei nicht daran schuld, dass sie das nicht wüßte, da wären die anderen schuld, die ihr ja nie ihren Willen lassen.. Überhaupt: Das hätte sie alles ganz anders geregelt mit ihrer Krankheit! Warum sie in dieser „Wohnung“ hier untergebracht worden wäre! Das hätte man auch anders regeln können. Immer würde alles gegen ihren Willen gemacht und alle würden sie stressen. Und sie fühle sich hier bevormundet und keiner lässt sie was machen – doch nun hätten wir alle sie ja auch derart heruntergewirtschaftet, dass sie sich total überfordert fühlt.

Zu deutsch: Sie will nicht im sicheren Heim bleiben, wo sie versorgt und umsorgt wird, das nervt sie, sie will heim – doch sie will auch nicht daheim sein, wo sie sich überfordert fühlt und will eine Sicherheit.

.. na das kann ja heiter werden.

Bin echt gespannt auf diese Woche .. das wird ja wirklich sehr aufregend.

Dabei ist mir eh schon den ganzen Vormittag schlecht, weil heute meine neue Chefin kommt und mir das an die Nieren geht, wie das hier dann wird..

Unsicherheit auf allen Ebenen!

Bin schon etwas angespannt.. Und bis Anfang Mai ist irgendwie auch nirgends mal ne Pause in Sicht. Wenn mich jemand besucht, meint der vielleicht, ich hätte für ihn den roten Teppich ausgerollt .. doch das ist eigentlich meine heraushängende Zunge, vom dauernden Hin- und Hergehechle..

Hoffe, das Ringang-Zeug schlägt bald an.

Obwohl: Dieses komische Gemüsepulver schmeckt derart unerträglich, dass ich es gestern mal weg gelassen hab. Und die Tage davor, die Portion reduziert hab. Mir wurde zu Beginn eh immer schlecht davon .. das ist wohl nicht so der Bringer für mich..

Schrieb ich Montag nicht über den Tag der Geschwister?

.. für mich ist HEUTE der Tag meiner Schwester – eindeutig!

Ich hab die Mail mit den Pflegediensten und Tagespflegen bekommen – und auch die Nummer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, die für die Pflegeeinstufung zuständig sind, mit reingeschrieben. Da haben wir (also Mama) ja neulich nen Brief bekommen, dass ein Gutachter für die Einstufung kommen wird. Aber keinen Termin. Der sollte extra kommen. Doch wir wollten es ja gern so timen, dass meine Schwester oder ich da auch Zeit haben.

Und nun, als ich vom Mittag komme, hat meine Schwester den Termin schon ausgemacht – auf ihren nächsten Besuch Anfang Mai!

BOAH – ich bin so erleichtert, dass SIE bei dem Termin dabei ist. Also nicht nur wegen der Arbeit, sondern auch, weil ich echten Bammel vor diesem Termin hatte. Ich wußte nicht, wie ich das handhaben soll mit dem Gutachter und ob ich das gut darstellen kann, dass Mamas Situation richtig rüberkommt.

Ich bin ihr echt so dankbar, dass sie das übernimmt.

Eine Last weniger für mich. Nun können wir das nächste Mosaiksteinchen angehen: Die Regelung der Pflege für zuhause. Medikamentengabe wäre mal das Nächste.

Das soll ich jetzt machen…

.. doch gut – das werde ich schon irgendwie schaffen.

Ich hab ja ne Schwester an meiner Seite 🙂

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Derzeitiger Lesestoff..

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