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Gestern also hat meine Schwester gemeinsam mit Mama ihre Diagnose mitgeteilt bekommen. Es ist tatsächlich Myasthenia gravis… Keine Ahnung, woher das kommt, doch es ist eine Autoimmunerkrankung und nicht heilbar, doch immerhin gibt es Medikamente, die helfen. Oder lindern.. was weiß ich.

Auf jeden Fall ist feste Nahrung damit für Mama Vergangenheit, es muß nun alles püriert werden, da sie sich an jedem kleinen Bröckchen verschlucken könnte und da der Schluckreflex gestört ist, kann sie daran ersticken. Nicht mal Joghurt mit Früchten drin sei erlaubt. Noch stranger finde ich, dass es auch nicht ZU flüssig sein darf … sonst kommt es zur Nase wieder raus. Sprich: Wasser muß nun eingedickt werden. Also alles in allem, wieder jede Menge Neuigkeiten zu beachten und vor allem Dinge, die Mama wahrscheinlich überfordern werden.

Und ehrlich gesagt, würden die auch mich überfordern!

Seit Samstag haben wir den Bescheid, dass unser Widerspruch erfolgreich war und Mama nun Pflegegrad 3 hat. Das war natürlich VOR Kenntnis dieser neuen Erkrankung – aber vermutlich würde da trotzdem nichts anders eingestuft werden.

Es war schon kritisch genug, ob Mama daheim bleiben kann und wir die Pflege so geregelt bekommen – mit der neuen Situation ist natürlich nochmal ein heftiger Brocken obendrauf gekommen. Und dieser Brocken verursacht glaub nicht nur Mama Probleme beim Schlucken.

Ich selbst hab auch schon ein Engegefühl im Hals. Mir knistert und brennt es im Mund, meine Zunge fühlt sich manchmal wie lahm an und eben die se Enge im Hals. In der Nacht hab ich manchmal Angst, nicht mehr richtig atmen zu können. Wahrscheinlich spinne ich – doch ich hab tatsächlich Panik, dass ich auch irgendsoein Schluckproblem und Zungenerlahmungsdingens hab. es ist wohl besser, zu hoffen, ich spinne und es ist alles psychosomatisch. Doch genau überlegt, hatte ich diese Beschwerden schon früher – nur hab ich sie anders eingeordnet. Dachte, das Brennen im Mundraum und das manchmal etwas Wundfühlen der Zunge kommt vom nächtlichen Pressen der Zunge gegen den Gaumen.. Und ich hatte Zeiten, in denen ich mir regelmäßig blöd hinten auf die Zunge gebissen hab. Dachte, meine Zähne haben irgendwie nen blöden Biss. Auch das Engegefühl im Hals, als ob mir einer ein dünnes Band unterm Kinn nach hinten zieht, kenn ich schon längere Zeit. Das war schon früher nicht toll – doch unter den derzeitigen Bedingungen und Erkenntnissen mit Mamas Erkrankung macht mir das echt Panik.

Alles Scheiße .. wie soll das weiter gehen?

Komisch – plötzlich erscheint mir die Vergesslichkeit von Mama nur noch als ein untergeordnetes Problem. Wie sich die Dinge doch ändern…

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Die Tretmühle ist wieder in Schwung gekommen, das Fahrrad also wieder mit der Bewegungsenergie in Balance.

Also irgendwie sowas wie Balance..

Hab heute morgen einen Impuls per Mail geschickt bekommen, der mich mal aufmerken ließ.

Eine sehr gute Frage .. also ich glaub so blau ist es bei mir nicht.

Insbesondere derzeit, wo ich mich einfach nur noch überfordert und gehetzt fühle.

Definitiv hab ich heute mehr Freude an der Arbeit, als noch vor einem, zwei oder gar drei Jahren .. da fand ich es fast alles nur schrecklich (und angsteinflößend), doch .. ja … also ich brauch eigentlich ne weitere Farbe. Grau für „is okay“. Denn „geliebt“ ist dann doch etwas übertrieben – „ungeliebt“ wäre aber auch etwas hart. Was ich wirklich liebe ist, in Texten rumkorrigieren. Das macht mir Spaß. Neue Texte schreiben, nicht. Aber Korrekturlesen find ich super!

.. doch was gefunden, was ich liebe.

Ich mag es auch, mich mit den Kollegen abzustimmen und zu sehen, wie etwas aus unserem gemeinsamen Wissen wächst. Das find ich schon toll, wie aus vielen kleinen Einzelwissensstückchen am Ende was Großes, Ganzes rausgekommen ist.

Was ich nicht mag, bzw. mir Angst macht, ist meine (bzw. unsere) Stellung zu vertreten vor Anderen, bzw. der „Gegenseite“. Da fühle ich mich unsicher und hab Angst durch Nachfragen aus der Bahn geworfen zu werden. Schon wenn ich dran denk, gerade beim Schreiben, hab ich nen Kloß im Hals.

Also geht es drum, Sicherheit zu gewinnen. Dann kann ich auch diesen Teil der Arbeit „lieben“.

Hab vor Jahren mal ein Buch gelesen, welches kurz zusammengefasst die Aussage hatte:

Wo Angst ist, hat Liebe keinen Platz – und wo Liebe ist, ist keine Angst.

Muß ich wohl mal wieder nachlesen, denn so richtig passt es nicht, wenn ich das grad so schreib, da kommen tausend kleine „ja, aber..“s angerannt und halten mir hüpfend und zeternd ihre Gegenbeispiele vors Gesicht, doch ich denke, eine Wahrheit steckt da schon irgendwo drin.

Naja – auf jeden Fall bin ich heute aus dem Bett gekommen, das ist schon mal gut. Doch ich merke, dass es schwieriger wird .. und das ist schlecht.

Muß wirklich mal ne Pause, einen Urlaub planen!

 

… interessante Feststellung am Rande:

Als ich gerade die Schlagworte hier zum Artikel eingegeben hab, hat er „erschöpft“, „Arbeit“, „Angst“ alles schon gekannt .. „Liebe“ aber nicht. Hab das Schlagwort also bisher noch nie verwendet. Find ich jetzt auch bemerkenswert..

Derzeit knirscht es an allen Ecken meines Lebens.

Da ist zum einen ein immenser Druck und eine Überforderung im Beruf. Heute hat dann auch noch der Chef über meinem Chef den letzten Tag für vier Wochen .. zwar hat der eigentlich nicht wirklich viel mit unserem Alltagsgeschäft zu tun, doch es ist dennoch eine noch größere Lücke im Gesamtapparat.

Die Sache mit Mama wird immer akuter. Ich werde mich um eine Betreuung kümmern müssen. Das belastet mich nicht nur zeitlich (in dieser sowieso schon zeitlich angespannten Zeit) sondern natürlich auch persönlich, also psychisch. Doch Mama wird immer schwächer und unsicherer – und es geht so auf die Dauer nicht mehr weiter.

Und nun zickt noch mein Zimmerkollege, der seit Dezember als Elternzeitvertretung meiner Kollegin in meinem Zimmer ist, rum. Er findet es total doof, wenn ich wegen Mama privat telefoniere und fühlt sich gestört und ich soll das lassen. Oder zumindest machen, wenn er nicht im Raum ist. Ja, gar nicht so einfach .. ich bin ja oftmals froh, wenn ich überhaupt mal jemanden erreiche. Nun hab ich zu all dem Stress auch noch so einen Hals, wenn ich zur Arbeit gehe und gar keinen Bock mehr auf mein eigenes Büro.

Ich weiß wirklich langsam nicht mehr ein und aus.

Eigentlich möchte ich selbst einfach nur noch davonrennen … zur Kur oder so.

Und zudem finde ich es auch ziemlich beängstigend, wenn ich immer belasteter werde und hab schon Angst, dass ich nahe des Nervenzusammenbruchs bin, wenn die neue Chefin kommt .. und was die dann für einen Eindruck von mir bekommt! Ich wollte eigentlich einen guten Neustart haben – langsam bezweifle ich das jedoch, wenn das so weiter geht.

Eigentlich stehe ich noch körperlich und seelisch erstaunlich gut da, finde ich. Ich merke wirklich, dass ich im vergangenen Jahr Kräfte geschöpft habe. Und ich schau, dass ich auch im Alltag Ausgleich finde. Der Sport (obwohl auch ein gewisser Stressfaktor) tut mir da auf jeden Fall gut. Und auch die glutenfreie Ernährung. Obwohl das auch irgendwie Stress ist. Ist halt zweischneidig – wie auch mit dem Kalorienzählen, dass einerseits Stress ist, andererseits halt auch Entlastung bringt – oder bringen soll.. immerhin bin ich gestern mit gesparten 35 kcal aus dem Tag .. da ich allerdings am Montag 309 kcal Kredit aufgenommen hab, bin ich in der Wochenbilanz immer noch im Minus!

Naja .. irgendwie hab ich keine Zeit zum frustriert sein.. Doch das ist irgendwie auch keine wirklich gute Lösung.

Die letzten Tage hänge ich durch, seelisch trage ich Halbmast, körperlich – ach, irgendwie auch.

Ich bin unglücklich .. schon wieder Silvester, schon wieder ein neues Jahr. Und ich hab das Gefühl, einfach nicht zu wissen, was ich mit meinem Leben machen soll. Außer siechen und Tag für Tag leben und gar nicht wissen, warum. Und zu sehen, was andere Tolles aus ihrem Leben gemacht haben oder gerade machen. Aber die sind ja auch noch jung. Ich alte Schachtel kann nichts mehr machen.

Hab gerade bei Erzählmirnix einen Gastartikel über Fettlogik – Chaoslogik – Lebenslogik gelesen .. ja irgendsowas ist das wohl auch bei mir. Am Anfang hab ich den Artikel dann auch superinteressiert gelesen und mich da sehr wiedergefunden. Irgendwann war es mir nur noch zu viel Geschriebenes, konnte ich nimmer gedanklich beim Text bleiben, sondern nur noch denken „Ist das jetzt bald aus?“ So ganz extrem fiel mir der Bruch auf bei „Ich mag es, wenn mein Kind sich aufgeregt…“ Mein Kind. 40. Okay. Auch einer von denen, die es geschafft haben. Interesselevel sinkt auf etwa Null. Vorher merkte ich schon eine Abschwächung bei „Und jetzt bin ich 40. Habe einen Beruf (…), eine Familie und …“ . Ist 40. Hat Familie. Dann ist doch schon alles okay.

Ich merke, wie ich aggressiv werde während dem Schreiben..

Das trifft voll meinen wunden Punkt, der über Silvester (da der Grundstress abflachte) immer wieder sichtbar wurde.

Ich fühle mich ungeliebt. Und ich weiß, dass ich damit Schnüggel Unrecht tue, denn er liebt mich. Zumindest sagt er das. Und er verhält sich auch so. Und so wie ich mich verhalte, werde ich ihn irgendwann verlieren. Ich hätte ihn manchmal über die Feiertage einfach schlagen können. Einfach so. Weil er so leise, sanft und harmlos ist. So unschuldig .. und langweilig. Das alles provoziert mich irgendwie.

Ja, und irgendwie bin ich auch voll in Weltuntergangsstimmung. Und dass schon seit Tagen. Vielleicht nicht ununterbrochen und durchgehend. Doch unterschwellig ist es immer dabei.

Ja, bestimmt spielt die Ungewissheit, wie es im Job nun weitergeht mit rein. Auch das Vorstellungsgespräch morgen macht mir Angst. Obwohl es mir egal sein sollte. Es wird sich eh was ändern, egal, ob ich den Job bekomme oder einen neuen Chef bekomme. Doch genau das ist es ja: Das Wissen, dass alles so ungewiss ist in der Zukunft – egal, was kommt! Und zu allem Übel: Ich weiß nicht mal, ob ich mir den Job wirklich zutraue oder nicht. Und wenn ich dann solche Durchhänger habe wie jetzt … das geht doch nicht!

Ich habe eine (Traum)Vorstellung von mir, jung, fit, lustig, klug, belastbar, fröhlich, aktiv und .. einfach ideal zu sein!

Doch im Moment fühle ich mich eher nur „und … einfach“. Wenn’s hoch kommt.

*heul*

 

Und überhaupt .. was mich auch aufregt:

Der Spruch: „Ach – die Kinder sind ja jetzt groß .. da brauchen wir keinen Baum mehr.“

Leute, könnt ihr solche SCHEISS Sprüche mal bitte lassen?! Ich fühle mich damit abgewertet!

Darf ich – ohne Kinder – keinen Baum haben? Hab ich keine Berechtigung, mich an einem Weihnachtsbaum zu erfreuen .. einfach nur für MICH?! Muß mir nun auch noch unter die Nase gerieben werden, dass ich nicht nur kinderlos bin sondern dann auch bitte schön BAUMlos (und am besten überhaupt FREUDLOS) zu sein habe?!

Das ist das reinste kidshaming! Echt! Bei fatshaming drehen die Leute gleich durch, dass man sowas nicht machen sollte – sogar Dünne … doch kidshaming ist total okay. „Warum hast DU denn eigentlich keine Kinder?“ Warum HAST Du denn welche?! Muss es unbedingt mehr von DEINER Sorte geben, oder was?!… fick dich doch selbst, Du Arschloch!

Eigentlich sollten Leute erst mal nen Arschlochtest bestehen, bevor sie sich vermehren dürfen sollen! *grrr*

Ach .. Menno. 2017 .. Du kotzt mich an. Ich werd ganz kirre in der ruhigen Zeit zwischen den Jahren. Wird Zeit dass der Alltagsstress losgeht, damit ich keine Zeit mehr habe, mich zu fühlen.

 

 

… hm. Der ganze Artikel ist wesentlich wütender, als ich es zu Beginn jemals gedacht hätte.

 

 

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