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Es ist Samstag Abend und ich hab das Gefühl, es ist Sonntag.

Sitze im Hotelzimmer und hatte den ganzen Tag Seminar. Eigentlich hatte ich ja gedacht, ich mach dann hier Abends was. Doch ich hab null Bock. Ich bin frustriert und möchte nur noch essen. Und das Hotelzimmer hat nicht mal ne Badewanne – sonst würde ich da jetzt rein liegen.

Das war übrigens früher glaub meine Entspannungsmethode Nummer Eins. Ich weiss noch, dass ich zu Prüfungszeiten teilweise zweimal am Tag in der Wanne lag. Manchmal inklusive Zeug zum Lernen. Aber es kann nicht meine einzige Entspannungsmethode gewesen sein – sonst hätte ich nicht so zugenommen in der Zeit, als ich mein Diplom geschrieben hab. Aber gut..

Mir ist kalt und ich fühle mich mies.

Ich möchte mich gern damit rausreden, dass es ja schlechtes Wetter ist und ich darum nimmer raus gehe – doch obwohl es den ganzen Tag geregnet hat, ist es nun trocken von oben. Also ist die Ausrede durchschaubar.

Sollte eigentlich noch für morgen was Bearbeiten… doch es fällt mir schwer. Ich hab keine Lust. Und deswegen versumpfe ich ein bisschen im Netz.

Blöd.

Wenn ich jetzt den Fernseher anschalte, ist es vorbei!

… dabei könnte ich wirklich ein bisschen spazieren gehen .. Wald und so. Schliesslich bin ich hier im Schwarzwald (glaub ich).

Nörgel.

Ich glaub, ich zieh mal los und trink nen Kaffee. Das wäre doch ein halbwegs kalorienverträglicher Anfang, oder?

Und wenn ich erst mal in Bewegung bin, geh ich vielleicht tatsächlich noch ein bisschen spazieren. 8.356 Schritte hab ich heute schon. Ist doch gar nimmer so viel bis zur 10.000…

Also los!

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Gestern also hat meine Schwester gemeinsam mit Mama ihre Diagnose mitgeteilt bekommen. Es ist tatsächlich Myasthenia gravis… Keine Ahnung, woher das kommt, doch es ist eine Autoimmunerkrankung und nicht heilbar, doch immerhin gibt es Medikamente, die helfen. Oder lindern.. was weiß ich.

Auf jeden Fall ist feste Nahrung damit für Mama Vergangenheit, es muß nun alles püriert werden, da sie sich an jedem kleinen Bröckchen verschlucken könnte und da der Schluckreflex gestört ist, kann sie daran ersticken. Nicht mal Joghurt mit Früchten drin sei erlaubt. Noch stranger finde ich, dass es auch nicht ZU flüssig sein darf … sonst kommt es zur Nase wieder raus. Sprich: Wasser muß nun eingedickt werden. Also alles in allem, wieder jede Menge Neuigkeiten zu beachten und vor allem Dinge, die Mama wahrscheinlich überfordern werden.

Und ehrlich gesagt, würden die auch mich überfordern!

Seit Samstag haben wir den Bescheid, dass unser Widerspruch erfolgreich war und Mama nun Pflegegrad 3 hat. Das war natürlich VOR Kenntnis dieser neuen Erkrankung – aber vermutlich würde da trotzdem nichts anders eingestuft werden.

Es war schon kritisch genug, ob Mama daheim bleiben kann und wir die Pflege so geregelt bekommen – mit der neuen Situation ist natürlich nochmal ein heftiger Brocken obendrauf gekommen. Und dieser Brocken verursacht glaub nicht nur Mama Probleme beim Schlucken.

Ich selbst hab auch schon ein Engegefühl im Hals. Mir knistert und brennt es im Mund, meine Zunge fühlt sich manchmal wie lahm an und eben die se Enge im Hals. In der Nacht hab ich manchmal Angst, nicht mehr richtig atmen zu können. Wahrscheinlich spinne ich – doch ich hab tatsächlich Panik, dass ich auch irgendsoein Schluckproblem und Zungenerlahmungsdingens hab. es ist wohl besser, zu hoffen, ich spinne und es ist alles psychosomatisch. Doch genau überlegt, hatte ich diese Beschwerden schon früher – nur hab ich sie anders eingeordnet. Dachte, das Brennen im Mundraum und das manchmal etwas Wundfühlen der Zunge kommt vom nächtlichen Pressen der Zunge gegen den Gaumen.. Und ich hatte Zeiten, in denen ich mir regelmäßig blöd hinten auf die Zunge gebissen hab. Dachte, meine Zähne haben irgendwie nen blöden Biss. Auch das Engegefühl im Hals, als ob mir einer ein dünnes Band unterm Kinn nach hinten zieht, kenn ich schon längere Zeit. Das war schon früher nicht toll – doch unter den derzeitigen Bedingungen und Erkenntnissen mit Mamas Erkrankung macht mir das echt Panik.

Alles Scheiße .. wie soll das weiter gehen?

Komisch – plötzlich erscheint mir die Vergesslichkeit von Mama nur noch als ein untergeordnetes Problem. Wie sich die Dinge doch ändern…

Montag früh – und ich bin bereits komplett platt.

Mein Handy ist wieder da. Ich bin erleichtert. Doch ehrlich gesagt, ging ich eigentlich ab ca. Samstag Abend davon aus, dass ich es tatsächlich wieder bekomme. Sonntag früh war es nämlich laut Handy-Finder immer noch am gleichen Ort wie Samstag und das war nach wie vor die Stelle, wo die öffentlichen Verkehrsbetriebe hier ein Büro haben.

Heute um 7:04 rief mich dann das Büro an – auf dem Bildschirm war ja meine Telefonnummer. Damit war es dann gewiss. Juhu!

Trotzdem ist es noch besser, das Handy jetzt wieder bei mir zu haben. Uff!

Schnüggel und meine Schwester sind auch froh und hoffen, dass ich nie wieder mein Handy verliere – das waren ein paar Höllenstunden für sie.. Ja, für mich ja auch, bis Schnüggel diesen Handy-Finder im Internet auftat..

Und jetzt?

Ist alles wie vorher.

Die Welt hat’s nicht weiter beeindruckt, was war.

.. logisch.

Aber trotzdem:

Ich merke, mir saugt diese Kette an kleinen und großen Energieräuberereignissen der letzten Wochen und Monate ganz schön den Saft raus.. Mein Akku wird immer schneller leer und mir ist in den letzten Tagen superoft übel und in den Nächten schlafe ich immer schlechter und weniger. Schöner Mist.

Das war ja heute mal echt die Idee des Jahres!

Hab für heute ein Mikrozensusinterview ausgemacht – einfach, weil ich dachte, dann ist nächste Woche nicht so ne Hektik. Und ich hab für den Anschluss noch einen Terminvorschlag in einem anderen Bezirk gemacht.. weil ich da eh noch Selbstausfüllerformulare einwerfen musste.

Da die Bezirke etwas weiter voneinander weg liegen, überlegte ich, ob ich mit dem Auto fahre oder den Öffies – und weil ich ne Schwäbin bin, die Umwelt schonen möchte und Alltagsbewegung einbauen, entschied ich mich für die Bahn. Bin also mit Laptop und Formularen und hin und her in die Bahn, hab meiner Schwester, die heute zu mir kommt, noch geschrieben und dann einen Umschlag mit nem Formular vorbereitet .. und zwei Stationen vor Ausstieg noch an einem weiteren rumgemacht. Eigentlich war das etwas zu knapp und so hüpfte ich flott aus der Bahn und stopfte grad noch die Formulare im Rausrennen in die Laptoptasche.

Leider verlief das Interview nicht ganz wie gedacht. Die Dame war zwar sehr freundlich und nett – doch da die Sprachbarriere leider zu hoch war, brachen wir das Interview ab. Somit bekam die Dame das Formular zum Selbstausfüllen und ich versuchte noch weitere Haushalte (erfolglos) zu kontaktieren. Also gut – dann halt zum nächsten Bezirk. Ich wollte mir den Fahrplan aus dem Handy holen .. nur leider war da kein Handy! Nicht in der Hose, nicht im Rucksack, nicht in der Laptoptasche – und auch nicht im Wohnzimmer der freundlichen Dame, die ich extra nochmal aufsuchte.

Mist!

Mir war schnell klar, dass mein Handy bei meinem übereilten Ausstieg in der Bahn geblieben war.

Panik!

Jetzt war mir der Fahrplan mal egal, ich ging zur Bahn zurück und fragte dort beim Fahrer nach, ob ein Handy gefunden worden sei. Der fragte per Funk nach – doch es sei nichts abgegeben worden, hiess es.

Komplett frustriert fuhr ich zum nächsten Bezirk, um dort vor verschlossener Tür zu stehen.

NERV!

GANZ toll! Ich hab mein Handy verloren, weil ich gestresst und völlig sinnlos durch die Gegend gefahren bin, um jede Menge Interviews NICHT zu machen!

Und dazu noch:
Wäre ich mit dem Auto gefahren, hätte das nicht passieren können! Hätte ich da das Handy liegen lassen, würde es im Auto liegen – und vor allem hätte ich neben dem Auto fahren ja eh nicht irgendwelche Formulare ausgefüllt. Immer dieses blöde „Ich mach mal schnell noch“, um die Zeit besser zu nutzen!

Ich war sauer auf mich, meine Schusseligkeit, mein Verhalten im Allgemeinen und im  Besonderen – und überhaupt auf die Welt im Ganzen.

Frustriert fuhr ich nach Hause, nicht, ohne nochmal beim Fahrer meiner Linie des Verlustes nachzufragen. Zwecklos.

Zuhause betäubte ich mich erst mal mit ein bisschen fernsehen bis Schnüggel kam, dem ich sofort mein Leid klagte (und dem sofort klar war: DIeser Tag ist gelaufen! .. wie er mir später sagte). War er auch. Ich schrieb meiner Schwester auf Schnüggels Smartphone per WhatsApp, doch die reagierte nicht gross. Und dann trabte ich nochmal zur Bahn. Von diesem Fahrer erfuhr ich, wieviele Bahnen diese Linie befahren und er empfahl mir, dass ich einfach in jeder Bahn fragen sollte. Das würde so ca. 1,5 STunden brauchen, bis alles Bahnen durch sind, rechnete ich mir aus. Es war HÖLLEheiss und ich hölleschlecht drauf, fühlte mich fett und überhitzt und war verzweifelt. Ich ging also nach zwei Bahnen heim.

Dort war inzwischen meine Schwester – und ich berechnete mir mit Hilfe einer Exceltabelle, welche Bahn-Numemr denn die mit meinem Handy sein müsste, damit ich nicht 1,5 STunden lang Bahnen abpassen müsste..

Parallel dazu hatte ich es geschafft über meinen Netzbetreiber mein Handy zu orten. Irgendwo in der Innenstadt. Das klang schon mal nicht GANZ schlecht.. Denn anrufbar war das Handy auch noch. Es ging bloss keiner ran.

Ich trabte dann mal los, als „meine“ Bahn kam .. doch irgendwie kam die mir „fremd“ vor. Das war doch ein ganz anderes Modell gewesen, n dem ich zum Mikrozensus gefahren war, oder?

Nichts desto trotz durchkämmte ich die Bahn, nachdem ich die Fahrerin nach meinem Handy gefragt hatte. Und fuhr einfach zwei Stationen mit, weil ich nicht fertig wurde. Dann konnte ich zumindest auf dem Rückweg die nächste Bahn durchsuchen…

Doch als ich die nächste Bahn anfahren sah, stimmte die berechnete Bahn-Nummer nicht!

Wie jetzt??

Der Typ hatte mir offensichtlich eine falsche Anzahl von Bahnen genannt – damit war natürlich meine ganze Rückrechnerei Schrott – und somit liess ich mich heimfahren und ging wieder an meine Exceltabelle.. Meine gesuchte Bahn war die von dem Fahrer, von dem ich den Tipp mit dem „frag mal alle Bahnen der Linie durch“ hatte.

Inzwischen waren meine Nerven auch schon sehr dünn und ich kein angenehmer Zeitgenosse mehr für mein Schwesterchen und Schnüggel. Dieser hatte bei google was rausgefunden, wie ein Handy geortet werden kann über den Google-Account .. doch er brauchte länger, bis er mich zum einloggen bewegte. Erstens war ich sauer und zweitens mit dem Passwort nicht sicher und drittens eh sauer und viertens braucht man da doch ne SMS aufs Handy um rein zu kommen und ausserdem war ich sauer!

Also testete Schnüggel das Dingens mit seinem Handy und meinte kurz darauf erstaunt, das würde so ziemlich genau meine Wohnung hier anzeigen!!

DAS weckte nun doch mein Interesse und ich versuchte mich doch an meinem Passwort.. Und konnte mich tatsächlich beim zweiten Versuch einloggen.

Mein Handy war … tatsächlich nicht weit weg von dort, wo mein Netzanbieter es anzeigte! Und zwar an einer zentralen Station, von der ich wusste, dass es dort ein Büro der Verkehrsbetriebe gibt. Und dort lag es seit vier Stunden, wie mir google mitteilte. Und noch besser: Ich konnte mein Handy über den googleaccount nicht nur sperren, sondern auch ne Nachricht eingeben und eine Telefonnummer, die der Finder anrufen soll!

Doch inzwischen war ich eh schon sehr hoffnungsfroh, dass das Handy dort im Büro abgegeben worden war .. nur, dass das Büro natürlich inzwischen längst zu hatte.

Auf jeden Fall war meine Laune gerettet. Ich beschloss, das Handy als „gerettet“ zu sehen und den Rest des Wochenendes somit nicht mehr übellaunig zu sein.

Wir haben also Schwesterchens Koffer zu Mamas Wohnung gefahren und alle zusammen Mama besucht und im Anschluss ging es dann noch gemütlich zum Griechen. Sehr lecker.

Nach der Heimkehr war mein Handy immer noch an der gleichen Stelle.. das machte mich sehr glücklich, denn es bekräftigte die Vermutung, dass es beim Büro der Verkehrsbetriebe abgegeben worden war.

Also werde ich da am Montag mal vorbeischlappen – und gehe davon aus, dass ich es da erhalte 🙂

… aber echt:

Ich hab schon ein selten tolles Talent, mir unnötigen Stress ins Leben zu bringen!

Eigentlich wollten wir am Sonntag nur zum Kaffee trinken zu Mama .. und mal so schauen, wie sie daheim zurecht kommt. Meine Schwester ist ja am Freitag früh heim gefahren und somit war Mama seit Freitag Nachmittag (wo sie aus der Tagespflege kam) allein gewesen. Bei meiner Schwester gingen bereits zwei nächtliche Anrufe ein und auch der Notruf wurde wohl bereits betätigt, doch bei mir war bis Sonntag kein Lebenszeichen von Mama eingegangen. Und ich hatte mich absichtlich nicht gemeldet, um zu sehen, wie sie es so angeht. Doch Sonntag Mittag riefen wir dann an, um uns für den Kaffee anzumelden. Mama hörte sich etwas seltsam an, aber das hing ich jetzt mal nicht so hoch – außerdem wären wir ja in Kürze bei ihr.

Mama erzählte uns dann, dass es ihr nicht so gut ginge, dass ihr Tabletten nicht gebracht worden wären und vor allem, dass ihr beim Trinken das Wasser wieder aus der Nase käme. Außerdem sprach sie auch ganz komisch, wie wenn sie eine Kartoffel im Mund hätte. Doch sie meinte, dass die Prothese nicht verrutscht wäre und auch sonst keine Schmerzen im Mund seien. Sie halt nur Probleme beim Sprechen hätte..

Mit dieser Aussage „Wasser aus der Nase“ konnte ich mal gar nichts anfangen, doch das hatte mir meine Schwester schon am Telefon erzählt gehabt, dass Mama das bei den nächtlichen Anrufen erzählt hätte, und ich fragte irritiert, ob sie im Liegen getrunken hätte oder wie denn das gehen solle.. Doch das bekam ich dann kurz darauf live vorgeführt, als Mama am Kaffeetisch der Kaffee tatsächlich aus der Nase lief. Im Sitzen.

Also DAS war dann echt nimmer normal! Und dann das Sprechen..

Ich forderte Mama auf, mir ihre Zunge zu zeigen … und fand, die sah sehr komisch aus. Irgendwie wie ein Bollen, so geschwollen!

Ich sagte, dass mir jetzt alles wurscht sei – wir würden jetzt sofort in die Notaufnahme gehen! Mama protestierte, dass doch die vom Notruf gesagt hätten, das sei nicht nötig und überhaupt, aber ich meinte nur, wir gingen jetzt. Fertig.

In dem Moment kam die Pflegerin mit den Tabletten und ich fragte, ob ihr was aufgefallen sei – doch sie meinte, es wäre jemand anders die letzten Male gekommen und sie zum ersten Mal. Sie machte dann eine Notiz ins Buch und ich packte die Tabletten ein, denn die sollten erst nach dem Essen genommen werden – und eigentlich ging ich davon aus, dass Mama irgendeine Antihistaminspritze oder sowas bekommen wird und wir dann wieder heim kommen würden.

Im Krankenhaus wurden wir erst mal an die Notfallpraxis verwiesen. Dort zettelte ich ein wütendes Wortgefecht mit einem anderen Patienten an .. weil der einfach einen hochgradigen Blödsinn zu einem Reizthema von mir erzählte. Doch ich hab tatsächlich etwas SEHR überzogen reagiert. Hab wohl wirklich dünne Nerven derzeit. Dann gingen Mama und ich nach der Anmeldung ins Wartezimmer und Schnüggel (der den Wagen geparkt hatte und meinen Ausraster somit nicht mitbekommen) kam auch. Mir war das inzwischen etwas peinlich – und der andere Patient traute sich wohl nicht ins Wartezimmer zu der Furie (aber vielleicht hatte er auch nichts mehr zu warten) und so erzählte ich Schnüggel, dass ich nen kleinen Ausraster hatte, weil einer über dieses  Reizthema Quatsch erzählt hatte – Schnüggel lachte und meinte, das wäre ja mal ein ganz schlechter Zeitpunkt von dem Typen gewesen, dieses Thema anzusprechen und jetzt wüßte er auch, warum der Typ draußen so verschüchtert geguckt hat..

Erinnert mich irgendwie dran, wo so ein Typ auf dem IKEA-Parkplatz in das Auto vom Ex-Süßen reingerauscht ist (na gut, der Ex-Süße ist auch wirklich ein bißchen bescheuert gefahren – der war nicht so der Autofahrer vor dem Herrn) – und ich auch aus dem Auto raus gesprungen bin wie ne Furie und den rund gemacht hab. Der (und der Ex-Süße) waren total geschockt und am Ende hat er dem Ex-Süßen sogar noch 10 DM gegeben und gemeint, er solle mit mir nen Kaffee trinken gehen, damit ich mich wieder beruhige.
… naja .. soweit ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit.

Den Typen hab ich auf jeden Fall nimmer im Flur gesehen, als wir ins Sprechzimmer des Arztes gerufen wurden. Dieser untersuchte Mama, konnte aber nichts wirklich als Ursache finden. Und die Zunge sei auch nicht geschwollen, meinte er. Nichts desto trotz fand er den Fall komisch. So nahm er Mama Blut ab, um zu schauen, ob sich da was zeigte. Ich ging dann mit Mama derweil in die Cafeteria, denn wir hatten ne Dreiviertelstunde zu warten. Schnüggel fuhr zu Mama heim, weil er meinte, dass die Kaffeemaschine wohl noch an sei. War sie dann übrigens nicht .. aber egal.

Die Auswertung des Blutes brachte keine Erkenntnisse – und der Arzt meinte, er würde Mama nun zur Inneren schicken.

Also saßen wir bald im nächsten Wartezimmer. Und dann im nächsten Sprechzimmer. Und dann kam eine Internistin, die Mama viel fragte und auch keine Ursache fand. Und meinte, sie würde nun einen Neurologen hinzuziehen. Der kam dann kurz darauf und machte einige Tests mit Mama, die sie mehr oder weniger gut machte und als Abschluss nickte der Neurologe dann zu der Internistin:„Das ist ein Fall für die Neurologie.“

Ich fand das irgendwie beruhigend, dass nun jemand was gefunden hatte. Inzwischen hatte ich mir das Ganze auch so erklärt, dass die Zunge wohl wirklich nicht geschwollen war, sondern eher so ne Art Lähmung hatte. Deswegen auch das Problem mit dem Schlucken. Und auch Mamas Augenlider hingen irgendwie tiefer als sonst. Das fragte der Arzt auch, ob das ungewöhnlich sei – und ich konnte ihm dann mit einem Bild von Mama auf dem Handy zeigen, dass sie normal nicht so hängende Augen hatte.

Der Arzt meinte dann, Mama würde im Krankenhaus bleiben, da man das näher untersuchen müsse.

Damit hatte ich ja nun nicht so richtig gerechnet, als wir von daheim gegangen waren, somit hatte ich natürlich nichts gepackt gehabt.. Aber inzwischen war ich schon irgendwie erleichtert, denn so ein wohliges Gefühl hätte ich nicht gehabt, wenn Mama in diesem Zustand allein daheim geblieben wäre. Und vor allem Mama war froh! Sie heulte vor Erleichterung, dass ihr nun geholfen würde. Und ich glaub, sie fühlt sich wirklich überfordert daheim. Das konnte ich mir ihr dann auch besprechen, da sie wirklich einen sehr ruhigen und klaren Moment hatte, da im Sprechzimmer, als wir auf den nächsten Schritt warteten. Es wurde noch einiges gemessen und gemacht und als der Arzt nochmal kam, fragte ich, was Mama denn nun hätte. Er meinte, es sei wohl kein Schlaganfall – doch er würde sich noch etwas bedeckt halten wollen mit der möglichen Diagnose und morgen einen Kollegen hinzuziehen und noch einige Tests machen wollen, bevor er etwas sagen wolle. Er vermute eine altersbedingte Krankheit, welche besonders Frauen betreffen würde. Doch vermutlich kein Tumor. So richtig klug wurde ich nicht daraus, doch ich hatte ein gutes Gefühl bei dem Arzt, der auf mich einen sehr beruhigenden Eindruck machte. Und vor allem: Mama war versorgt und es wurde nach ihr geschaut. Und eine Tablette, die sie seit kurzem bekommt, setzte der Doktor sofort ab. Er meinte, wenn sich sein Verdacht bestätigen würde, wäre diese Tablette krankheitsfördernd.

Auf jeden Fall kam Mama dann in den Aufnahmebereich und Schnüggel und ich gingen zu ihr, um ihre Sachen zu holen. Inzwischen hab ich traurigerweise eine gewisse Routine beim Packen von Mamas Sachen! Zudem rief mich meine Schwester an, um mich zu unterstützen, denn sie hatte gerade erst mit Mama den Schrank neu eingeräumt (da Mama ein sehr seltsames System hat, ihre Klamotten zueinander einzuordnen – nicht so Hosen, Hosen, Hosen, Pullis, Pullis, Pullis, T-Shirts, T-Shirts, T-Shirt sondern so diese Hose zu diesem T-Shirt und jener Pulli zu dieser Hose und dann wieder zwei T-Shirts, die auch zu dieser Hose passen .. also es macht einen wahnsinnig, wenn man da zB ne Leggings sucht und dann in Stapeln von T-Shirts schauen muß, wo die Leggings ist, weil die zu DIESEN T-SHirts gehört…)

Gegen elf waren dann die Sachen bei Mama, ich hatte alle möglichen Nachrichten geschrieben und hinterlassen, damit Medikamentengabe und andere Stellen von Mamas erneutem Klinikaufenthalt informiert waren –  und wir waren endlich auf dem Heimweg.

Schon der dritte Krankenhausaufenthalt von Mama dieses Jahr. Wird langsam zur Gewohnheit..

Aber gut .. aller guten Dinge sind drei. Vielleicht finden sie was, dass Mama stabilisiert oder vielleicht die Ursache für ihre Unsicherheit ist … und es ist behandelbar. Und es liegt gar nicht alles an Demenz oder Depression, was ihr gerade das Leben auf der seelischen und Gefühlsebene so schwer macht. Oder wenn es daran liegt: Vielleicht gibt es trotzdem einfach was, was ihr hilft.

.. wir alle hoffen es!

Da sitz ich. Beim Punkt „Ruhe“ vom vorhin ausgefüllten Freitags-Füller. Also zumindest sowas wie Ruhe – auf dem Sofa mit dem Laptop und im Fernsehen läuft Young Sherlock Holmes.

Der Nachmittag war echt schön. Meine Freundin hat nen Rucksack gekauft für ihre geplante Wanderung. Ich hab auch einen gekauft – aber nur so für den Alltag. Und der Rucksack scheuert. Ich weiss nicht, ob ich den behalten mag.. Mal schauen, vielleicht tausch ich ihn um oder geb ihn zurück. Ist trotzdem schon mal n Fortschritt (selbst wenn ich ihn zurück gebe), weil mein letzter Rucksack schon seit Monaten hinüber ist und ich mir bisher noch keine Zeit genommen hab, mir einen Ersatz zu kaufen – und jetzt hab ich mich immerhin schon mal um ne Neuanschaffung gekümmert. Is doch was 😉

Ehrlich gesagt: Wenn ich meinen Eintrag zum letzten Freitags-Füller lese, fühle ich mich ja selbst als Drama-Queen. Bin ich echt so überfordert – oder überzieh ich einfach nur?

Aber ich hab mich echt so gefühlt in dem Moment, wo ich das geschrieben hab!

Jetzt bin ich wieder ausgeglichener … der Nachmittag mit meiner Freundin hat mir wohl echt gut getan. Auch wenn die mich manchmal mit ihrer gandenlosen Ehrlichkeit nervt, die ich nicht immer hören mag – ist unbequem!

Somit wurde mir auch vor Augen geführt, dass sie ihre Träume und Ziele hat und diese verfolgt… und mir diese gerade irgendwie abhanden kommen und ich nur noch das Gefühl hab, irgendwie allem Möglichen hinterher zu stramplen..

Das tat weniger gut.

Überhaupt: Wo ist bei mir gerade die Grenze zwischen Überdramatisieren und wirklicher Überforderung?  Ich weiss es nicht.

Im Moment fühlt sich alles sehr ruhig und gut an … doch heute Nachmittag war WIRKLICH alles für mich hochdramatisch und nicht zu schaffen. Und das Ganze aus eigentlich kleinem Anlass.

Vielleicht strengt es mich derzeit so an, auf der Gerade zu bleiben, dass ich bei der kleinsten Unebenheit total in Panik, aus dem Gleichgewicht zu kommen, das Lenkrad völlig verreiße und heillos übersteure!

Hm.

Komm runter Drama-Queen! *Augenroll*

… hier gerade auf meiner Couch kann ich das gar nicht richtig nachvollziehen.

Doch ich fürchte, der nächste Ausschlag des barbarellischen Dramameters lauert schon auf mich..

Mist.

Ich weiss mich langsam nicht mehr ganz einzuschätzen und das macht mir Sorge. Manche Leute sagen, dass ich wirklich zu viel um die Ohren hab und auf mich achten soll – und irgendwie sprechen die Zeichen dafür … und trotzdem ist es so schwierig, los zu lassen oder sich mit dem Gedanken zu befassen, dass ich irgendwo kürzer treten soll(te).

… vielleicht sind ja die anderen die Drama-Queens und Drama-Kings???

Oder ist das nur so eine Art blauäugiges Pippi Langstrumpf Syndrom von mir, a la „Ich mach mir die Welt, widde-widde, wie sie mir gefällt!“?

Mann, ging der Urlaub schnell rum.

Okay – bei nicht mal 1,5 Wochen ist das ja klar.

So richtig runter gekommen bin ich nicht, ich hab gemerkt, wie ich oft innerlich noch sehr am rotieren war. Selbst wenn nichts zu tun war – oder vielleicht gerade deswegen.

.. da fällt mir ein: Ich muß gleich mal beim Finanzamt anrufen!

Okay … Verlängerung für meine Steuererklärung ist jetzt bis Ende September.

Uff … schon wieder was von der Liste.

Irgendwie sind es lauter so Kleinigkeiten, die mich dauernd wieder hochpeitschen. Da ein Anruf beim Finanzamt, ein Telefonat mit der Hausärztin (wir versuchen seit über drei Wochen miteinander zu telefonieren, damit ich mal die Ergebnisse meiner Blutuntersuchung mitgeteilt bekomme), einen Termin mit dem Orthopäden (ja, ganz toll – hab vor ein paar Tagen festgestellt, dass sich bei mir ein Überbein am Fußspann bildet! Panik!) und dann wollte ich eigentlich noch wegen einer geplanten Kur mal Erkundungen einziehen.. Das stresst mich auch ein bißchen.

Und das war nur das „ganz private Telefonzeug“.

Beim Mikrozensus lauern noch Stunden von Interviews auf mich. Doch irgendwie kann ich das nicht loslassen. Ich weiß, dass ich diese Arbeit eigentlich abschieben sollte zur Zeit.

Denn beim Theater hab ich jetzt auch wieder etwas mehr zu tun, da ich mich um Prospekte und Plakate kümmere .. eigentlich um das ganze Werbungszeug. Doch bei dem kenn ich mich nicht aus. Deswegen hab ich gerade nur Prospekte und Plakate auf dem Schirm. Und ich hab die Rolle für die neue Saison zugesagt. War vielleicht auch etwas doof.

.. denn ich weiß ja nicht genau, was mit Mama an zusätzlicher Arbeit auf mich zukommt. Mama ist seit ein paar Tagen wieder aus der ReHa daheim und meine Schwester wohnt im Moment komplett bei ihr, um alles zu organisieren. Da bin ich ihr echt dankbar. Heute zum Beispiel ist der Termin mit dem MDK wegen der Einstufung des Pflegegrads. Im Prinzip geht irgendwie gar nichts mehr bei Mama „einfach so“. Nicht mal ein Arzttermin oder sowas. Ich find das ziemlich beängstigend. Vielleicht unterschätze ich Mama auch. Keine Ahnung.. Doch gestern waren wir zum Beispiel Eis essen (also meine Schwester und ich, Mama hat sich daheim ausgeruht) und als wir wiederkamen, meinte Mama, sie hätte schon „zu Abend gegessen“ … ja, sie hat nen Joghurt gegessen. Und so ähnlich ist das dann halt auch mit „Mittagessen“ oder ähnlichem.. Verflixt. Ich werde immer mehr (im Urlaub hab ich am Tag eine Tafel Schokolade und mehr gegessen… ich weiß auch nicht, ich hab den unheimlichen Ess- und Süßbedarf) und Mama ist spindeldürr. Warum hab ich das nicht von ihr, dass ich einfach nichts zu essen brauch?

Ich glaub, es ist wichtig, dass ich wieder mit Sport anfange, um die inneren Spannungen abzubauen! Ich hab heute die 94 kg überschritten (eigentlich erstaunlich wenig für die Kalorien, die ich in mich reingestopft habe in den letzten Wochen!) und hab gestern bewußt bemerkt, dass ich dazu tendiere, den Fahrstuhl nehmen zu wollen. Ja, klar. Es wird langsam wieder beschwerlich, die Treppe zu nehmen! Ganz schlecht! Ja, und im Urlaub bewege ich mich auch oftmals weniger, als an einem normalen Tag. So ein Urlaubstag oder Wochenendtag daheim – da komm ich auf keine 2000 Schritt. Normal bekomm ich in meinem Alltag die 8000 bis 10000 Schritte schon irgendwie ohne Megaumstände zusammen.

Naja, gut.

Zum Glück geht es sich hier im Büro ruhig an. Das brauch ich grad auch, dass ich hier zumindest halbwegs nen Ruhepol hab. Schon was erledigen und wegschaffen, aber nicht noch bergeweise das Zeug oben drauf. Ich hab auch vor, etwas Zeug weg zu schaffen hier. Und damit meine ich: Ablage, Ablage, Ablage und weg mit dem Krempel! Das erdrückt mich hier alles!

Kleines Problem: Ich hab seit Jahr(zehnten) keine Ablage gemacht und ich bekomme Panikanfälle, wenn ich es machen soll. Doch das macht es ja auch nicht besser. Die Stapel wachsen und wachsen und ich hab keinerlei Übersicht mehr! Also muß ich der Angst ins Auge schauen, das Herzrasen und die Atemnot überwinden, die mich beim Beschäftigen mit dem Papierbergen befällt – und endlich reduzieren und aufräumen!

.. oh Gott – schon wenn ich das schreibe, bekomme ich einen Anflug von Angst, wird mir übel und befällt mich ein flaues, kopfloses Gefühl.

Aber egal.

So kann es nicht weitergehen!

Heute wird noch ein bißchen „Urlaubsrückstände“ aufgearbeitet und ein paar einfache Arbeiten erledigt sowie dringende Anfragen beantwortet – und morgen starte ich mit der ersten Portion an „Aufräumen“. Auch wenn es nur EIN Ordner wird, der dann geordnet ist .. das ist dann ein Anfang! Einfach nicht entmutigen lasen von den noch unsortierten Ordnern, die da noch lauern!

So!

Daheim wäre das zwar auch ne gute Sache … doch irgendwie kann cih nicht an allen Fronten gleichzeitig Kraft investieren. Also werden jetzt erst mal im Büro die ersten Schritte in die Klarheit gemacht!

Erster Urlaubstag – juhuu 😀

Ich bin in aller Herrgottsfrühe aus dem Haus (wirklich früher, als wenn ich normal zur Arbeit gehe), um zu Mama in die Reha mit dem Zug zu fahren, damit ich dort packen kann und mit ihr mit dem Fahrdienst zurückfahre. Lief soweit gut. Und obwohl ich mich gestern noch tierisch genervt hab, weil die Bahn durch nen Schienenersatzverkehr ersetzt wurde und ich somit 45 Minuten Bus zu fahren hatte, muss ich sagen: War voll geil! Ich hatte ne total schöne Fahrt und hab die total genossen!

Als wir bei Mama ankamen, hatte Schwesterchen schon gekocht und somit konnten wir gleich kurz nach der Ankunft essen. Und ne Waschmaschine hab ich bei Mama dann auch gleich gestartet. Da der familiäre Stresslevel dann langsam sehr hoch wurde, bat ich meine Schwester, mich heim zu fahren – udn wir haben uns dann noch ein Spaghettieis gegönnt (in der besten Eisdiele der Welt) und ich hab noch mein neu gestaltetes Plakat fürs Theater bei der Theaterkollegin vorbei gebracht. Und dann haben Schwesterchen und ich noch Karten im Musical gebucht: Mary Poppins .. Juhuuuu!!

Als Schwesterchen gegangen ist, hab ich mich nach dem Starten der zweiten Waschmaschine und einem Telefonat mit Schnüggel mal noch ein bisschen hingelegt und bin ne gute Stunde weggeknackt. Voll platt halt. Wenig Schlaf heute (da ich erst gegen eins eingeschlafen bin und schon wieder vor sieben wach war) und viel Äktschn..

Aber: Ich hab trotzdem ein „Happy Urlaubsday“-Gefühl 😀

Hab zwar dann noch ein paar Stunden mit nem Videospiel vertrödelt bis Schnüggel kam, aber egal … hab Urlaub, darf ein bisschen trödeln und runterkommen – und in den Urlaub fahren wir erst morgen gegen halb drei 😉

Der gestrige und zweite Tag Kalorienzählen fiel schon leichter.

Lag aber vielleicht auch an den Umständen, dass ich den ganzen Nachmittag in einer Wohnung mit leerem Kühlschrank war und so gar nicht auf die Idee kam, auf was verzichten zu müssen im Moment..

Gestern haben wir nämlich Mama in die Wohnung gekarrt und dort den Koffer für die ReHa mit ihr gepackt.

Was ein Horror!

Mama war schon scheiße drauf, als wir zu ihr ins Heim kamen.

Und dann der Mega-GAU:

Ich hatte ihre dicken Klamotten über den Arm gelegt, um sie mit zu ihr heim zu nehmen.

Mama raunzte mich an, die könne ich doch da lassen.

Ich meinte dann, dass wir doch das Zimmer eh leer räumen müssen und das es doch praktischer wäre, die Sachen dann gleich mit zu ihr zu nehmen, die sie für die ReHa nicht braucht.

Da meinte sie, wie ich das meinen würde .. und mir fiel auf, dass Mama davon ausgeht, dass sie nach der ReHa wieder in genau das gleiche Zimmer ins Pflegeheim kommt!

Ab da war alles aus.

Mama war total fertig und sauer und „Mir sagt wieder keiner was!“ in allen Schattierungen.

Nein, ihr sagt keiner was. Nie.

Allein gestern hab ich ihr zum Beispiel viermal gesagt, das sie nicht morgen, sondern übermorgen in die ReHa kommt. Trotzdem hat sie meine Schwester später am Telefon nochmal verbessert, weil Mama wieder erzählte, sie kommt morgen zur ReHa. Wahrscheinlich wird sie heute den ganzen Vormittag auf den Fahrer warten..

Und es war völlig sinnlos ihr zu erklären, dass sie im Heim war, weil sie nach der OP ihr Bein nicht belasten durfte und deswegen nicht daheim sein konnte. Sie erzählt munter, dass sie kürzlich „vor ihrem Absturz“ noch gelaufen ist.

„Absturz“ ist ein Wort, dass Mama seit Jahren raushaut – und ich finde es immer etwas schwierig, das nun wirklich einem Ereignis zuzuordnen. Welchen „Absturz“ sie nun meint, bleibt unklar. Weil ich hab auch schon genug Erfahrung, dass sie wütend wird, wenn man nachfragt, was sie meint. Weil wir das doch wissen (müssen).

Ununterbrochen hat sie dann rumgenöhlt, dass ihr keiner sagt, wo sie wohnt und sie ja sowieso nie machen darf, was sie will und ihr immer alles vorgeschrieben wird. Und wenn man drauf reagiert hat, hat sie einen angefahren, man solle das Thema doch endlich mal sein lassen und nicht dauernd wieder davon anfangen.

Ich war nach einer Weile so stinkesauer und kurz davor Mama an den Hals zu springen und sie zu erwürgen, dass ich letztlich zur Tür rausgestürmt bin und die zugeknallt hab. Mama und Schnüggel hab ich einfach in der Wohnung gelassen. Und dann bin ich ne Viertelstunde (oder so) spazieren gegangen.

Danach war es dann besser und ein Packen möglich.

Trotzdem war der Nachmittag höchstgradig stressig. Und als wir Mama zurück im Heim hatten, mit Koffer und Co, da meinte ich zu Schnüggel, dass ich mir jetzt eine Pizza verdient hätte!

Hab nämlich am Freitag mitbekommen, dass es bei Mama in der Nähe eine glutenfreie Pizzeria gibt. Bestens!

Also hab ich gestern gefrühstückt (ein Ei, eine Scheibe Brot, etwas Butter, eine Scheibe Putenschinken, etwas Honig und natürlich Kaffee und Stevia) und abends eine Pizza gegessen. Glutenfrei. Mit Salami, Sardellen, Artischocken, Oliven, Pilzen und Mozarella-Käse.

Sonst nix.

Find ich gut.

So!

.. mit dem Kalorienaufschreiben war das zwar dann etwas „Malen nach Zahlen Raten von Zahlen“ aber ich sollte trotzdem unter dem Tagesverbrauch geblieben sein..

Gestern hatten wir Theaterversammlung. Mein Theaterkollege kam zu spät und schon beim Reinkommen dachte ich:„Hey, der sieht heute gut aus… irgendwie so frisch!“ Irgendwann später dachte ich:„Hat er abgenommen?“ Und in der Pause fragte ich:„Du siehst super aus! Hast Du abgenommen?“ „30 kg in 90 Tagen!“ antwortete er.

Whaaaat?!

Hammer!

Er meinte, er hätte in den Spiegel geschaut, sich gesagt, jetzt ist Schluss, die Ernährung umgestellt und jeden Tag 1,5 Stunden Sport gemacht..

Oh Mann … 30 kg in 90 Tagen .. das sind 7000 x 30 = 210.000 gesparte kcal!!! In 90 Tagen!! Also ca. 2333 gesparte kcal pro Tag!!

Wie soll das denn gehen… ??

Also ich hab doch nur nen Bedarf an 2135 kcal am Tag … also 90 Tage nichts essen plus etwas zusätzlichen Sport im Rahmen von ca. 200 kcal und dann hätte ich in 90 Tagen 63 kg.

Na gut … ich will ja gar nicht wirklich 63 kg wiegen. Das übersteigt meine Vorstellungskraft total.  73 kg wären super. Und sind für meine Vorstellungskraft schon eine extreme Herausforderung.. Ideal wären 68 kg, doch die halte ich auch für sehr unrealistisch..

*seufz*

Eigentlich wäre ich fürs Erste ja schon zufrieden, wenn ich die 85 kg erreiche und damit nur noch Übergewicht hab.

Heute hab ich auf jeden Fall schon mal angefangen, meine Kalorien aufzuschreiben. Hat mir schon mindestens ein Brot (nebst Aufstrich) und einen Joghurt auf dem Kalorienkonto erspart durch Bewusstsein.

Also schon erster Erfolg.

8 vorne .. ich komme!

… vielleicht nicht gleich nächste Woche – doch wie wäre es mit August?

Das halt ich für ein realistisches und gutes Ziel!!

.. dann werde ich mal schauen, dass ich nen Schrittzähler bestelle .. auf geht’s! 😀

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