You are currently browsing the category archive for the ‘Schnüggel’ category.

Eigentlich wollten wir am Sonntag nur zum Kaffee trinken zu Mama .. und mal so schauen, wie sie daheim zurecht kommt. Meine Schwester ist ja am Freitag früh heim gefahren und somit war Mama seit Freitag Nachmittag (wo sie aus der Tagespflege kam) allein gewesen. Bei meiner Schwester gingen bereits zwei nächtliche Anrufe ein und auch der Notruf wurde wohl bereits betätigt, doch bei mir war bis Sonntag kein Lebenszeichen von Mama eingegangen. Und ich hatte mich absichtlich nicht gemeldet, um zu sehen, wie sie es so angeht. Doch Sonntag Mittag riefen wir dann an, um uns für den Kaffee anzumelden. Mama hörte sich etwas seltsam an, aber das hing ich jetzt mal nicht so hoch – außerdem wären wir ja in Kürze bei ihr.

Mama erzählte uns dann, dass es ihr nicht so gut ginge, dass ihr Tabletten nicht gebracht worden wären und vor allem, dass ihr beim Trinken das Wasser wieder aus der Nase käme. Außerdem sprach sie auch ganz komisch, wie wenn sie eine Kartoffel im Mund hätte. Doch sie meinte, dass die Prothese nicht verrutscht wäre und auch sonst keine Schmerzen im Mund seien. Sie halt nur Probleme beim Sprechen hätte..

Mit dieser Aussage „Wasser aus der Nase“ konnte ich mal gar nichts anfangen, doch das hatte mir meine Schwester schon am Telefon erzählt gehabt, dass Mama das bei den nächtlichen Anrufen erzählt hätte, und ich fragte irritiert, ob sie im Liegen getrunken hätte oder wie denn das gehen solle.. Doch das bekam ich dann kurz darauf live vorgeführt, als Mama am Kaffeetisch der Kaffee tatsächlich aus der Nase lief. Im Sitzen.

Also DAS war dann echt nimmer normal! Und dann das Sprechen..

Ich forderte Mama auf, mir ihre Zunge zu zeigen … und fand, die sah sehr komisch aus. Irgendwie wie ein Bollen, so geschwollen!

Ich sagte, dass mir jetzt alles wurscht sei – wir würden jetzt sofort in die Notaufnahme gehen! Mama protestierte, dass doch die vom Notruf gesagt hätten, das sei nicht nötig und überhaupt, aber ich meinte nur, wir gingen jetzt. Fertig.

In dem Moment kam die Pflegerin mit den Tabletten und ich fragte, ob ihr was aufgefallen sei – doch sie meinte, es wäre jemand anders die letzten Male gekommen und sie zum ersten Mal. Sie machte dann eine Notiz ins Buch und ich packte die Tabletten ein, denn die sollten erst nach dem Essen genommen werden – und eigentlich ging ich davon aus, dass Mama irgendeine Antihistaminspritze oder sowas bekommen wird und wir dann wieder heim kommen würden.

Im Krankenhaus wurden wir erst mal an die Notfallpraxis verwiesen. Dort zettelte ich ein wütendes Wortgefecht mit einem anderen Patienten an .. weil der einfach einen hochgradigen Blödsinn zu einem Reizthema von mir erzählte. Doch ich hab tatsächlich etwas SEHR überzogen reagiert. Hab wohl wirklich dünne Nerven derzeit. Dann gingen Mama und ich nach der Anmeldung ins Wartezimmer und Schnüggel (der den Wagen geparkt hatte und meinen Ausraster somit nicht mitbekommen) kam auch. Mir war das inzwischen etwas peinlich – und der andere Patient traute sich wohl nicht ins Wartezimmer zu der Furie (aber vielleicht hatte er auch nichts mehr zu warten) und so erzählte ich Schnüggel, dass ich nen kleinen Ausraster hatte, weil einer über dieses  Reizthema Quatsch erzählt hatte – Schnüggel lachte und meinte, das wäre ja mal ein ganz schlechter Zeitpunkt von dem Typen gewesen, dieses Thema anzusprechen und jetzt wüßte er auch, warum der Typ draußen so verschüchtert geguckt hat..

Erinnert mich irgendwie dran, wo so ein Typ auf dem IKEA-Parkplatz in das Auto vom Ex-Süßen reingerauscht ist (na gut, der Ex-Süße ist auch wirklich ein bißchen bescheuert gefahren – der war nicht so der Autofahrer vor dem Herrn) – und ich auch aus dem Auto raus gesprungen bin wie ne Furie und den rund gemacht hab. Der (und der Ex-Süße) waren total geschockt und am Ende hat er dem Ex-Süßen sogar noch 10 DM gegeben und gemeint, er solle mit mir nen Kaffee trinken gehen, damit ich mich wieder beruhige.
… naja .. soweit ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit.

Den Typen hab ich auf jeden Fall nimmer im Flur gesehen, als wir ins Sprechzimmer des Arztes gerufen wurden. Dieser untersuchte Mama, konnte aber nichts wirklich als Ursache finden. Und die Zunge sei auch nicht geschwollen, meinte er. Nichts desto trotz fand er den Fall komisch. So nahm er Mama Blut ab, um zu schauen, ob sich da was zeigte. Ich ging dann mit Mama derweil in die Cafeteria, denn wir hatten ne Dreiviertelstunde zu warten. Schnüggel fuhr zu Mama heim, weil er meinte, dass die Kaffeemaschine wohl noch an sei. War sie dann übrigens nicht .. aber egal.

Die Auswertung des Blutes brachte keine Erkenntnisse – und der Arzt meinte, er würde Mama nun zur Inneren schicken.

Also saßen wir bald im nächsten Wartezimmer. Und dann im nächsten Sprechzimmer. Und dann kam eine Internistin, die Mama viel fragte und auch keine Ursache fand. Und meinte, sie würde nun einen Neurologen hinzuziehen. Der kam dann kurz darauf und machte einige Tests mit Mama, die sie mehr oder weniger gut machte und als Abschluss nickte der Neurologe dann zu der Internistin:„Das ist ein Fall für die Neurologie.“

Ich fand das irgendwie beruhigend, dass nun jemand was gefunden hatte. Inzwischen hatte ich mir das Ganze auch so erklärt, dass die Zunge wohl wirklich nicht geschwollen war, sondern eher so ne Art Lähmung hatte. Deswegen auch das Problem mit dem Schlucken. Und auch Mamas Augenlider hingen irgendwie tiefer als sonst. Das fragte der Arzt auch, ob das ungewöhnlich sei – und ich konnte ihm dann mit einem Bild von Mama auf dem Handy zeigen, dass sie normal nicht so hängende Augen hatte.

Der Arzt meinte dann, Mama würde im Krankenhaus bleiben, da man das näher untersuchen müsse.

Damit hatte ich ja nun nicht so richtig gerechnet, als wir von daheim gegangen waren, somit hatte ich natürlich nichts gepackt gehabt.. Aber inzwischen war ich schon irgendwie erleichtert, denn so ein wohliges Gefühl hätte ich nicht gehabt, wenn Mama in diesem Zustand allein daheim geblieben wäre. Und vor allem Mama war froh! Sie heulte vor Erleichterung, dass ihr nun geholfen würde. Und ich glaub, sie fühlt sich wirklich überfordert daheim. Das konnte ich mir ihr dann auch besprechen, da sie wirklich einen sehr ruhigen und klaren Moment hatte, da im Sprechzimmer, als wir auf den nächsten Schritt warteten. Es wurde noch einiges gemessen und gemacht und als der Arzt nochmal kam, fragte ich, was Mama denn nun hätte. Er meinte, es sei wohl kein Schlaganfall – doch er würde sich noch etwas bedeckt halten wollen mit der möglichen Diagnose und morgen einen Kollegen hinzuziehen und noch einige Tests machen wollen, bevor er etwas sagen wolle. Er vermute eine altersbedingte Krankheit, welche besonders Frauen betreffen würde. Doch vermutlich kein Tumor. So richtig klug wurde ich nicht daraus, doch ich hatte ein gutes Gefühl bei dem Arzt, der auf mich einen sehr beruhigenden Eindruck machte. Und vor allem: Mama war versorgt und es wurde nach ihr geschaut. Und eine Tablette, die sie seit kurzem bekommt, setzte der Doktor sofort ab. Er meinte, wenn sich sein Verdacht bestätigen würde, wäre diese Tablette krankheitsfördernd.

Auf jeden Fall kam Mama dann in den Aufnahmebereich und Schnüggel und ich gingen zu ihr, um ihre Sachen zu holen. Inzwischen hab ich traurigerweise eine gewisse Routine beim Packen von Mamas Sachen! Zudem rief mich meine Schwester an, um mich zu unterstützen, denn sie hatte gerade erst mit Mama den Schrank neu eingeräumt (da Mama ein sehr seltsames System hat, ihre Klamotten zueinander einzuordnen – nicht so Hosen, Hosen, Hosen, Pullis, Pullis, Pullis, T-Shirts, T-Shirts, T-Shirt sondern so diese Hose zu diesem T-Shirt und jener Pulli zu dieser Hose und dann wieder zwei T-Shirts, die auch zu dieser Hose passen .. also es macht einen wahnsinnig, wenn man da zB ne Leggings sucht und dann in Stapeln von T-Shirts schauen muß, wo die Leggings ist, weil die zu DIESEN T-SHirts gehört…)

Gegen elf waren dann die Sachen bei Mama, ich hatte alle möglichen Nachrichten geschrieben und hinterlassen, damit Medikamentengabe und andere Stellen von Mamas erneutem Klinikaufenthalt informiert waren –  und wir waren endlich auf dem Heimweg.

Schon der dritte Krankenhausaufenthalt von Mama dieses Jahr. Wird langsam zur Gewohnheit..

Aber gut .. aller guten Dinge sind drei. Vielleicht finden sie was, dass Mama stabilisiert oder vielleicht die Ursache für ihre Unsicherheit ist … und es ist behandelbar. Und es liegt gar nicht alles an Demenz oder Depression, was ihr gerade das Leben auf der seelischen und Gefühlsebene so schwer macht. Oder wenn es daran liegt: Vielleicht gibt es trotzdem einfach was, was ihr hilft.

.. wir alle hoffen es!

Advertisements

Das ist die Abschiedsformel von Veit Lindaus gestrigem Mail gewesen. Ich bekomme nämlich im Rahmen des Human Trust tägliche ne Motivationsmail. Lese die aber in letzter Zeit nicht oft.

Wenn ich die Mail von gestern heute lese – es ist der blanke Hohn …

Kurz zusammengefasst steht drin:„Nutze die Zeit heute – Du weißt nicht, wann Dein letzter Tag ist.“

Und was hab ich gestern gemacht?

Eine Megakrise gehabt. Eine regelrechte Lebenskrise gehabt.

Und ich bin noch nicht wirklich raus aus der Krise.

Ich fühle mich schlicht und ergreifend einsam, allein und mein Leben fühlt sich verschwendet an. So ohne Kinder. Ohne, dass da jemand ist, dem ich was bedeute und wichtig bin. (Ohne dass ich mir selbst wichtig bin..??) Und das ist natürlich ungerecht, denn ich bin ja zum Beispiel Schnüggel wichtig. Sagte er auch gestern. Und er wiederholte auch, dass er versteht, warum bisher kein Mann mit mir Kinder wollte … ich sei .. keine Ahnung .. nicht fähig, eine Mutter zu sein. Dass das Leben schon gewußt hätte, warum ich keine Kinder hab. Ich wäre total damit überfordert gewesen, ich wäre doch schon so (also ohne Kinder) vom Leben überfordert.

Das erschüttert mich total.

Ja, ich weiß auch, dass ich in diesem Leben nicht mehr Mutter werde.

Doch trotzdem.

Dieser Sonntag, er hängt mir nach.

Und ihm auch.

Er hat vorhin geschrieben, es ginge ihm nicht wirklich gut .. er hätte das Gefühl, mir mein Leben ruiniert zu haben (weil ich keine Kinder habe und sie nun auch in diesem Leben nicht mehr bekommen werde).

Hat er natürlich nicht allein. Ich bin ja selbst schuld, mein Leben geführt zu haben, wie ich es geführt habe und auch diese Partnerschaft eingegangen zu sein. Er sagte gleich zu Beginn, er wolle keine Kinder.

….

Und mir fällt einfach nichts mehr ein zu mir, meinen Wünschen, meinem Leben oder sonst irgendwas, was den gesamten Pfusch, den ich „mein Leben“ nenne, irgendwie rechtfertigt.

Wahrscheinlich nutzt alles rechtfertigen eh nichts. Das ist nur „Hirnfickerei“ und ändert nichts am Gefühl.

Was bleibt, ist ein schwarzes Loch, in dem ich mich im Moment befinde.

Hab heute ein Freitagsfeeling. Kein Wunder: Morgen ist Feiertag und den Freitag hab ich frei. Juhuu!

Schnüggel und ich haben von Donnerstag (also morgen) bis Samstag ein Hotelzimmer im Schwarzwald gebucht. Ist natürlich lächerlich nah, doch es geht mir mehr ums Rauskommen allgemein. Nen Wellnessbereich gibt’s in dem Hotel auch und ich hoffe auf Massagen. Und irgendwo in der Umgebung hat es da glaub auch nen See – also wäre „Gewässer“ auch gesichert. Vielleicht kann man sogar mit nem Bott drauf rumfahren.. Hinsitzen und draufgucken ist aber auch schon okay.

Im Büro ist es heute irgendwie *Matsch*

Hatte eine Besprechung, vor der ich ziemlich Muffesausen hatte – die lief gut … und ansonsten war noch jede Menge Zeug zu tun, über das ich nun mal leider komplett den Überblick verloren hab im Moment.

Eine Sache war terminlich sehr wichtig. Die ist erledigt. Doch eine andere steht noch an. Die muß ich noch machen.. Dann kamen noch Anfragen rein – eigentlich easy, doch ich weiß nicht, wie die Antwort formulieren. Und dann hab ich bemerkt, dass ich in einem Fall wohl was falsch verstanden hab und somit nicht richtig reagiert habe. Mist..

*seufz*

… hoffentlich komm ich heute noch hier raus.

Mama gegenüber hab ich auch schon wieder ein schlechtes Gewissen.

Irgendwie hab ich überall ein schlechtes Gewissen!

 

.. hat Schnüggel am Wochenende in meinen Gürtel gezwickt! 😀

Okay – das Loch kommt nur zum Tragen mit den etwas enger sitzenden Hosen, doch egal. Eigentlich stehe ich realistisch zwischen dem letzter Woche von meinem Kollegen und dem am Sonntag von Schnüggel hergestellten Loch.

87,1 kg hab ich heute. Und das finde ich toll! Ja, es ist ein bißchen mehr, als direkt nach dem Fasten, doch dass da natürlich auch der Darm komplett leer war und so, muß man ja schließlich auch bedenken. Ich hab gestern schön auf das Sättigungsgefühl geachtet und somit morgens tatsächlich noch die letzten vier Löffel meines Porridge abgedeckt in den Kühlschrank gestellt und dann am Abend gegessen, als ich nochmal Hunger bekam. Bin echt stolz! Okay – dass ich gut 200 g Rosinen dazu gegessen hab, weil ich so auf das Süße scharf war, war dann nimmer so der Bringer.. Doch besser Rosinen-Yunkie als Schokolade! *hüstel* .. sag ich mal so.

Ansonsten hat sich irgendwie am Wochenende eins ans andere gereiht. Zum großartig Luft holen kam ich nicht. Zweimal waren wir bei Mama … dazwischen Wäsche waschen, bügeln und zu Mama bringen und Theater und dann waren wir Samstag Nachmittag noch bei einer Veranstaltung von Ringana. Mir geht’s ja weniger um die Kosmetik als das Ergänzungszeug.. Im Briefkasten von Mama war dann auch Post zum Erledigen: Ein Schrieb der Krankenkasse und ne Rechnung vom Krankenhaus. Ja, klar .. nur Kleinkram. Trotzdem: Bei dem Schrieb war ein Fragebogen zum „Unfallhergang“ dabei .. da wir aber absolut keine Ahnung haben, was eigentlich los war und auch Mama nichts weiß, gab es eben auch noch ein längeres Telefonat mit meiner Schwester, in dem wir versuchten, nachzuvollziehen, was überhaupt passiert sein könnte. Ich hab den Fragebogen halt jetzt mal ausgefüllt, so gut es ging und zurückgeschickt – mit dem Hinweis, man könne mich ja kontaktieren. Mama damit zu belangen, wäre nicht besonders gut. Da kommt eh nur raus, dass sie sich aufregt. Und dann eben noch die Überweisung ausfüllen und von Mama unterschreiben lassen und dann bei der Bank einwerfen. Klingt ja auch alles schnell gemacht – ist ja aber doch ein Hin- und Hergefahre und zudem muß man halt auch einfach dran denken..

Für meine Dinge hatte ich überhaupt keine Zeit dieses Wochenende.. sprich: Ich sollte unbedingt für die Steuer meinen Einspruch begründen und dafür die Unterlagen zusammensuchen und auch unbedingt meinen Mikrozensus mal fertig machen, damit ich die letzten Interviews übertragen kann. Morgen stehen nämlich schon die nächsten wieder an..

Dafür bin ich jetzt wieder hübsch – die Haare sind neu gefärbt 😀

Da unklar ist, ob Schnüggel nächstes Wochenende kommt und er mein Färbemeister ist, war das dieses Wochenende noch dringend zu erledigen.

Und irgendwie reiht sich halt eine Sache an die nächste und das wenigste ist dann einfach erledigt, sondern zieht oft noch irgendwas nach..

Beispielsweise hab ich letzte Woche einen Sitzring für Mama gekauft. Im Sanitärhaus fragten sie nach einem Rezept dafür. Hatte ich natürlich keins. War ja meine Idee gewesen, das zu kaufen (also eigentlich meiner Schwester ihre – aber egal..). Also nahm ich den Ring mal mit und die freundliche Verkäuferin meinte, wenn ich ein Rezept in den nächsten zwei Wochen nachliefere, könnten wir das noch verkuddeln. Nachdem ich bei den Ärzten nicht durchkam, drückte ich meiner Schwester aufs Auge, sich darum zu kümmern. Bei Ärzten anrufen kann man auch von Bremen aus! Und schließlich meinte sie, ich soll ihr sagen, wenn sie was machen kann. Also hatte ich am nächsten Tag (das war Freitag) die Rückmeldung von ihr, dass das Rezept ans Pflegeheim geht. Ja, und seit gestern halte ich es in den Händen 😀 Also muß ich heute in der Mittagspause mal zum Sanitärhaus gehen und dort das verkuddeln. Und dann ist das hoffentlich das Thema „Sitzring“ abgeschlossen. Doch insgesamt ist halt alles immer so ein hin und her. Es war ja auch am Freitag dann ne Hektik, noch vor dem Theater bei Mama vorbei zu fahren, um ihr das Ding möglichst schnell zu bringen. Ich wollte das ja auch nicht tagelang bei mir liegen haben, während sie leidet!

Manchmal hab ich schon ein bisschen das Gefühl, nur noch durch die Gegend gescheucht zu werden. Von einer aufflammenden Brandstelle zur anderen zu flitzen und dort den Brand wieder zu löschen, während im Hintergrund drei neue Feuerherde hochflammen..

Eigentlich sollte ich mich um die Medikamentation von Mama kümmern .. doch das macht mir schon auch etwas Angst, das Thema. Und ich finde ihren Hausarzt auch nicht besonders fähig.. Doch je länger ich mich drücke, umso länger muß Mama vielleicht unter falschen Medikamenten leiden.

.. und das ist alles im Moment nur der „private“ Sektor, von dem ich schreibe.. Im Büro ist auch Hektik hoch zehn.

Einerseits belebt es mich ja, wenn was los ist – nur ist langsam ein ganz kleines bisschen ZU viel los!

Turbulente Woche!

Was ich komplett gesteckt hab, nachdem ich drei Tage lang den Müll als Gedankenstütze auf meinem Tisch gehortet hab, um irgendwann mal „nachzutragen“, ist das Kalorien aufschreiben. Es ist immer mehr im Laufe der Woche verebbt. Mein Gewicht steigt zwar sanft an – doch insgesamt überraschend wenig, im Vergleich zu manch anderem Mal, wenn ich wohl mehr im Limit geblieben bin. Vielleicht ist Stress halt doch ein spezieller „Zusatzmotor“ der mehr verbrennt, als nur den Normalverbrauch. Vielleicht ist das aber auch nur eine Fettlogik von mir. Auch egal.

Insgesamt find ich, hab ich noch erstaunlich gut die Übersicht und bin recht stabil. Seelisch stabil. Kenn ich auch ganz anders von mir.. Zumindest gab es da auch schon andere Zeiten. Und an heutigen Massstäben gemessen, war damals nicht so viel Belastung da.

Montag begann es auf der Arbeit gleich mal mit einem Termin mit dem Juristen. Und dann war ich noch beschäftigt, Termine beim Arzt abzusagen für Mama, zu organisieren, dass Daten ihrer CT-Untersuchung ins Krankenhaus kamen und lauter so Zeug. Ich sass bis spät nachts im Büro – und den Sport liess ich an dem Tag ausfallen, weil ich einfach zu platt war und nimmer aus der Wohnung kam. Deswegen hab ich auch mit schlechtem Gewissen verzichtet, noch zu Mama zu fahren.. Toll war auf jeden Fall der Kuchen meiner Kollegin – ein echtes Highlight! 😀

Dienstag hatte ich abends Termine beim Mirkozensus. Ich kannte den Bezirk nicht und legte es als schlechtes Zeichen aus, dass sich keiner gemeldet hatte. Normal ist immer ca. 1/3 bis 1/4 Terminänderungen und / oder Selbstausfüllerwünsche. Ich befürchtete, vor vielen verschlossenen Türen zu stehen. Nur einen Anruf bekam ich: Ein Haushalt würde also ausfallen, weil die Wohnung leer stand. Doch es lief unglaublich gut! Ich hab ALLE Interviews führen können – was nahezu einem Sechser im Lotto entspricht, einen Bezirk an einem Tag wie geplant zu schaffen! Unterm Tag hatte ich mit dem Sozialdienst des Krankenhauses telefoniert, nachdem ich gestern ersten Mailkontakt aufgenommen hatte – der konnte nur auf Anforderung eines Stationarztes tätig werden. Also rief ich auf Station an – doch einen Rückruf vom Stationsarzt hab ich nicht erhalten an dem Tag. Als ich am Abend bei Mama anrief, bekam ich einen Schock, weil sie so wilde Geschichten erzählte. Ich war mir sicher: Jetzt hat die Demenz voll zugeschlagen – alles ist aus, ich hab einen riesigen Fehler gemacht, sie aus ihrer gewohnten Umgebung raus zu holen und ins Krankenhaus zu bringen! Der Abend war mit Telefonaten mit meiner Schwester und Schnüggel gefüllt und an Sport nicht zu denken.

Mittwoch dann endlich der Rückruf vom Arzt. Sie hatten vorher keine Diagnose gehabt und somit wollte er erst jetzt zurückrufen, wo er weiteres weiss. Mama hat einen Riss im Kreuzbein, daher die Schmerzen. Ich hatte inzwischen von anderer Seite den Tipp bekommen, dass die Schmerzmittel für Mamas wilde Geschichten und kompletten Realitätsverlust verantwortlich sein könnten, als Nebenwirkung sozusagen. Der Arzt meinte, sie hätten Mama bereits vom Tropf genommen. Ich regte an, das sie Mama aus Entgiftungsgründen eine Kochsalzlösung geben könnten – den Tipp hatte ich auch bekommen. Der Sozialdienst war inzwischen vom Arzt angefordert worden. Doch irgendwie verpassten uns die Dame und ich den ganzen Tag. Auf der Arbeit war übrigens Frauentag und dazu Veranstaltungen … doch für das Gekasper hatte ich definitiv weder Zeit noch Nerv. Ich brauch mir nicht irgendwelche Vorträge über Ungerechtigkeiten, Zeitprobleme durch Doppelbelastung bei Frauen oder Trallala anhören, wenn mir eh schon so nicht genug Zeit bleibt, alles mit der Arbeit und dem PRivaten auf die Reihe zu bekommen.. Gut daran war, dass meiN Kollege aus dem Zimmer war und ich ungestört mit dem Arzt telefonieren konnte. Abends war ich ehrenamtlich engagiert bei einer Sitzung dabei. Ich muss auch gestehen, dass ich mich nicht ins Krankenhaus traute, nachdem ich Mama wieder am Telefon total verwirrt erlebt hatte. Sie hatte auf die Frage, ob meine Freundin (die in diesem Krankenhaus arbeitet) schon mal bei ihr reingeschaut hat, gesagt, dass sie die nicht kennt. Und sie kennt sie seit über 30 Jahren! Auch ihre Verabschiedung „und schönen Gruss an alle“ liess darauf schliessen, dass sie eigentlich gar nicht wusste, wer da gerade mit ihr telefonierte. Denn normal richtet Mama keine pauschalen Grüsse „an die anderen“ aus, sondern an Schnüggel. Der Abend war eh schon zu mit der Sitzung – udn auch an diesem Tag somit nicht an Sport zu denken. Somit wurde es schlicht ein weiterer Abend, bei dem ich erschöpft auf der Couch einschlief (wie so oft in den letzten Tagen, ja fast Wochen).

Donnerstag fing der Tag früh an, da ich zur Massage ging vor der Arbeit. Meine Physiotherapeutin brachte übrigens zum ersten Mal das Wort „Halluzination“ für Mamas Zustand ins Spiel. Das fand ich sehr beruhigend, da es nicht nach einem kompletten unwiederbringlichen Abrutsch in die Demenz klang, sondern irgendwie vorübergehend. Vielleicht war mit der Kochsalzlösung wirklich was zu retten… Auf der Arbeit ploppte ein Problem, dass ich eigentlich für abgeschlossen gehalten hatte wieder hoch. Ist ja auch super, wenn da wieder so Leichen hochkommen, weil ich sonst grad nichts zu tun hab auf der Arbeit und auch derzeit dort überhaupt kein Druck ist *ironie*… Inzwischen rückten auch zwei Arzttermine am Montag näher, die ich absagen musste. Zwar hatte der Arzt gestern angedroht, Mama am Freitag zu entlassen – doch ich hoffte, dass das nicht so käme. Wo sollte sie denn hin?? Daheim konnte sie so nicht sein – selbst mit zwei oder dreimal Besuch vom Ambulanten Sozialdienst nicht! Den einen Termin abzusagen stellte sich als wahre Kunst heraus, da er vom Arzt als Überweisung ausgemacht worden war und die Dame an der anderen Leitung nichts vom Termin wusste. Somit musste ich dann wieder rumtelefonieren, um überhaupt raus zu finden, wo der Arzt angerufen hatte und lauter so Drama. Wäre ja heiter gewesen, wenn wir zu dem Termin hin wären – und keiner hätte was davon gewusst. Auf Arbeit war der Vormittag mit einer Besprechung voll und anschliessend eine Veranstaltung, bei der zu einer Einführung eines neuen Systems ein Vortrag gehalten wurde. Das ist auch alles sehr nervig.. Ich fühle mich extrem ausgeliefert und entmündigt bei diesem Verfahren. EIne wirkliche Unverschämtheit! Am Abend hatte ich mit meiner Freundin den zweiten Teil eines Mosaikkurses. Das war ECHT schön 😀 Ich hab an den beiden Abenden ein superhübsches Mosaikkerzenhalterchen produziert, was mir echt Freude macht. Auch wenn ich Teile des Abends etwas gefrustet war wegen der Situation mit Mama, tat es mir glaub schon gut, den Abend so beizubehalten und die Aktion nicht zu verschieben. Mit Mama hatte ich auch wieder telefoniert. Sie klang ein wenig weniger wild .. und ich kündigte ihr an, am nächsten Tag zu kommen – ich hatte für neun Uhr einen Termin mit der Sozialarbeiterin.

Freitag also um neun ins Krankenhaus. Zuerst zu Mama. Ich stand erst mal unsicher an der Tür und winkte ihr unsicher zu – voller Furcht, dass sie mich nicht erkennen könnte. Doch das tat sie. SIe war im Moment schlecht drauf, weil das Frühstück da war und sie es nicht beissen konnte. Sie hatte ein Brötchen bekommen statt dem versprochenen weichen Frühstück! Ich kümmerte mich gleich mal drum beim Pfleger und traf dann die Frau vom Sozialdienst. Gemeinsam besprachen wir die Lage – und eigentlich gab es nur eine Lösung: Mama sollte anschliessend in die Kurzzeitpflege. Nach vielen, vielen Telefonaten (bei denen meine Hoffnung immer mehr sank) fanden wir einen Platz. Was war ich erleichtert. Mama wollte zwar eigentlich heim – doch im derzeitigen Zustand kann sie nicht ohne Versorgung daheim zurecht kommen. Dreimal am Tag jemand, der ihr hilft, ist zu wenig, wenn sie nicht mal selbst auf die Toilette kommt oder aufstehen kann, um was zu essen zu machen! Es tat mir wirklich in der Seele weh, etwas gegen ihren WIllen zu entschieden – doch es gab keien andere Lösung. Mama sollte somit ab Dienstag in die Kurzzeitpflege. Sie hat letztlich auch unterschrieben .. doch ich glaub, sie hat nicht wirklich überspannt, was. Wir haben auch gleich einen Antrag auf Pflegeleistungen gestellt. Ich war noch ein bisschen im Krankenhaus, half noch die ein oder andere Kleinigkeit und sprach am Ende mit dem Arzt. ALs ich von Mama ging, hatte ich das gute Gefühl, dass sie einerseits bei weitem nicht so daneben war, wie am Telefon und zum anderen war sie in den 2,5 STunden meiner Anwesenheit regelrecht aufgeblüht. Zu beginn ein hoffnungsloses, hilfloses Häufchen – am Ende eine Frau, die wieder eine Hoffnung hat. Und ich hatte einen Termin am Montag mittag wegen der Aufnahme in die Kurzzeitpflege. Gegen Mittag fuhr ich ins Büro – mit Sportzeug! Und dort war natürlich auch inzwischen mal wieder die Welt untergegangen. Ich hatte zwei Termine am Montag zu bestreiten (einer davon fällt so gut wie mit meinem privaten Termin zusammen .. ich HASSE es, wenn mir irgendwelche Termine aufdiktiert werden!!!!) und wenigstens dazu wollte ich etwas vorbereiten. um wenigstens das Gröbste zu schaffen. Und genau im grössten Chaos fragte mich meine Freundin per WhatsApp, ob ich abends mit zu einer Sternwarte kommen wolle. Ja, klar .. hab grad sonst nichts zu tun. Außerdem will ich zum Sport! Ich bekam Panik. Sie meinte dann, ich könnte es mir ja noch überlegen – und zwei STunden später hatte ich eine einigermassen Ordnung auf der Arbeit, dass ich fand, es wäre doch eigentlich ne gute Idee. Ich traf mich also mit ihr und ihrer Kollegin und wir fuhren zu einer winzigen Sternwarte. Die wird von einem Verein betrieben – und es war total spannend! Weil wir so interessiert und begeistert waren, bekamen wir total viele Informationen und ich hatte einen riesen Spass! Mir wurde sogar meiN Sternbild gezeigt .. voll cool! Ich war total glücklich, mitgegangen zu sein!

Schnüggel schrieb, er fühle sich schlecht und würde erst Samstag früh kommen … und mit einer Bekannten wollen wir nun heute Mama besuchen. Am Abend haben wir Karten fürs Theater und zwischendrin möchte ich bei Mama in der Wohnung vorbeischauen, um mal den Briefkasten zu leeren und ähnliches. Einkaufen sollten wir dann auch. Und ich geh jetzt erst mal noch zum Sport.

DUrch die Organisation der Pflege gestern ist mir schon eine Zentnerlast von den Schultern genommen .. auch wenn ich weiss, dass wieder einiges kommen wird.

Insgesamt bin ich wirklich stolz, was ich alles diese Woche geleistet hab .. und trotzdem mich nicht ganz vergessen hab bei allem.

… irgendwie wird es schon weitergehen!

Und morgen – am Sonntag – da hab ich mal einfach NICHTS vor!! So!

Als ich Freitag Abend heim kam, waren neun Anrufe auf meinem Anrufbeantworter. Allesamt von Mama. Der erste war von acht Uhr morgens. Okay. Aber die nachfolgenden acht waren im Laufe einer halben Stunde im Abstand von wenigen Minuten. Immer Mama, dass es ihr schlecht ginge und ich zurückrufen soll – der letzte Anruf war der kläglichste:„Barbarella, ich bin gestürzt und kann nicht mehr aufstehen!“ Natürlich hab ich gleich mal angerufen, doch das war ja auch schon vor ner Stunde oder so gewesen..

Ich hab angerufen – Mama sagte mir, sie hätte den Notruf gedrückt, weil sie nicht mehr aufstehen konnte und die hätten ihr aufs Klo geholfen und dann wieder auf die Couch gelegt und wären dann gegangen. Und sie könne nun nicht mehr aufstehen und (Mamas Mantra der letzten Tage):„Was soll ich jetzt tun?“

Ich war spontan stinkesauer – und wusste sorfort was tun! Ich rief sofort beim Notruf an, wie die denn bitte eine hilflose Frau in der Wohnung zurücklassen können!!! Die meinten dann, sie hätte auf die Couch gewollt und das hätte sie gemacht.

Ich rief meine Schwester an und sie meinte, Mama hätte mit ihr telefoniert … während unseres Telefonats, rief Mama auf meinem Handy an. Das hab ich weg gedrückt und zu meiner Schwester gesagt, ich fahre jetzt sofort zu Mama und schau mir die Lage vor Ort an.

Also ich dort ankam, telefonierte Mama mit meiner Schwester. Sie sah wirklich erschreckend kümmerlich aus und ich sagte ihr, wir fahren jetzt ins Krankenhaus. Punkt. Und dass wir die Sachen packen. Mama meinte, das müssten wir doch nicht tun – und da wurde ich (völlig entgegen meiner normalen Natur, dass ich meinen Mitmenschen meist oft den Willen lasse und selten dagegen halte) SEHR energisch! „Wir packen jetzt Dein Zeug! Dann haben wir es gleich, falls Du dort bleiben musst!“ Mama meinte, ich könne die Sachen ja nachträglich bringen, falls das so sei. Das machte mich endgültig sauer:„Schluss jetzt! Ich fahr hier nicht hin und her und hole nachher noch Zeug! Wir nehmen das jetzt mit – und wenn Du wieder heim kommst, kann packen wir es hinterher einfach wieder aus.“ Da ergab sich Mama dann ihrem Schicksal – und ich sammelte die Sachen nach ihren Anweisungen zusammen. Zwischendrin brachte ich sie hin und wieder zur Toilette – sie war wirklich nicht fähig, sich ohne Rollator zu bewegen (und selbst mit nur schleppend!) .. und Mama ist bis vor zwei Wochen noch fröhlich und ohne den geringsten Gedanken an einen Rollator durch die Gegend gehüpft! Das war echt erschreckend! Letztes Wochenende hat sie ihn noch nicht benutzt, auch wenn der Nachbar ihn ihr da schon geschenkt hatte.

Der Weg ins Auto brauchte dann ne Weile mit dem Rollator und beim Krankenhaus hab ich erst mal von drinnen nen Rollstuhl geholt, damit ich sie reinschieben konnte. Bei der Aufnahme (es war inzwischen dreiviertel eins) warteten wir über ne Stunde bis wir endlich bis zum Arzt kamen – dabei waren wir die einzigen, die dort warteten! Inzwischen war auch Schnüggel da. Er war auf seinem Weg von der Schweiz direkt ins Krankenhaus gekommen. Mama ächzte und stöhnte vor Schmerzen, wurde dann noch geröntgt und bekam eine Infusion mit Schmerzmittel – und gegen drei wurde dann entschieden: Sie bleibt im Krankenhaus. Ich war echt erleichtert. Denn ganz im Ernst: Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Mama in diesem Zustand allein in ihrer Wohnung sein konnte.

Völlig erschossen kamen wir dann irgendwann nach vier Uhr nach Hause.

Und ich bin stinksauer auf den Notruf! Wie kann man bitte eine derart hilflose Frau allein daheim in der Wohnung lassen – selbst wenn die im (offensichtlich nicht zurechenbaren Zustand!) sagt, dass sie „auf die Couch“ möchte?! Ich meine: Hallo?! Wir zahlen 90 Euro im Monat für den Scheiss! Da muss doch wohl mal mehr drin sein, mich zu kontaktieren, als nur, um mir zu sagen, ich solle zu meiner Mutter sagen, sie solle nicht dauernd den Notruf drücken!! Da muss doch auch mal ein Anruf drin sein, wenn man erkennt, dass eine Frau hilflos in der Wohnung sitzt, dass man einen da anruft. Und nicht einfach wieder geht!! Unmöglich – echt!

Den Samstag war ich den ganzen Tag ziemlich platt. Trotzdem sind wir natürlich zu Mama – haben das ein oder andere in meiner (und Mamas) Wohnung gemacht, ein Päckchen bei der Post geholt, gewaschen und so Zeug –  und natürlich  Onkel und Nachbarn informiert, dass Mama im Krankenhaus ist. Und abends hatte ich dann Theater. Ich hatte ja echt den ganzen Tag null Bock zum Spielen, eben weil ich so erschöpft war. Und dann waren noch zwei Wochen Pause gewesen – und ich hatte null in den Text geschaut bisher.

Doch es war echt ne tolle Vorstellung – wir hatten ein super Publikum und waren natürlich alle hellwach und voller Esprit! 😀

Und beim Schlussapplaus sah ich im Publikum Mamas Vermieter mit seiner Lebensgefährtin .. Hey, da hab ich mich aber gefreut 😀 Wir sind noch ne Weile zu den beiden gesessen und haben geschwatzt. Und wir haben noch tolle Tipps von ihnen bekommen wegen Mama, denn bei der Mutter vom Vermieter lief es ganz ähnlich.

Im Anschluss sind wir noch schnell einkaufen gegangen. Hoch lebe REWE, der bis 24 Uhr offen hat – auch am Samstag!

Heute plane ich einen ruhigeren Tag – auf jeden Fall ein Spaziergang, hab gestern gesehen, wie schön schon die Blümchen rauskommen und da möchte ich etwas in der Natur auftanken. Und natürlich n Besuch bei Mama. Und mein Robbie ist auch schon durch das Schlafzimmer geflitzt. Ich nehme jede mechanische Hilfe beim Haushalt in Anspruch, die sich mir bietet 😉

Und ein bisschen muss ich runter kommen .. morgen geht es schon wieder ins Büro, der erste Termin ist um neun – und überhaupt drängeln sich auch schon wieder die dringenden Projekte… Nerv! Das macht mich ganz schön ängstlich, dieser Druck im Büro..

.. Kalorien zähle ich trotzdem! Da bin cih echt stolz drauf! Und auch wenn ich gestern mit 106% etwas im Plus war, bin ich sehr stolz auf mich. Ohne Aufschreiben hätte ich VIEL mehr gegessen … ich hab nämlich echt nur aufgehört, weil ich den Überblick behalten hab über die Kalorienzufuhr..

Hab übrigens gestern in der Post en paar Karten mitgenommen … diese hier finde ich gerade besonders passend ;D

wenn-dir-das-leben-einen-arschtritt-gibt

… und diese hoffnungsfrohe Karte hier mag ich auch sehr gern 😀

glueckliche-wendung

Letztlich ist das eh so meine Grunddenke:

Alles wird gut.
Irgendwie wird letztlich schon alles gut werden.. 😉

Hab heute eine Ankündigung im Mailfach gehabt:

matapaloz

MATAPALOZ – Das Onkelz-Festival

… ja cool!

Hab mal Schnüggel gefragt, ob er da mit will. Ich meine: Slayer! Ich weiß, dass er auf die scharf sein wird! Und er hat tatsächlich sofort (!) gesagt, da will er hin!

Hat mich ja beinahe echt überrascht. Im Grunde kann ich mir nichts Unpassenderes vorstellen, als meinen pingeligen Schnüggel beim Zelten bei nem Festival… Der Schnüggel, der schon Angst hat, auf Gomera zu verhungern, will im Zelt hausen mit Gemeinschaftsdusche und Dixieklo? Hmmm … oder will er etwa ins Hotel?

Naja – auf jeden Fall wäre das ja mal wirklich spannend, vielleicht erlebe ich meinen Schnüggel von ner ganz neuen Seite?! 😀 Ich hoffe, wir bekommen Karten!!!

Mir ist natürlich die Playlist völlig schnurz (wie wahrscheinlich 90% 98% der anderen Besucher auch) – Hauptsache:

Oooonkääääälz 😀

Es hat nichts genutzt! Dass ich gestern im Büro war, meine ich!

.. zumindest nicht für meinen Nachtschlaf.

Es ist gleich halb vier und ich noch wach.

Zuerst wollte ich nicht ins Bett und schlafen schon mal gar nicht (ja, das ist so eine blöde Masche von mir), dann hatte ich mich doch endlich im Bett und wollte immer noch nicht schlafen und hab n bisschen Film geschaut und gedacht, davon schlaf ich eh ein – war aber ne Stunde später noch wach. Mist. Und trotz Licht aus und so konnte ich dann auch nicht schlafen. Die ganze Zeit fällt mir ein, was ich noch alles morgen tun muss und wie ich das alles noch in dieser Woche schaffen soll mit meinem Chef .. und dann bekam ich den Horror, dass ich ja seinen Job bekommen könnte und dann vielleicht nie mehr schlafen könnte, weil ich überhaupt nimmer aus dem Panikmodus und dem Hamsterrad rauskomme und so! *Haaresträub*

Jetzt hab ich mal bescheuert gegoogelt zum Thema „ich will nicht schlafen, obwohl ich müde bin“ .. obwohl .. inzwischen WILL ich ja irgendwie schon schlafen! Ich hab ja nimmer mehr als zwei / drei popelige Stunden, bis ich wieder aufstehen muss! *PANIK*

… fand auf jeden Fall nen hübschen Artikel in der Brigitte (in der BRIGITTE!!) Die Lieblingssünde: Nicht schlafen wollen… den find ich ja irgendwie fast aufmunternd. Macht fast schon Werbung für schlechte Nächte! Auf jeden FAll in gewisser Weise Lust drauf.. Da steht, dass man nach einer Nacht mit wenig und schlechtem Schlaf meist viel aufgedrehter und entscheidungsfreudiger und tatkräftiger ist. Oder so ähnlich. Na auf jeden Fall anders halt, als ausgeschlafen. Find ich tröstlich. Und kann ich auch irgendwie bestätigen 😀

… ausser bei Schnüggel. Der ist mit wenig Schlaf ne noch grössere Schlaftablette, als wenn er genug (= mindestens acht Stunden!!) Schlaf hatte.

Sorry Schnüggel .. is aber echt so.

Die letzten Tage hänge ich durch, seelisch trage ich Halbmast, körperlich – ach, irgendwie auch.

Ich bin unglücklich .. schon wieder Silvester, schon wieder ein neues Jahr. Und ich hab das Gefühl, einfach nicht zu wissen, was ich mit meinem Leben machen soll. Außer siechen und Tag für Tag leben und gar nicht wissen, warum. Und zu sehen, was andere Tolles aus ihrem Leben gemacht haben oder gerade machen. Aber die sind ja auch noch jung. Ich alte Schachtel kann nichts mehr machen.

Hab gerade bei Erzählmirnix einen Gastartikel über Fettlogik – Chaoslogik – Lebenslogik gelesen .. ja irgendsowas ist das wohl auch bei mir. Am Anfang hab ich den Artikel dann auch superinteressiert gelesen und mich da sehr wiedergefunden. Irgendwann war es mir nur noch zu viel Geschriebenes, konnte ich nimmer gedanklich beim Text bleiben, sondern nur noch denken „Ist das jetzt bald aus?“ So ganz extrem fiel mir der Bruch auf bei „Ich mag es, wenn mein Kind sich aufgeregt…“ Mein Kind. 40. Okay. Auch einer von denen, die es geschafft haben. Interesselevel sinkt auf etwa Null. Vorher merkte ich schon eine Abschwächung bei „Und jetzt bin ich 40. Habe einen Beruf (…), eine Familie und …“ . Ist 40. Hat Familie. Dann ist doch schon alles okay.

Ich merke, wie ich aggressiv werde während dem Schreiben..

Das trifft voll meinen wunden Punkt, der über Silvester (da der Grundstress abflachte) immer wieder sichtbar wurde.

Ich fühle mich ungeliebt. Und ich weiß, dass ich damit Schnüggel Unrecht tue, denn er liebt mich. Zumindest sagt er das. Und er verhält sich auch so. Und so wie ich mich verhalte, werde ich ihn irgendwann verlieren. Ich hätte ihn manchmal über die Feiertage einfach schlagen können. Einfach so. Weil er so leise, sanft und harmlos ist. So unschuldig .. und langweilig. Das alles provoziert mich irgendwie.

Ja, und irgendwie bin ich auch voll in Weltuntergangsstimmung. Und dass schon seit Tagen. Vielleicht nicht ununterbrochen und durchgehend. Doch unterschwellig ist es immer dabei.

Ja, bestimmt spielt die Ungewissheit, wie es im Job nun weitergeht mit rein. Auch das Vorstellungsgespräch morgen macht mir Angst. Obwohl es mir egal sein sollte. Es wird sich eh was ändern, egal, ob ich den Job bekomme oder einen neuen Chef bekomme. Doch genau das ist es ja: Das Wissen, dass alles so ungewiss ist in der Zukunft – egal, was kommt! Und zu allem Übel: Ich weiß nicht mal, ob ich mir den Job wirklich zutraue oder nicht. Und wenn ich dann solche Durchhänger habe wie jetzt … das geht doch nicht!

Ich habe eine (Traum)Vorstellung von mir, jung, fit, lustig, klug, belastbar, fröhlich, aktiv und .. einfach ideal zu sein!

Doch im Moment fühle ich mich eher nur „und … einfach“. Wenn’s hoch kommt.

*heul*

 

Und überhaupt .. was mich auch aufregt:

Der Spruch: „Ach – die Kinder sind ja jetzt groß .. da brauchen wir keinen Baum mehr.“

Leute, könnt ihr solche SCHEISS Sprüche mal bitte lassen?! Ich fühle mich damit abgewertet!

Darf ich – ohne Kinder – keinen Baum haben? Hab ich keine Berechtigung, mich an einem Weihnachtsbaum zu erfreuen .. einfach nur für MICH?! Muß mir nun auch noch unter die Nase gerieben werden, dass ich nicht nur kinderlos bin sondern dann auch bitte schön BAUMlos (und am besten überhaupt FREUDLOS) zu sein habe?!

Das ist das reinste kidshaming! Echt! Bei fatshaming drehen die Leute gleich durch, dass man sowas nicht machen sollte – sogar Dünne … doch kidshaming ist total okay. „Warum hast DU denn eigentlich keine Kinder?“ Warum HAST Du denn welche?! Muss es unbedingt mehr von DEINER Sorte geben, oder was?!… fick dich doch selbst, Du Arschloch!

Eigentlich sollten Leute erst mal nen Arschlochtest bestehen, bevor sie sich vermehren dürfen sollen! *grrr*

Ach .. Menno. 2017 .. Du kotzt mich an. Ich werd ganz kirre in der ruhigen Zeit zwischen den Jahren. Wird Zeit dass der Alltagsstress losgeht, damit ich keine Zeit mehr habe, mich zu fühlen.

 

 

… hm. Der ganze Artikel ist wesentlich wütender, als ich es zu Beginn jemals gedacht hätte.

 

 

Stehe unter Fremdstress.

.. was das ist?

Naja, zum Beispiel, wenn man mit der einen Kollegin ausmacht, man besucht die andere Kollegin, weil die ein Kind bekommen hat. Und man fährt zusammen hin, weil diese Kollegin geschätzt 150 km entfernt wohnt.

So weit, so gut.

Wenn die Kollegin dann aber zu Dir sagt:„Also ich komm am Sonntag dann zu Dir..“ bricht so ein mittlerer Anfall von Stress bei mir aus. Insbesondere, wenn ich dann versuche, es umzulenken und lässig erwidere:„Ach, wir holen Dich einfach am Bahnhof ab, das liegt ja eh am Weg und wir können schneller los. Du brauchst wirklich nicht extra bis zu mir laufen..“ und dann die Antwort bekomme:„Nee, nee – ich möchte doch gern wissen, wie Du so wohnst.“

Da genügt dann nicht mehr der Ausdruck „Stressanfall“ (egal, welche Stärke) für mein Gefühlsleben, dafür gibt es nur noch einen Ausdruck: Blankes Entsetzen!

Wie ich wohne, willst Du wissen?! .. in einem erstklassigen Chaos!

Die Messie-Experten hätten gut ne Beschäftigung bei mir! Echt!

Ich dann so mit unterdrückter Panik:„Ach weißt Du, das ist nicht soo ne tolle Idee .. bei mir ist es schon etwas chaotisch, also …“ und meine Kollegin meint dann ganz selbstverständlich:„Ach was .. Du brauchst auch wegen mir nicht extra aufräumen!“

Ähm .. DOCH, Mädel! Das ist WIRKLICH notwendig! *Panikanfall*

Die Leute sagen sowas immer so lässig .. vor allem, ohne meine Wohnung zu kennen. Wie können die dann sowas sagen, bitte?!

Eigentlich möchte ich sie am liebsten nicht reinlassen, meine Kollegin. Obwohl ich sie echt gern mag. Aber echt jetzt: Ich bin nicht der Typ, der Leute, die an der Tür klingeln, herein bittet! Wäre ich gern. Kann ich aber nicht machen. Weil: Was mach ich denn dann mit den Leuten?!

Ohne Ankündigung gibt es bei mir keinen Sitzplatz auf der Couch. Und das ist durchaus wörtlich gemeint: Die Couch ist nämlich normalerweise zu voll mit Kram!

Meine Kollegin hatte natürlich keinen Schimmer, was sie da ausgelöst hatte bei mir und für mich.

Und galant abwimmeln ließ sie sich nicht.

Seufz. Ich ergebe mich also in mein Schicksal.

Ordentlich werde ich es nicht hinbekommen, das ist klar .. doch ich strebe an, es immerhin begehbar zu machen.

Also ist heute Großkampftag. Hab auch Mama zum Helfen her gebeten. Ja, ein paar wenige Menschen dürfen meine Wohnung sogar spontan betreten: Schnüggel, Mama, meine Schwester. Zwei meiner Freundinnen bisher auch und ein Freund, der mal helfen wollte beim aufräumen – die alle stehen  jedoch nicht „plötzlich“ vor der Tür, also kann ich es dann halbwegs ordentlich machen und die wissen auch Bescheid, dass ich ein Ordnungsproblem hab. Deswegen konnte ich auch neben Schnüggels noch Mamas Hilfe heute gut brauchen. Ich hasse es ja heiß und innig, mich mit Wäsche zu beschäftigen, nachdem sie gewaschen ist und trocken. Bügeln .. okay, geht noch einigermaßen. Was gar nicht geht: Zusammenlegen. Und was noch weniger geht: Das Zeug in den Schrank räumen. Also ist es für mich schon eine riesige Entlastung, wenn sie mir „nur“ die Wäsche zusammenlegt. Jetzt liegt die ganze gebügelte und zusammengelegte Wäsche bei mir auf dem Bett. Ich lasse sie immer auf dem Bett liegen. Und erst, wenn ich ins Bett will, kann ich mich überwinden, das Zeug weg zu räumen. Meistens .. hatte auch schon Zeiten, da wurde es irgendwo hin gelegt. Und manchmal dann erst nach nem halben Jahr wieder gefunden, weil irgendwann irgendwas anderes drauf gelegt wurde..

Aber heute nicht. Heute hab ich einen Anlass zum Ein- und Aufräumen.

Hab auch meinen kompletten Schrank in der Küche von glutenhaltigen Lebensmitteln entmistet. Man sollte meinen, ich hätte kaum noch was – wo ich doch seit Jahren auf Gluten achte(n soll). Naja, zumindest achte ich seit ca. drei Monaten wirklich streng drauf. Vorher größtenteils.

Hab aber tatsächlich mindestens 30 Dinge entsorgt. Teils in den Müll, teils Mama mitgegeben.

Schnüggel meinte ja vorhin, er hätte erst mal gedacht, warum ich denn jetzt DAS mache .. wo es doch wichtigeres zu tun gäbe, damit es ordentlicher aussieht.

.. letztlich war das aber genau das Richtige. Nun kann ich nämlich den ganzen Krempel, der draußen in der Küche rumsteht und bisher nicht in die Schränke passte, einräumen! Hurra!

Ich fühle mich echt befreit!

.. auch wenn ich noch einiges vergessen hab, wie mir gerade einfällt: Im Tiefkühlfach ist auch noch Zeug.

Naja .. egal.

Bei meiner Büro-Rumpelkammer wird die Besichtigung zwar wirklich wohl nicht mehr als ein kurzes „Und hier ist mein Büro“ mit kurz Tür auf, Tür zu werden .. doch wenn ich jetzt noch das Bad putze, die Küche putze und aufräume, das Wohnzimmer aufräume und das Schlafzimmer auch – und natürlich den Flur .. DANN, ja dann kann meine Kollegin gern kommen. In gewisser Weise kennt sie ja mein Büro auch und kann sich denken, dass ich nicht sooo die personifizierte Ordnung werde..

Trotz allem: Ich fürchte, es wird ne kurze Nacht. Doch ich hab Hoffnung für die Wohnung 😉

Vielleicht, ja vielleicht sollte ich meiner Kollegin sogar dankbar sein für den Aufräumanstoß. So hat diese Art „Deadline“ zum Aufräumen auch noch was Positives 😀

Oktober 2017
M D M D F S S
« Sep    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Bereits Geschriebenes..

Schubladendenken

Derzeitiger Lesestoff..