Tatsächlich hab ich mir dieses Mal mit meiner Liste beim Montagsstarter Mühe gegeben:

Ich hab bewusst fast nichts an neuen Aufgaben hinzugefügt.

Ist ja Blödsinn, wenn ich die Liste immer länger mache und jede Woche nichts weg bekomme davon.. Also dachte ich, ich entstresse die Liste mal dadurch etwas.

Okay – aber ist auch bescheuert, wenn ich Sachen bewusst nicht aufschreibe, die anstehen und wichtig sind.

Zum Beispiel die Kündigung von Mamas Wohnung. Hab ich aber gar nicht dran gedacht heute gestern Mittag. Dabei ist das ein sehr wichtiger Punkt im Moment. Aber gut – ist dann wahrscheinlich auch übermorgen Geschichte. ist ja jetzt Geschichte, da die Kündigung seit heute geschrieben und eingeworfen ist und Mamas Vermieter seit gestern Abend informiert. Sonst wäre ein Monat länger zu zahlen, was dann ja auch nicht sein muss..

Obwohl ich gerade eh nicht überschauen kann,wie das alles in den nächsten Monaten laufen soll.. Meine Schwester ist wegen zwei Operationen nicht einsetzbar für den Umzug – das bedeutet, dass alles an mir hängt. Das macht mir schon (gelinde gesagt) etwas Druck. Aber gut – nun ist es so und nun mache ich da Schritt für Schritt weiter. Der Zeitpunkt ist nicht ideal, doch das ist nicht zu ändern.

Auf jeden Fall ist Mama seit zwei Tagen wie ausgewechselt, wenn ich zu ihr komme. Das neue Zimmer im Pflegeheim tut ihr gut, sie ist entspannt und wirkt zufrieden. Gar nicht zu vergleichen mit der überforderten, unzufriedenen Mama der letzten Wochen und Monate. Und sie ist sehr einig, dass ihre Wohnung gekündigt wird. Ihr gefällt ihr Zimmer sehr gut und es ist schön, sie so in sich ruhend zu sehen.

Eigentlich hätte es genügt, wenn ich das Schreiben der Kündigung unterschrieben hätte. Ich bin bevollmächtigt. Doch es war mir wichtig, dass Mama das auch unterschreibt und es nicht hinter ihrem Rücken zu machen. Ich möchte nicht, dass sie das Gefühl hat, wir würden alles bestimmen ohne sie. Auch wenn sie es vielleicht wieder vergisst, dass sie es unterschrieben hat – ich finde es wichtig, es so gehandhabt zu haben. Auch wenn es etwas umständlicher ist.

Meine Schwester hat dafür nur halbwegs Verständnis. Sie versteht meine Beweggründe, hat jedoch Angst, dass ich mich zu sehr stresse, wenn ich alles so überkorrekt machen will.

Ja, ich bemerke immer mehr, dass ich einen ganz gewaltigen Perfektionismus lebe. Einen Perfektionismus und ein „andere mit einbeziehen“ oder so ähnlich.. Das ist tatsächlich stressig und aufwändig und ich muss schauen, dass es mir langfristig nicht komplett über den Kopf wächst.

Egal, ob Requisiten, Berichte, Flyer fürs Theater, Schreiben, Verträge sonstiges für die Arbeit oder einfach alles, was ich mache: Mir ist es wichtig, es gut und schön, ästhetisch und .. ja, halt perfekt und bestmöglich zu machen. Für mich zählt nicht der Einsatz, sondern das Ergebnis. Was schnell und schlappig zu machen, ist nicht mein Ding.

Ist das gut?

Keine Ahnung.

Doch es ist schon mal gut, wenn ich dieses Muster erkenne.. oder?

Hm.. und ich weiss nicht genau, wie ich den Spruch von Teresa von Avila finde, den ich letztlich gehört habe:

„Bete nicht um leichtere Last, sondern um einen stärkeren Rücken.“

.. also ist es alles nur Training, wie belastbar man ist?

In gewisser Weise vielleicht schon (sogar ganz sicher) – doch ich glaub, es gibt tatsächlich auch ein „zu viel“ an Last.

 

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