Und schon beginnt meine letzte Woche hier in der Klinik.

Auch heute bin ich nicht aus dem Bett gekommen zum Frühsport. Obwohl ich schon um kurz nach sieben aufgewacht bin.. Auch zum Frühstück um acht hatte ich keine Lust und bin somit einfach erst zur ersten Anwendung um 8:45 Uhr und danach erst zum Frühstück. Fand ich auch irgendwie angenehmer. War aber dadurch natürlich schon etwas später als der Durchschnitt. Manch einer sass noch da, doch ich war definitiv die letzte, die kam und hab auch als letzte den Raum verlassen.

Doch irgendwie ist der Tag heute „gedämpft“ für mich.

Ich hab dauernd das Gefühl, was erledigen u müssen .. besonders fürs Theater. Oder dass ich Mama anrufen sollte. Oder mal endlich die Karten schreiben, die ich gekauft hab. Zum Glück hat mir Schnüggel gestern geholfen, auszusuchen welche Karte ich wem schreibe. Das war ein echtes Entscheidungsproblem für mich. Völlig bescheuert – doch so ist es.

Insgesamt hab ich heute nicht so viel Anwendungen – und auch nicht so spät. Die Lymphdrainage dann um Viertel nach elf, im Anschluss war schon beinahe Zeit zum Mittagessen und nach dem Mittagessen dann noch die Organbehandlung.

Tja, und zum rausgehen hab ich keine rechte Lust entwickeln können. Es regnete viel, am Morgen hat es sogar geschneit, aber selbst, als mal keine Niederschlag war – irgendwie komme ich gar nicht in die Pötte.

Hab den Mittag dann vertrödelt mit Handyspielen und Fernsehen. Bis zum Abendessen. Und danach.. naja, ging es grad so weiter.

Hab echt ein schlechtes Gewissen, dass ich grad so lasch drauf bin. Mir fehlt echt die Tatkraft und ich bin auch irgendwie etwas traurig. Also nicht, wenn ich mit Leuten zusammen bin – aber so für mich allein. Ich merke auch, wie mir das näherkommende Weihnachten emotional zu schaffen macht. Ich fühle mich einsam und mich trifft ehrlich gesagt den Werbespruch von Kinderschokolade „Was wäre Weihnachten ohne Kinder?“ immer ziemlich, wenn ich ihn höre. Ähnlich heftig finde ich diese Werbung von irgendeinem Eventveranstalter „Unsere Erinnerungen bleiben uns für immer.“ oder so ähnlich. Die macht mich auch immer sehr traurig, weil ich eben bei Mama ziemlich deutlich das Gefühl hab, dass das eben NICHT so ist und ich die Behauptung in der Werbung neben als schlichtweg falsch auch als ziemlich unsensibel und oberflächlich empfinde.

Naja … Somit ist der heutige Tag also mal vertrödelt worden.

Was mich heute besonders berührt hat, war übrigens die Bemerkung einer Therapeutin, dass ich doch gar nicht so viel warme Sachen mit habe und sie mir mal morgen Handschuhe, einen Schal und einen Poncho mitbringen möchte. Das fand ich wirklich total herzig.

Und was mich heute sehr gefreut hat: Die Zahlen, die die Waage angezeigt hat: 89,4 kg … und zwar nach dem Frühstück und mit Klamotten. Ohne Schuhe zwar, doch definitiv .. unter 90 kg! Da rückt mein Ziel, ohne die Neun vorne heimzufahren doch in eine realistische Nähe!

Und was mir heute wieder viel Spass gemacht hat, war, auf dem Klavier rumzuklimpern. Ich merke, dass mir das echt Freude macht, tatsächlich hab ich schon überlegt, ob es ne Möglichkeit gibt, Klavier spielen zu lernen..

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