Der gestrige und zweite Tag Kalorienzählen fiel schon leichter.

Lag aber vielleicht auch an den Umständen, dass ich den ganzen Nachmittag in einer Wohnung mit leerem Kühlschrank war und so gar nicht auf die Idee kam, auf was verzichten zu müssen im Moment..

Gestern haben wir nämlich Mama in die Wohnung gekarrt und dort den Koffer für die ReHa mit ihr gepackt.

Was ein Horror!

Mama war schon scheiße drauf, als wir zu ihr ins Heim kamen.

Und dann der Mega-GAU:

Ich hatte ihre dicken Klamotten über den Arm gelegt, um sie mit zu ihr heim zu nehmen.

Mama raunzte mich an, die könne ich doch da lassen.

Ich meinte dann, dass wir doch das Zimmer eh leer räumen müssen und das es doch praktischer wäre, die Sachen dann gleich mit zu ihr zu nehmen, die sie für die ReHa nicht braucht.

Da meinte sie, wie ich das meinen würde .. und mir fiel auf, dass Mama davon ausgeht, dass sie nach der ReHa wieder in genau das gleiche Zimmer ins Pflegeheim kommt!

Ab da war alles aus.

Mama war total fertig und sauer und „Mir sagt wieder keiner was!“ in allen Schattierungen.

Nein, ihr sagt keiner was. Nie.

Allein gestern hab ich ihr zum Beispiel viermal gesagt, das sie nicht morgen, sondern übermorgen in die ReHa kommt. Trotzdem hat sie meine Schwester später am Telefon nochmal verbessert, weil Mama wieder erzählte, sie kommt morgen zur ReHa. Wahrscheinlich wird sie heute den ganzen Vormittag auf den Fahrer warten..

Und es war völlig sinnlos ihr zu erklären, dass sie im Heim war, weil sie nach der OP ihr Bein nicht belasten durfte und deswegen nicht daheim sein konnte. Sie erzählt munter, dass sie kürzlich „vor ihrem Absturz“ noch gelaufen ist.

„Absturz“ ist ein Wort, dass Mama seit Jahren raushaut – und ich finde es immer etwas schwierig, das nun wirklich einem Ereignis zuzuordnen. Welchen „Absturz“ sie nun meint, bleibt unklar. Weil ich hab auch schon genug Erfahrung, dass sie wütend wird, wenn man nachfragt, was sie meint. Weil wir das doch wissen (müssen).

Ununterbrochen hat sie dann rumgenöhlt, dass ihr keiner sagt, wo sie wohnt und sie ja sowieso nie machen darf, was sie will und ihr immer alles vorgeschrieben wird. Und wenn man drauf reagiert hat, hat sie einen angefahren, man solle das Thema doch endlich mal sein lassen und nicht dauernd wieder davon anfangen.

Ich war nach einer Weile so stinkesauer und kurz davor Mama an den Hals zu springen und sie zu erwürgen, dass ich letztlich zur Tür rausgestürmt bin und die zugeknallt hab. Mama und Schnüggel hab ich einfach in der Wohnung gelassen. Und dann bin ich ne Viertelstunde (oder so) spazieren gegangen.

Danach war es dann besser und ein Packen möglich.

Trotzdem war der Nachmittag höchstgradig stressig. Und als wir Mama zurück im Heim hatten, mit Koffer und Co, da meinte ich zu Schnüggel, dass ich mir jetzt eine Pizza verdient hätte!

Hab nämlich am Freitag mitbekommen, dass es bei Mama in der Nähe eine glutenfreie Pizzeria gibt. Bestens!

Also hab ich gestern gefrühstückt (ein Ei, eine Scheibe Brot, etwas Butter, eine Scheibe Putenschinken, etwas Honig und natürlich Kaffee und Stevia) und abends eine Pizza gegessen. Glutenfrei. Mit Salami, Sardellen, Artischocken, Oliven, Pilzen und Mozarella-Käse.

Sonst nix.

Find ich gut.

So!

.. mit dem Kalorienaufschreiben war das zwar dann etwas „Malen nach Zahlen Raten von Zahlen“ aber ich sollte trotzdem unter dem Tagesverbrauch geblieben sein..

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