Süßer die Glocken nie kliiiingen …

Ja, diese Weihnachten wurde wieder bei mir gefeiert. Da ich irgendwie noch ziemlich viel räumen hatte und so, beauftragte ich meine Schwester mit dem Kartoffelsalat machen. Mama nöhlte natürlich rum, dass man doch nicht unbedingt nen Kartoffelsalat selbst machen muß und dass man doch einen kaufen kann – doch wir Geschwister waren uns einig:

DOCH, man (also wir) MUSS einen Kartoffelsalat selbst machen!

So!

Außerdem sollte ein Baum her. Somit sind Schnüggel und ich am 23. Dezember losgezogen und haben einen Baum gekauft. Also ich dachte so, der Baum ist etwas groß – Schnüggel (Löwe halt!) meinte jedoch, der sei auch nicht größer als der letztes Jahr (der auch schon groß war) und ich suchte dann einen hübschen aus. 60 Ocken .. Wow! Aber: Wuunderschön! 🙂

Schnüggel verstaut den Baum also in den Kofferraum, während ich beim Verkäufer noch ein paar Tannenzweige abstaube. So zum Schmücken und so.. Vor dem Haus dann seh ich den Baum zum ersten Mal bewußt – also auch den Stammdurchmesser und mir kriecht die Panik hoch: „Schnüggel! Der Durchmesser ist ja rießig! Den bekommen wir NIE in den Ständer!!!“ Schnüggel so ganz cool: „Ach – letztes Jahr haben wir den auch ein bißchen kleiner machen müssen .. das passt schon.“ Ich denk so: „Wie soll der rießige Baum denn in dem kleinen Ständer halten?!?“ Denn nach meiner Einschätzung ist mein Ständer ca. die Hälfte des aktuellen Baumdurchmessers. Ich schlage vor, man könnte doch mal zurück und den Baum anspitzen lassen – doch Schnüggel hat keinen Bock, den Baum wieder ins Auto zu hieven. Also hievt er ihn lieber die Treppe hoch. Und ist dann ziemlich im Arsch – und die Hose total dreckig. Und er stellt fest, dass er keine Ersatzhose hat. Doch ich hab ja ne Waschmaschine und wir noch ne Nacht zu Heilig Abend Zeit, beruhige ich ihn. Also keiiin Problem, Meister!

Nun ja – wie auch immer. Jetzt, wo der Baum da an meinem Balkongeländer lehnt, hab ich die leise Vermutung, dass mein bißchen Baumschmuck auf diesem Riesenbaum wahrlich albern aussehen wird! Ich rufe also meiner Schwester an, sie solle doch bitte den Baumschmuck bei Mama aus der Dachluke rauskramen – damit wir den nachher mal mitnehmen können (wir waren nämlich für den späten Nachmittag zum Kaffee beim Onkel eingeladen).

Okay. 24. Dezember.

Bei mir lagert inzwischen die Kiste mit Schmuck von Mama und meine eigene ist auch aus dem Keller geholt. Die Kartoffeln nebst allem, was man zum Salat machen braucht, sind bei meiner Schwester und ich packe den Christbaumständer aus meiner Kiste. Gott sei Dank – der hat ja nen wesentlich größeren Durchmesser, als ich dachte. So war mein Gedanke. Schnüggel jedoch bekommt nen Schreck: Der Ständer ist ja wesentlich kleiner, als er dachte! Er holt also die Stichsäge aus dem Keller und geht auf dem Balkon dran, den Stamm zu verschlanken. Ich stelle inzwischen fest, dass ich das Baguettebrot vergessen hab und rufe, dass ich dann mal einkaufen geh. Prima Idee .. am 24. Dezember Mittags um kurz nach zwei einkaufen zu wollen! Naivchen Barbarella mal wieder!

Ich stelle fest: Die ganzen Läden haben zu!

Okay, ich hab dann an der Tankstelle noch Baguette bekommen – muß es halt ohne Kräuterbutter gehen oder ich mixe die selbst. Ich hab Butter und (Salat)Kräuter. Wird schon irgendwie werden.. Inzwischen ist es halb drei durch und wir (= einer von uns) wollten Mutter und Schwester um drei abholen. Ich geh hoch in die Wohnung, keiner da. Schnüggel sägt immer noch auf dem Balkon am Baum rum! Immer noch?! Ich fasse es nicht! Aber gut .. er hat echt ziemlich viel abmachen müssen und ich bekomme langsam wieder Zweifel, ob der Ständer den Baum überhaupt hält.. Normal hätte Schnüggel ja meine Familie geholt – doch ich sag dann, dass ich mal losfahre, ob das okay sei. Er meint: „Klar – am besten fahrt ihr gaaanz langsam und nen Umweg, damit ich fertig werde..“

Witzbold. Das Vorbereiten des Baumes gehört zum Fest dazu, beruhige ich ihn – es braucht nciht alles fertig sein, wenn wir wieder kommen!

Ich also los … schau vorher nochmal flott bei ihm auf dem Balkon vorbei und frag, ob ich den Staubsauger (der dekorativ im Flur rumliegt) weg räumen soll .. Schnüggel so: neee – er wöllte noch saugen dann wenn der Baum steht. – er räumt ihn dann danach weg. Okay.

Ich also ab zu Mutter und Schwester, alle nebst Kartoffelsalat ins Auto und wieder heim zu mir. Ich schließe daheim die Tür auf – liegt der Staubsauger immer noch unverändert im Flur und mein erster spontaner Gedanke: „Den wollte er doch weg räumen? Sägt der etwa noch imemr am Baum rum? Nach einundhalb Stunden ist der Lahmarsch immer noch nicht fertig damit?!“ Ein leichter Anfall von Genervtheit ob der Langsamkeit meines Schnüggels beschleicht mich…

Ich gucke ins Wohnzimmer, steht Schnüggel auf dem Balkon und klopft an die Scheibe.

So ein Depp .. was soll das denn?!

Ich gucke irritiert und seh: Die Balkontür ist abgeschlossen.

Wie hat er das denn geschafft, auf dem Balkon zu stehen, während die Tür abgeschlo… oh NEIN!!!

Schnell befreie ich Schnüggel vom Balkon!

.. und entschuldige mich tausendmal, dass ich ihn ausgesperrt hab.

Er nimmt es gelassen, ist null sauer – hatte schon selbst gemerkt, dass das keine Absicht war von mir – und abgesehen davon hat er eh die ersten 25 Minuten gar nicht gemerkt, dass er ausgesperrt war, weil er noch rumgesägt hat. Und gut, dass er Zigaretten und Smartphone mit auf dem Balkon hatte. Ich bin zwar nicht ans Smartphone gegangen auf seinen Anruf oder seine Nachricht hin – doch er hatte zumindest WLAN und konnte spielen.. 😉

Meine Schwester natürlich macht gleich Witze: „Ja, ja – Du hattest wohl Angst, er macht Dir auf den Teppich, während Du weg bist – deswegen hast Du ihn auf den Balkon gesperrt!“

Hahahaa .. Riesenshow! Alle finden es sehr lustig  – inklusive Schnüggel .. und auch Mama, als sie ein paar Stunden später dann auch mal mitbekommt, dass Schnüggel von mir auf dem Balkon ausgesperrt wurde.

Das Ganze wird also wohl als „Das Weihnachten, an dem ich meinen Freund auf den Balkon sperrte“ in die Familiegeschichte eingehen..

Übrigens: Der Baum passte dann in den Ständer. Und er ist tatsächlich ne n Kranz größer als der vom Vorjahr – leider passte er deswegen nicht in die Ecke, wie geplant – sondern mußte weiter raus. Und ist mit den Kugeln von Mama und mit geschmückt und drei (!!) Lichterketten (und könnte locker noch eine vertragen). Und er ist einfach nur wunder-wunderschön! 🙂

.. wie das ganze Weihnachten!

Der Kartoffelsalat meiner Schwester war superlecker, das Schmücken des Baumes ein tolles Nachmittagsprogramm und überhaupt das ganze Weihnachten sehr, sehr schön 🙂

Frohes Fest – und immer schön schauen, ob die Tür noch offen ist, bevor ihr die Wohnung verlasst und euren Freund auf dem Balkon zurücklasst 😉

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