Manche Dinge sind erstaunlich.

Ende Mai hatten wir ein Treffen mit dem Theater – da waren alle Leute … und keiner hat ein Wort verloren, dass ich zu diesem Zeitpunkt immerhin 11 Kilo abgenommen hatte.. Beim Thema der Rollenvergabe hieß es an einer Stelle, dass diese eine Rolle ja nur die eine von uns spielen könne – auf Nachfrage von mir hieß es, dass ich mich bestimmt nicht in dem engen Kostüm wohlfühlen wurde. Selbst auf meine Bemerkung hin, dass ich ja schon 11 Kilo seit Jahresanfang abgenommen habe und Premiere erst im Oktober / November ist und ich bis dahin voraussichtlich noch mehr abnehmen würde, kam keine große Reaktion meiner Theaterkollegen. Ich meinte sogar ein beinah mitleidiges Zucken im Mundwinkel eines Kollegen zu sehen, ob dieser Bemerkung von mir..

Ganz anders letztes Wochenende.

Da hatten wir auch ein Wiedersehen – und plötzlich ist allen aufgefallen, wie „wahnsinnig“ ich doch abgenommen habe!

Auch den Leuten, die mich eigentlich auch im Juni bei der Jahreshauptversammlung gesehen hatten – und das nicht nur hinterm Tisch, so wie im Mai – fiel es nun plötzlich auf. Dabei sind es jetzt auch nur so ca. 4 Kilo weniger, als bei den anderen Begegnungen.

Schon erstaunlich.

Und natürlich wurde ich gefragt, wie ich es gemacht hab.

Witzig – ich weiß da meist gar nicht so spontan ne Antwort, deswegen sag ich jetzt einfach immer:„Hab Kalorien gezählt.“ Würgt eventuell nachfolgende Fragen dann meist im Kern ab, hab ich bemerkt. Ist sozusagen ein „Stimmungskiller“ beim Gegenüber *lach*

Ja, doch tatsächlich hab ich mich jetzt gefragt:„Ja, was genau hab ich eigentlich gemacht?“ und „Hatte ich auch den berühmten Fettlogik-Knick, von dem viele Leute beim Fettlogik-Blog sprechen?“

Also warf ich mal einen Blick in meine Gewichtskurve..

Gewichtsbericht 2016_08_08 Fettlogik

.. also Fettlogik gelesen hab ich ja im März. Die Gewichtsdaten sind allerdings zu Beginn ja eh nicht wöchentlich verfolgbar und von dem her etwas „knickanfälliger“. Nach drei Wochen Ayurveda (mit Fettlogik-Lesegenuß) waren z.B. vier Kilo weg. Ohne Zwischenwiegeergebnisse. Anfang des Jahres stand ich auch nur sporadisch auf die Waage. Auch der Juli wirkt mit dem dreiwöchigen USA-Aufenthalt und ohne Zwischenwiegeergebnisse natürlich etwas krass als „Knick“.

Also einen konkreten „Fettlogik-Knick“ kann ich bei mir nicht erkennen – zumal ich auch (von jetzigem Stand an gesehen) ca. die Hälfte abgenommen habe, ohne Fettlogik überhaupt gelesen zu haben. Zu Beginn waren die Ernährungsrichtlinien meiner Ärztin an vorderste Front:

  • Nur zweimal am Tag essen – und das innerhalb von acht Stunden.
  • Auf Unverträglichkeiten achten.
  • und natürlich: Tägliche Bürstenmassage.

(nach wie vor würde ich Bürstenmassage jedem(!) ans Herz legen – insbesondere, wenn jemand abnehmen möchte .. bei mir hat es eine komplette Veränderung meiner Körperwahrnehmung bewirkt)

.. andere Dinge hab ich nicht durchgreifend beachtet, wie z.B. tägliche Spaziergänge. Doch es gab Veränderungen in diese Richtung. Und natürlich der Plan, eine Kur zu machen. Das endete dann in der Ayurvedakur im März. Und einer weiteren sehr motivierenden Abnahme während dieser Kur. UND natürlich dem Lesen von Fettlogik.

Trotzdem finde ich, hat die Lektüre von Fettlogik nachhaltig meine Gewichtskurve beeinflußt!

Zum einen:
Ich begann zu glauben, dass ich tatsächlich nachhaltig(!) abnehmen kann. Sanft schlich zuerst als eine Art „unglaubliche Idee“ zu meinem Bewußtsein bis inzwischen zu meinem Unterbewußtsein die Gewissheit:

Ich KANN abnehmen – ohne notwendige Zunahme hinterher.

Denn eben das hatte ich bisher geglaubt:

Ich kann abnehmen – und werde hinterher wieder zunehmen.
Und zwar auf mehr Gewicht als vor Beginn der Abnahme.

Zum zweiten:
Ich begann, mehr auf Eiweiß zu achten. Obwohl ich natürlich auch vorher schon HUNDERTFACH gelesen hatte, dass allein Eiweiß der glücklichmachende Abnehmhelfer ist. Jedoch hatte ich in der Dunkelfelduntersuchung meiner Heilpraktikerin immer gesehen, dass ich zu viel Eiweiß im Blut hab! Also hab ich natürlich hier widersprüchliche Sachen gehabt – und somit lieber auf Eiweiß verzichtet. Aufgrund der Aussage im Fettlogik-Buch, dass ich mit zu wenig Eiweiß nicht abnehmen kann, hab ich mal nachgefragt bei meiner Heilpraktikerin. Ergebnis: Es ist bei dem „zu viel“ in der Blutuntersuchung das TIERISCHE Eiweiß gemeint. Vom pflanzlichen Eiweiß ist hier nicht die Rede gewesen – und ich hatte grünes Licht.

Zum dritten:
Auch beim Thema Muskeln hat mir die Wiederholung im Fettlogik-Buch gut getan und den letztendlichen Arschtritt gegeben. Und zwar die Erkenntnis: Krafttraining ist wichtig. Nur so funktioniert Muskelaufbau. Und: Auch als Frau kannste Krafttraining machen. Meine Angst vor „Barbarella Schwarzenegger“ ist verschwunden – und als ich bei der Ernährungsberatung hörte, Frauen sollen ja nicht so viel Krafttraining machen, damit sie keine Muskelpakete werden, konnte ich einfach sanft lächeln und mir meinen Teil denken.

Zum vierten:
Die Regeln:

Iss mehr, als du verbrauchst => Du nimmst zu.
Iss weniger, als Du verbrauchst => Du nimmst ab.

waren mir natürlich schon lange bekannt und absolut logisch – und trotzdem durch alle möglichen Regeln drumrum, was man alles noch tun muß, um wirklich RICHTIG abzunehmen (und nicht falsch), total in den Hintergrund geraten. Es in aller Einfachheit nochmal so zu lesen und das als Basis zu nehmen, war ungemein befreiend. Wie auch…

Zum fünften:
… der Wegfall von Mythen wie „ohne Frühstück geht gar nicht(s)“ und „Du darfst nicht unter ne gewisse Kalorienzahl am Tag kommen, sonst geht der Stoffwechsel unwiederbringlich kaputt.“. Ich darf einfach essen, wann ich will – und schau drauf, was es ist. Keine komplizierten Regeln.. Boah – welch Erleichterung.

Und ich darf Kalorien zählen, wenn ich will .. und wenn ich es nicht mache, ist es für mich auch okay. Okay – stand so nicht konkret im Buch, ist aber meine Regel.

Tatsache ist: Eigentlich weiß ich es selbst nicht so GANZ genau, wie und warum es nun bei mir mit dem Abnehmen klappt – aber es geht. Und der Widerstand ist weg. Und die Überzeugung, dass es bei mir doch eigentlich eh nicht geht.

… ist doch cool 😀

Gut, manchmal schiele ich etwas neidisch auf andere Fettlogik-Blogleser, wie schnell die abnehmen – doch ich schränke mich eben nicht auf 500 – 1000 Kalorien am Tag ein.

Das hier ist mein Weg – und es geht abwärts mit dem Gewicht und aufwärts mit dem Lebensgefühl. In meinem Tempo.

Und was weiteres Schönes: Es ist kein Kampf, sondern geht geschmeidig. Ich integriere die Sache mit den Lebensmittelintoleranzen gut und hadere nicht damit – und akzeptiere mich einfach. Auch wenn ich eben mal ne Schokolade esse oder sonstwas, was bei Verzicht meine Abnahme bestimmt beschleunigen würde 😉

 

 

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