Ich bin im Stöckchen-Rausch. Und erzählmirnixs Jubiläums-Blogstöckchen reizt mich schon lange – jedoch dachte ich bisher, bislang nicht die notwendigen Erfolge zu verzeichnen zu haben. So ne Art „Ich mach mich ja lächerlich, wenn ich das jetzt ausfülle… Warte ich lieber noch, bis ich RICHTIG abgenommen hab..“ Doch nun dachte ich: „Wer hindert mich, das Blogstöckchen nicht einfach entweder mehrfach zu machen oder mit „Nachtrag“… ??“

Also ist der beste Zeitpunkt wohl doch einfach JETZT, mich auf das Stöckchen zu stürzen 😀

Wie & wann bist du auf Fettlogik gestoßen?

Das war irgendwann Ende Januar 2016 glaub. Über die Comics von erzählmirnix. Irgendwie bin ich auf das Blog https://fettlogik.wordpress.com/ überwinden gekommen, hab es nicht so ganz verstanden, um was es geht – hab aber verstanden, dass sie viel abgenommen hat und wollte gern das Buch Fettlogik überwinden lesen. Das gab es gerade nicht zu kaufen. Aber im Februar dann bin ich nochmal drauf stoßen durch ihren Comic zu dem Zeitartikel – und da gab es das Buch und ich hab es dann  gekauft. Schön brav im Buchladen um die Ecke..

Hattest du vorher irgendwelche Erfahrungen mit Gewichtsveränderung (Diäten o.ä.) und wie waren diese?

Natürlich! Ich bin eine Frau und wandle weit mehr als 20 Jahre auf diesem Planeten – ich denke, die meisten Frauen haben da dann Erfahrungen.

Meine erste Diät hab ich tatsächlich so mit um die 20 gemacht. Also so richtig nach Plan. Den hatte ich von meienr Freundin. War (soweit ich mich erinnere) erfolgreich – noch besser erinnere ich mcih jedoch an die unsäglichen Gelüste hinterher. Die kannte ich vorher nicht.

Vor dieser Diät machte ich keine „richtige“ Diät – nur halt so „ich bin zu dick, werde aufhören Schokolade zu essen!“-Aktionen.. oder als Teenie hatte ich auch mal ne Kalorientabelle an der Wand hängen nebst wie viel irgendwelche Bewegungen Kalorien verbrennen..

Nach 20 machte ich jedoch einiges mit, egal ob Programme oder Diäten oder Präparate.

Pfundskur nach Professor Pudel zum Beispiel. Ein Programm der AOK und das machten mein damaliger Verlobter und ich zusammen. Auch mit Erfolg und selbst kochen und so.

Auch erinnere ich mich noch gut, dass ich mich bei der AOK mal bei einer Abnehmgruppe anmelden wollte. Die verweigerten meine Anmeldung – ich sei nicht übergewichtig genug. Müsse einen BMI von — weiß nimmer … mehr als 25 oder so haben..  Ich nahm darauf hin zu, damit ich mich anmelden durfte… Bescheuert? Ja – aber wahr.

Ach stimmt – eine ganzjährige Abnehmbetreuung per Brief von der AOK hab ich auch mal mitgemacht – Vierjahreszeitenkur hieß das damals. War definitiv vor der Pfundskur!

Nach der Pfundskur war dann eine Abnehmgruppe der Volkshochschule. Da lernte ich damals übrigens lebensverändernde Leute kennen: Die Frau, über die ich zu meiner Theatergruppe gekommen bin zum Beispiel und eine gleichaltrige Frau, mit der ich seit damals gut befreundet bin und auch regelmässig reise. Das waren echte Erfolge – abgenommen hab ich bestimmt auch – und auch wieder zu. Natürlich mehr.

Ich hab immer mal wieder gefastet – bis zu zwei Wochen lang.

War bei Weight Watchers – auch sehr erfolgreich damals .. 12 Kilo. Später natürlich wieder mehr drauf. Hab dann auch versucht, später wieder bei Weight Watchers einzusteigen .. zweimal oder dreimal. Doch jedes Mal hat der einstieg nicht mehr so richtig geklappt. Ich kannte die Methode und die Motivationstaktiken schon und damit funktionierten sie bei mir nimmer..

Einmal hab ich dann auch mal ne Formulardiät gemacht aus lauter Verzweiflung. Mit so Shakes halt. Eigentlich wollte ich das nie machen, weil ich finde, dass man da nicht lernt, das Essverhalten zu ändern. Waren dann zwar erfolgreich – doch hinterher war ich derart angewidert von dem Zeug, dass ich mich gar nimmer überwinden konnte. Hab den Rest dann auf eBay vertickt, weil es wirklich nur noch ekelig war für mich.. Hatte regelrecht Fressanfälle hinterher.

Natürlich hab ich auch immer wieder „Ernährungsumstellungen“ gemacht – und kiloweise Bücher gelesen, wie man die Fettzellen ausschaltet oder zu seinem natürlichen Gewicht kommt oder im Schlaf schlank wird oder Low Fett 30 oder so Zeug.. Manches davon hab ich (meist nur Tage oder Wochen) ausprobiert – manches war gleich nach dem Lesen vorbei. Ich erinnere mich hier an ein besonders negatives Buch, wo es nur ums Fleischfressen ging, der unbedingten Vermeidung von Obst und Gemüse und den Ausgleich der fehlenden Vitamine durch Einnahme von Vitaminkapseln… Das ging für mich gar nicht! Hab ich sofort nach Lektüre verkauft! Speck-Weg-Programm war für mich Finger-Weg!-Programm..

Und dann kam vor ein paar Jahren auch noch das Problem der Nahrungsmittelunverträglichkeiten hinzu, die mich dann auch wieder in ne „Diätschiene“ drängten, wo es dann aber nicht um Kalorien, sondern bestimmt Inhaltsstoffe ging – diese ganze Verzichterei bewirkte auch wieder Fressanfälle. Und Bockigkeit. Und es war dann auch einfach ne Überforderung für mich auf alles achten zu müssen und tausend verschiedenen Theorien (die sich vorher eh schon in den einzelnen Diäten widersprochen hatte!) gerecht zu werden..

Wie ging es dir beim Lesen? Hat sich durch das Lesen etwas verändert und wenn ja, was?

Beim Lesen ging es mir gut – lag auch daran, dass ich gerade ne Ayurveda-Kur in Indien gemacht hab. Ich fand es schön, dass es die verschiedenen Thesen in den unterschiedlichen Kapiteln gab. Manche waren seltsam neu, manche vertraut, manche begeisternd, manche verwunderlich, manche erleichternd.

Insgesamt fand ich es einerseits befreiend, weil ich das Gefühl hatte, den Schlüssel für mein eigenes Gewicht bekommen zu haben – andererseits war (und bin) ich auch skeptisch, weil manche Dinge halt einfach .. weiß auch nicht .. zu einfach scheinen? Oder ich zu tief im Inneren überzeugt davon bin?

Bei welchen Kapitel(überschrifte)n warst du skeptisch, bzw. von welchen Fettlogiken warst du bisher überzeugt? Wie siehst du es jetzt?

Weiß grad leider die Überschriften nicht und kann nicht nachschauen, da das Buch verliehen ist..

Doch eins ist mir als sehr erleichternd in Erinnerung geblieben: Man braucht kein Frühstück, um abzunehmen. Mein Verhalten hat sich da zwar nicht gross geändert (hab vorher auch nicht so richtig gefrühstückt), doch ich hab nun kein schlechtes Gewissen mehr deswegen 😀

Skeptisch war ich (und bin ich nach wie vor etwas) beim Thema „Hungerstoffwechsel“. Okay, es ist alles logisch belegt. Und auch echt superberuhigend, dass man den Stoffwechsel nicht kaputt machen kann – doch irgendwie spricht die Erfahrung dagegen. Warum wurde ich denn über die Jahre immer dicker? (ja, klar, ich weiß schon: Weil ich mehr als mein Bedarf ist, gegessen hab) Oder die Heißhungerattacken, die Gelüste – die sind nicht durch Studienergebnisse weg zu diskutieren. Ich hab da meine Ansicht etwas aufgeweicht, steh aber nicht so richtig dahinter, dass es keinen „Hungerstoffwechsel“ gibt.. Problematisch ist natürlich auch, dass ich halt trotzdem so viel darüber höre..

Oder auch vom „Man muss genug essen, um abzunehmen“. Da weiß ich auch nicht richtig, was ich von halte. Sitz vielleicht echt zu tief, diese Fettlogik, dass man mit „Mangelernährung“ auf die Dauer nicht abnimmt.. Aber ich versuche in letzter Zeit auf Eiweiß z achten. Das war allerdings nach der Lektüre noch nicht so – erst jetzt, seit ich mit Sport begonnen hab.. Und ich von meiner Heilpraktikerin das „Go!“ für mehr Eiweiß bekommen hab. Da hatte ich nämlich bisher was falsch verstanden: Sie meinte nur, dass ich nach meinem Blutbild zu viel Eiweiß esse … doch damit ist tierisches Eiweiß aus MILCH und Milchprodukten gemeint gewesen. Nun ist also die Blockade raus bei mir – ich schaue nach Eiweiß – pflanzliches nach Möglichkeit.

Eine tolle Lieblingsfettlogikweisheit ist übrigens: „Ach, der Tag ist eh schon versaut – dann hau ich mir das jetzt auch noch rein!“ Gab es nen tollen, tollen Comic dazu bei erzählmirnix – aber ich finde ihn nicht.. Also da hat mir der Bruch mit der Fettlogik echt gut getan und ich kann mich auch immer wieder gut dran erinnern.
.. manchmal geht es aber trotzdem mit mir durch *grins*
Dann verfolge ich die „Was ich nicht aufschreibe / im Dunkeln esse/ sonst ne abstruse Theorie, zählt auch irgendwie eigentlich nicht so richtig…“

Welches Kapitel würdest du ergänzen?

Fällt mir nichts zu ein – ich fand nur die tausend Forschungsteams ermüdend… In irgendeinem Kapitel in der Mitte des Buches war es besonders extrem! Ich glaub, da ging es um die Sterblichkeit zwischen BMI 25 und 23 oder sowas .. das war mir auch echt zu extrem, da ich die (fettlogische) Überzeugung hab, dass ich eh nicht so ein niedriges Gewicht erreichen werde(n kann)..

Oh – da fällt mir doch was ein: Ich fand es etwas nervig bis demotivierend, dass überall betont wurde, dass nur ein niedriger BMI-Bereich wirklich gesund ist. In einer persönlichen Mail von erzählmirnix an mich, schrieb sie jedoch (motivierenderweise .. danke sehr!), dass es immer gut sei, das Gewicht zu reduzieren und sie nicht meinte, dass nicht auch ein Ziel mit zB 25er BMI durchaus ein gutes Ziel sei.

DAS wäre schön, wenn das noch irgendwo im Buch ergänzt würde.

Ich kam mir schon völlig falsch vor mit meinem 25er BMI-Ziel … ich stand zu Jahresbeginn bei 33er BMI und konnte (und kann auch jetzt noch nicht) mir einfach kein Gewicht im 23er BMI-Bereich vorstellen und fand es dann etwas frustrierend, dass mein 25er-BMI-Ziel nicht „gut genug“ war.
.. vielleicht stand es nicht so da – bei mir kam es aber so an.

Was war die letzte Fettlogik, der du begegnet bist, bei dir selbst oder anderen? Wie hast du reagiert?

Im Fitness Studio. Vor dem Eiweißriegelautomat. Vom Fitnesstrainer, der meinte, man kann nicht gleichzeitig abnehmen und Muskeln aufbauen – und man muss über den Bedarf essen, um Muskeln aufzubauen. Und ein Frühstück sei SEHR wichtig. Ohne Frühstück geht gar nichts..

… ich hab gar nichts gesagt.

Hatte Fettlogik Einfluss auf deine Körperwahrnehmung und/oder die Wahrnehmung deiner Umwelt? Falls ja: Wie genau?

Ist etwas schwierig zu beurteilen – ich würde sagen:

Fettlogik war eins der Mosaiksteinchen, die in dieser Zeit zu meiner Veränderung der Körperwahrnehmung war. Ich hab seit Januar Bürstenmassage gemacht. Und basische Strümpfe. Spaziergänge in der Natur. Nur nch zwei Essen am Tag und die innerhalb von acht Stunden eingenommen. Das war zur Entlastung des Darms. Da auch einiges an Aufbaupräparaten. Und dann die Ayurvedakur. Fast drei Wochen täglich Anwendungen und gute Ernährung und der Wiedereinstieg in Yoga. Generelles Runterfahren.

Das hat alles zusammen schon eine immense Änderung meines Körpergefühls bewirkt. Und natürlich auch ne Abnahme.

Fettlogik traf also auf einen fruchtbaren Boden. Und begeisterte mich durch seine „Einfachheit“. Iss mehr, als Du Bedarf hast und Du nimmst zu … Iss weniger, als DU Bedarf hast und Du nimmst ab… und das Ganze unabhängig von irgendwelchen „Du musst unbedingt frühstücken“-Regeln..

Meine Körperwahrnehmung hat sich natürlich geändert mit schwindendem Gewicht. Logisch. Irgendwann hab ich bemerkt, dass ich meinen gefühlten „Panzer“ um die Brust nicht mehr hab. Natürlich wurden die Hosen weiter. Die Bewegungen einfacher. Und haben dadurch auch mehr Spass gemacht! Ich wurde insgesamt beweglicher. Und die Verspannungen weniger. Ich wurde insgesamt achtsamer für meinen Körper. Auch in Bezug auf Essen natürlich.

Wenn sich dein Gewicht verändert hat: Welche Veränderungen bemerkst du an dir? Wie reagiert die Umwelt?

Hab ich teilweise schon oben beantwortet..

Also mein Gewicht hat sich von Januar bis heute verändert – ca. 11 Kilo weniger. Okay. Die hatte ich schon Anfang Mai. In den letzten sechs Wochen hat es sich in einem Bereich von plus/minus zwei / drei Kilo bewegt.

Ich bemerke an mir natürlich, dass ich das toll finde. Ich bewege mich leichter und gerner. Mal schnell die Treppe oder so. Ich fühle mich wohler in meiner Haut. Führe ich auch auf die Bürstenmassage zurück, da sich meine Haut auch wirklich wesentlich weicher und geschmeidiger anfühlt. Ich merke auch, dass ich mich wichtiger nehme. Nicht mehr so hart zu mir bin. Früher hatte ich oft eine „Jetzt bestrafe ich mich erst recht!“ Haltung gegen mich selbst.

Meine Umwelt hat bemerkt, dass ich abgenommen hab. Kolleginnen haben gesagt, ich seh toll aus. Haben teilweise gefragt, was ich gemacht hab. Ne Freundin hat es sogar auf nem Foto bemerkt, welches ich ihr (eigentlich aus nem ganz anderen Anlass) geschickt hab.

Und Schnüggel findet auch, dass es ne tolle Sache ist und merkt, dass es mir gut tut.

Vorher-Nachher Foto?

So sorry … gibt es nicht.

Zum einen fühle ich mich nicht „nachher“ sondern „mittendrin“oder „ein guter Anfang“ zum anderen hab ich auch kein echtes Vorher-Bild.

… sollte ich endlich mal machen..

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