Es war eine regelrechte Erleichterung, als ich mich am 21. August (also einen Tag nach meinem letzten Eintrag) zum Orthopäden vorwagte und der mich spontan bis Ende der Woche krankgeschrieben hat. Er wollte eigentlich noch länger, aber ich habe gesagt, dass ich keinesfalls in der nächsten Woche krank sein will – da sei ich doch Betreuerin bei der Kinderspielstadt!

Und auch so konnte ich mit der Krankschreibung nicht viel anfangen – war völlig neben mir. Ich torkelte wie im Nebel ins Büro und aß eine Suppe und schließlich vertraute ich mich der Vorzimmerdame an, dass ich krankgeschrieben worden sei und nicht wüßte, was tun! Ignorieren und trotzdem bleiben? Gehen? Aber das geht doch nicht – ich fühlte mich so unter Druck! Und dann heulte ich wie ein Schloßhund los. Ich war einfach nur noch fertig. Die Vorzimmerdame fackelte nicht lang rum und sagte, ich solle sofort gehen – keine Widerrede! Sie würde das schon meinem Chef sagen. Und ihm auch Bescheid geben, falls er ne dumme Bemerkung machen würde! Ich schlich also heim – und war sowas von erleichtert, dass ich erst mal nimmer ins Büro gehen mußte. So erleichtert, ich hätte gleich in der Bahn weiterheulen können. Daheim bin ich auf die Couch gelegen und sofort eingeschlafen und erst Stunden später wieder aufgewacht.
Warum schafft mich dieser Job so?? Ich bin doch eigentlich nicht blöd, doch irgendwie scheint sich alles in mir zu sträuben, wenn ich dort hin soll.

.. insbesondere jetzt, wo meine Kollegin weg ist, erscheint es mir unerträglich. Wahrscheinlich, weil ich wieder Blut geleckt hab an „Spaß an der Arbeit“ und aus der totalen Stumpfheit rausgerissen wurde..

Die nächste Woche war auch spaßig … auch wenn es durchaus auch mit Stress verbunden war. Aber halt irgendwie anders. Und nicht dauernd dieses „auf die Uhr gucken und hoffen, dass der Tag bald rum ist“. Doch eigentlich: Warum soll der Tag rum gehen? Auch auf die Abende freu ich mich selten … fühle mich so „gedämpft“ in allem. Und irgendwie immer wieder dieses „alles zu viel“. War schön, endlich mal wieder n bißchen durchatmen zu können. Manchmal denke ich, ich bin wie einer dieser Fische, bei denen das Aquarium verkleinert wurde – und später, wenn die Scheibe wieder raus ist, schwimmt er immer noch nur im begrenzten Raum,. damit er sich nicht wieder die Nase an der vermeintlichen Grenze aufschlägt. Tut ja weh.

Tja – ab Donnerstag hatte ich dann Halsweh, was sich über das Wochenende mit Schnupfen und allem, was dazu gehört immer weiter steigerte. So hatte ich Montag einen guten Grund, weiterhin daheim bleiben zu dürfen. Zuerst bis Mittwoch, dann die ganze Woche. *uff*

Wahnsinnig glücklich war ich natürlich trotzdem nicht. War ja auch wirklich krank und fühlte mich nicht auf dem Damm – ist ja dann schließlich kein Urlaub… trotzdem gab es auch immer wieder Lichtblicke. Zum Beispiel, als Mama zu Besuch kam mit der guten Nachricht, sie müsse keine weitere Zahn-OP machen. Gott sei Dank! Hatte auch zwei Termine bei der Psychiaterin. Aber die geht mir irgendwie auf den Zeiger.

Weiß ich selbst, dass ich Depressionen hab. Oder depressive Verstimmungen oder irgend so was. Merk ich doch .. schickt mich bitte endlich in die Klinik und holt mich aus diesem scheiß Leben raus. Ich will einfach nur noch meine Ruhe.

Es macht keinen Spaß, regelmäßig ins Loch zu fallen. Und immer wieder am gleichen Punkt zu enden:

Was soll das Ganze? W ist der Sinn meines Lebens? Wozu das alles? Für wen oder was soll ich denn bitteschön irgendwas machen … ist doch alles sinnlos.

Klar brauch ich ein Ziel … doch wenn man seit Jahren eins sucht und keins findet, resigniert man eben irgendwann.

Fühl mich unfähig, klein und schwach. Und fett bin ich noch dazu. So viel wie jetzt, hab ich nie gewogen. Bin entsetzt. Barbarella ist nun dreistellig … darf wohl nicht wahr sein. 😦

War zwar gestern bei ner lustigen Selbsthilfegruppe – doch ob mir das wirklich hilft? Ob ich mir wirklich helfe?.. keine Ahnung.

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