Ja, ich war schon mal blogaktiver .. zugegeben. Vor ein paar Jahren verging kein Tag, an dem ich nicht was geschrieben hab – damals,  in meinen alten Blogs.

Okay, irgendwie haben sich die Blogzeiten geändert, doch hin und wieder würde ich tatsächlich wieder mal mehr schreiben wollen, ich hab allerdings inzwischen einen größeren Respekt vor dem Internet und seinem „zeitlich unbegrenzten Gedächtnis“. Gut, früher hab ich mir keine Gedanken gemacht, dass meine Kollegen jemals auf mein Blog kommen könnten … die waren alle um die 60 und falls sie mal was von „Blog“ gehört hatten, hätten sie bestimmt nicht danach gesucht. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer per Zufall drüber stolpern würde, war gering – dass dann ich dahinter erkannt werde, noch geringer. Einmal kam ich gewaltig ins Schwitzen, als meine Kollegin Bilder mit Rennmäusen suchte und ich Bilder meiner Mausis (Gott hab sie selig, die Süßen! Ich liebe Euch, ihr süßen Fellis!!) im Blog veröffentlicht hatte und bei mir in der Suche (warum auch immer) ziemlich weit vorne in Google erschien *panik*

… aber auch da wurde ich nicht entdeckt. War aber n gewisser Warnschuß.

Nun hat sich ja inzwischen mein Kollegenkreis komplett gewandelt. Von vier direkten Kollegen ist einer vor sieben Jahren gegangen und ich hab seit sechs Jahren nen neuen Chef (okay, inzwischen nimmer wirklich neu), in den letzten zwei Jahren hat sich der gesamte Kollegenkreis meiner drei anderen Kollegen in den Ruhestand verabschiedet und ich hab inzwischen zwei neue Kolleginnen (die dritte Stelle wird bestimmt demnächst auch besetzt, der Kollege ist halt erst nen Monat weg).

Diese Kolleginnen sind natürlich jünger, das Internet ist irgendwie geläufiger und bestimmt kennen die Blogs. Naja – auf jeden Fall sehe ich da weitaus größere Chancen, dass die zufällig über mein Blog stolpern könnten – auch, weil man nun eher „mal kurz“ an den Rechner der anderen geht.

Abgesehen hatte ich vor einigen Jahren nicht über solche Dinge nachgedacht, dass einem zB ein Arbeitgeber kündigen könnte, weil man im Blog über seinen Arbeitsplatz ablästert.
… von dem her sollte ich ja eigentlich nachträglich noch meine ganzen Artikel aus dem Netz nehmen … blöderweise blicke ich es nimmer, wie ich diese Umleitung in mein altes Blog rein bekomme – lästig! Sonst wäre automatisch alles tot von der Zeit vor WordPress.

Lange Rede, kurzer Sinn – mir fehlt irgendwie das philosophieren im Blog.
… andersrum sind die Zeiten auch andere.

Ich meine: Mehr oder weniger hat auch die Beziehung mit Schnüggel das Bloggen lahm gelegt, weil er auch nichts vom Blog weiß. Soll er auch nicht. Für mich macht ein Blog keinen Sinn mehr, wenn es die Leute, die ich kenne, kennen. Dann begrenze ich mich ja automatisch.

Und nun kommen die „geschützten Artikel“ ins Spiel.

Sinnvoll?!

Das könnten dann nur Leute lesen, die das Passwort kennen.

Aber: Wie sollen die denn das Passwort kennen lernen?! Und dazu kommen?! Und liest dann eigentlich überhaupt noch einer?!

Und überhaupt, ist das nicht alles wiedersinnig?!

Einerseits will ich nicht gelesen werden, aus Angst „von den Falschen“ gelesen zu werden, doch andererseits seh ich auch keinen Sinn darin zu bloggen, wenn es keiner liest?! Oder wie?!

Irgendwie ist bloggen komisch – ich weiß noch, wo ich Leute kennenlernte, die mein Blog kannten – und die wissen zum Teil dann noch Sachen von Dir, die Dir selbst gar nimmer bewußt sind, weil denen ganz andere Stories in Erinnerung bleiben. Naja .. oft ist etwas Geschriebenes ja auch ganz speziell gefärbt vom Blickpunkt des Momentes! Und Du selbst schreibst das und veränderst allein dadurch Deinen Standpunkt oder das Gefühl .. geschrieben und weiterhin lesbar ist aber immer noch das, was war.

Hm.

Schwierig. Wie möchte ich denn nun weitermachen mit meinem Blog?

*grübel*

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