Also eigentlich ist es verwunderlich, das ich keine Raucherin bin – denn ich umgebe mich gern mit Nebel. Dem Nebel der Unkenntnis. Dem Gespenst der Angst. Ich bin ein Fluchttier. Wenn mich was ängstigt, überfordert oder in Panik versetzt, bin ich nicht der Typ, der drauf los geht und kämpft, sondern ich versuche es erstmal zu ignorieren und mich abzulenken. Vielleicht verschwindet das Problem ja von selbst. Tut es natürlich nie .. oder wenn, dann nur scheinbar. Wenn ich mich zum Beispiel nicht entscheiden kann, ob ich mich auf ne andere Stelle bewerben will oder nicht und das ignoriere, läuft die Bewerbungsfrist ab – und das Problem ist scheinbar gelöst. Aber eigentlich ist es das nicht, weil ich nur durch die Untätigkeit bewirkt hab, nichts zu tun und mir die nächste Entscheidung als NOCH grösserer Berg erscheint!

Also nicht die cleverste Technik, wie ich durchaus einsehe und auch immer wieder am eigenen Leib erfahre – sie bringt mich immer wieder in Schwierigkeiten und treibt meine Mitmenschen regelmässig in die Verzweiflung, weil ich dann halt mal einfach ne Woche das Handy nicht anschalte, um keine eventuell schlechten Nachrichten zu erhalten (ich hab mal wochenlang meine Mailbox nicht abgehört, weil ich nicht wusste, wie ich auf einen Verehrer reagieren soll … und da ich nicht wusste, wie ich reagieren sollte, wenn er wieder drauf ist, hab ich einfach die Mailbox nicht mehr abgehört und konnte so im „Nebel der Unwissenheit“ vermeintliche Unschuld vortäuschen (natürlich nicht wirklich, ich hab immer gezittert, wenn das Handy klingelte!) – oder tagelang nicht in die Mailbox gehe, um der befürchteten Mail, die mich zu Entscheidungen, die ich nicht treffen wollte, zwingen würde, auszuweichen.

Das mir auf diese Art und Weise auch einige schöne Dinge durch die Lappen gehen (Einladungen, die ich erst nach deren stattfinden erhalte zum Beispiel), ist ein schlechter Nebeneffekt dieser Technik. Abgesehen davon wird die Hürde, etwas dann wirklich anzugehen,  immer höher und erscheint mir dann oft gar nicht mehr zu bewältigen. Und ausserdem hat es doch mit Verschieben bis dato auch ganz gut geklappt …. nur leider weiss ich ja, dass irgendwann der grosse Knall kommt!
Und dabei tut es so gut, wenn so eine aufgeschobene Aufgabe vom Tisch ist.

…. grad heute hat es da zweimal bei mir gekracht.

Und ich frag mich dann immer, warum ich mir das Leben teilweise WOCHENLANG so schwer mache wegen etwas, dass ich dann in drei Stunden vom Tisch hab – wie einfch wäre es, es einfach zu TUN, statt wochenlang ein schlechtes Gewissen und Gefühl zu haben .. oder im anderen Fall: Mich tagelang vor meiner eigenen Mailbox drücke – und dann war die Nachricht wirklich überhaupt nicht schlimm, im Gegenteil: Wesentlich angenehmer und verträglicher als erwartet! 😮

Andersrum hab ich dadurch drei superschöne Nachrichten erst Tage nach ihrem Ankommen gesehen… und einen tollen Termin verpasst, obwohl ich an dem Abend Zeit gehabt hätte und es SUPER gepasst hätte!

… was bin ich bloss für ein Esel manchmal.

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