„Ich mach mir Sorgen um Dich,“ sagte meine Freundin heute zu mir, „ich hab das Gefühl, Du befindest Dich in einer Abwärtsspirale. Kannst Du nicht mal für eine Woche zuhause bleiben und Dich um alles kümmern, was Dich belastet?

… ist es nicht schön, zu hören, dass sich jemand um einen sorgt?

Doch ich fürchte, mit einer Woche zuhause bleiben ist es nicht ganz getan.

Ich selbst hab ja auch schon drastischere Dinge (mehr oder weniger ernsthaft) in Betracht gezogen:

  • Wohnung anzünden
  • aus dem Fenster springen (bitte hohes Haus verwenden!)
  • kündigen
  • auswandern
  • in Psychiatrie einweisen lassen
  • Schwangerschaft durch One-Night-Stand / künstliche Befruchtung planen
  • umziehen
  • nen Entrümpeldienst zur Mithilfe beauftragen

Und die Sache mit der einen Woche hatte ich ja im Prinzip erst neulich.
Da war ich doch ne Woche daheim.
.. und hatte ja auch vor, das ein oder andere „weg zu schaffen“.

Ergebnis:

  • 24 Stunden täglich Realitätsflucht.
    .. durch Fernsehen, Internet und Schlafen.

Ich fühl mich irre.

Irre und irre überfordert vom Leben. Es zieht sich alles immer mehr zu. Ich schwebe zwischen Phlegmatismus und Resignation .. es ist ein Glück, dass ich Schnüggel hab, obwohl er ja auch nicht grad ein spritziges Energiebündel ist, reißt es mich doch halbwegs immer wieder raus, wenn er da ist – und es ist nahezu ein Wunder, dass er es mit mir überhaupt aushält.
Ich halt es ja selbst kaum mit mir aus.
.. und das hatten wir ja alles schon mal .. mal? ..hunderte von Malen!
Es scheint wie der Vollmond zyklisch wieder zu kehren!

Zur Zeit les ich ja mit größtem Interesse das Buch Das Leben, die Liebe und ein Jahr auf der Couch. War ja schon ganz scharf auf den Schmöker – und das nicht zu unrecht:

Ich find da tatsächlich viele Paralellen zwischen der Autorin und mir – im Denken, im Fühlen.

Vielleicht sollte ich auch für ein Jahr auf die Couch?

.. würde das alles besser machen?

Oder (wir wollen es ja nicht gleich übertreiben) wenigstens einiges?

.. oder ist eh schon Hopfen und Malz verloren und es zu spät für alles?

Oder (noch schlimmer!) red ich mir das alles nur ein?!

Ich war schon mit 16 ganz fasziniert vom meiner Klassenkameradin mit Magersucht, weil die regelmäßig zur Psychotherapie ging …

Red ich mir also nur ein Problem ein, um behandelt werden zu „dürfen“?!

.. und das inzwischen so intensiv, dass ich über die Jahre ein Problem bekommen hab?

*seufz* … ich find das Leben ganz schön .. *schulterzuck* weiß auch nicht.

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