Manchmal find ich meine Herren Kollegen hier so knuffig, dass ich die am liebsten spontan knuddeln würde.. hinter ihrer harten Schale steckt eben doch auch ein weicher Kern. Auch wenn sie ihn nicht oft zeigen..

Zum Beispiel, als mein Kollege grad im Vorbeigehen stolz die von ihm frisch geputzte Kaffeemaschine vorzeigt.
.. die war auch echt ziemlich kaffeeverschmiert – und da hat er sich doch mal eben für die Erledigung dieser „hausfraulichen Pflichten“ ein kleines Lob einheimsen wollen – bekommt er gern von mir. Und ich find ihn echt knuffig, wenn aus den Augen des älteren Herrn dann der kleine Bub vorblitzt.

Oder gestern.
Leider eine wesentlich traurigere Geschichte..

Mein Zimmerkollege telefoniert mit seiner Frau – ich bekomm an Rande was von „gibt es wohl keine Hoffnung mehr“ und „Tierarzt“ mit. Nach dem Auflegen erzählt er bedrückt, dass sein (bald vierzehnjähriger) Hund gestern gar nicht mehr aufstehen konnte, nen dick geschwollenen Bauch hat und der Tierarzt dem Tier nun keine Chancen mehr gibt..
Mir sticht das richtiggehend ins Herz und merke, dass diese Nachricht meinem Kollegen ziemlich unter die Haut geht, auch wenn er sonst eher ein dickfelliger, nicht leicht zu beeindruckender Typ ist.

Wie schlimm muß es sein, seinen langjährigen Begleiter einschläfern zu lassen? Selbst wenn mein Zimmerkollege schon lange erzählt hatte, dass sein Hund inzwischen schon so gut wie nichts mehr hörte und ähnliches..
.. ich selbst hab damals vor einem knappen Jahr bei meinem Mausi schon unheimlich bei dieser Entscheidung gekämpft und mein Yoda war „nur“ knapp 5 Jahre alt und hatte die Wochen vorher ziemlich abgebaut und letztlich sichtlich keine Kraft mehr…
.. jedes tröstende Wort wirkt in so einer Situation wohl eher platt und meinen Kollegen in den Arm zu nehmen, wäre auch eher unangebracht.

Aber mein Herz fliegt in solchen Momenten meinen Kollegen uneingeschränkt zu. Wobei es mir natürlich lieber ist, wenn es einen eher spitzbübischen Anlass gibt, als einen traurigen..

Advertisements